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OTS0240   1. Feb. 2012, 17:00

"KURIER"-Kommentar von Martina Salomon: "Wer polarisiert, gewinnt"

Die FPÖ erledigt das Geschäft ihrer Gegner - und letztlich auch ihr eigenes.


Geht's nach der FPÖ, ist Angriff die beste
Verteidigung. Heinz-Christian Strache stilisiert sich wie einst Jörg
Haider zum Opfer einer medialen Hetzjagd, anstatt die Wahrheit zu
sagen: dass er nämlich über die Aggressionen, die den Besuchern des
Burschenschafter-Balls beim Einzug in die Hofburg entgegenschlugen,
so empört war, dass er sich vor einem (als Fan getarnten
Journalisten) zu einem völlig absurden Vergleich hinreißen ließ. Ein
unverzeihlicher politischer Fehler.
Damit herrscht in Österreich wieder "business as usual": Die
Regierung freut sich klammheimlich, dass ein Widersacher in der
medialen Defensive steckt. Die SPÖ ist zufrieden, weil sich Strache
für ein Regierungsamt disqualifiziert hat und das SPÖ-Machtmonopol -
mangels Alternative - gesichert erscheint. Jene, die die Blauen immer
schon ins Nazi-Eck gestellt haben, fühlen sich einmal mehr
bestätigt. Für die FPÖ ist das Ganze unangenehm, doch in Wahrheit
gewinnt sie durch aufgeregte Polarisierung. Das war bei Haider so,
ist jetzt nicht anders.
Gerade in Zeiten einer Schulden- und Finanzkrise glauben viele
Bürger an Weltverschwörungstheorien und sind von der "politisch
korrekten" Elite angeekelt. Daher sollte bei aller Empörung über
Straches Wortwahl die politische Antwort darauf klug und besonnen
sein.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0240 2012-02-01 17:00 011700 Feb 12 PKU0002 0216




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