OTS0239   1. Feb. 2012, 17:00

"KURIER"-Kommentar von Magdalena Rauscher-Weber: "Heilsamer Spardruck"

Die Gesundheitsreform ist längst überfällig. Die Geldnot bringt den Durchbruch.


Freitag, 17 Uhr, das Kind ist krank. In der Regel
bleibt da nur der Weg in die Spitalsambulanz. Das ist nicht nur für
die Kranken unangenehm, sondern auch für das Gesundheitsbudget.
Ambulanzen verursachen höhere Kosten als ein niedergelassener
Kinderarzt, der das Kind oft genauso gut behandeln könnte - wenn er
verfügbar wäre. Das Problem lässt sich nicht von heute auf morgen
lösen. Aber die Grundsatzeinigung zwischen Bund, Ländern und
Sozialversicherungen zu Gesundheitsversorgung und -finanzierung ist
ein großer Schritt.
Endlich sollen verbindliche Ziele ausgearbeitet werden -
betreffend die Leistungen, die die Patienten brauchen; wer diese
Leistungen effizient erbringen kann; und was das kosten wird.
Grundvoraussetzung dafür ist, dass alle zusammenarbeiten. Das ist
bisher nicht der Fall.
Den Krankenkassen ist es gar nicht unangenehm, wenn die Patienten
in die Spitäler abwandern. Denn für diese zahlen vor allem die
Länder. Die wiederum tun alles, um ihre Krankenhäuser zu erhalten,
auch wenn sie viel Geld verschlingen - letztlich zahlt ja ohnehin
der Bund über den Finanzausgleich. So ein System ist nicht gesund,
das wissen wir schon lange. Der Spardruck hat jetzt offenbar eine
heilende Wirkung.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0239 2012-02-01 17:00 011700 Feb 12 PKU0001 0211




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