- 01.02.2012, 12:05:11
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NEWS-exklusiv: Neue Fakten zum "Drama von Braunau"
War die Tat an dem 16-jährigen Sebastian von langer Hand geplant?
Wien (OTS) - Wie NEWS in seiner am kommenden Donnerstag
erscheinenden Ausgabe exklusiv berichtet, liegen nun der Justiz die
polizeilichen Abschlussberichte, die gerichtsmedizinischen Befunde
und ein psychiatrisches Gutachten zum "Drama von Braunau" vor. Am 20.
November 2011 war in der oberösterreichischen Gemeinde der 16-jährige
Sebastian D. in der Wohnung seines besten Freundes - Ivan D., 17, -
erstochen aufgefunden worden. Der Gymnasiast gilt als dringend
tatverdächtig, beteuert jedoch bis dato, sich nicht an das ihm
vorgeworfene Verbrechen erinnern zu können.
Die Hintergründe des Delikts galten bis dato als ungeklärt. Wie
Recherchen der Kripo jetzt aber belegen, soll Ivan D. seit Herbst
2011 versucht haben, Sebastian D. zu einer homosexuellen Beziehung
mit ihm zu überreden. Womit er scheiterte; woraufhin er mit verbalen
Wutattacken reagierte und zudem einem Freund über die Idee, seine
"große Liebe" und sich selbst zu killen, berichtete. Drei Wochen vor
der Wahnsinnstat soll Ivan D. außerdem in einer Unterrichtspause
Klassenkameraden gegenüber seine "wahren Empfindungen" für Sebastian
offenbart haben.
Untersuchungen an dem Computer und des Handys des Tatverdächtigen
haben ergeben, dass er im Vorfeld der Tat im Internet wiederholt nach
Suchbegriffen wie "jugendstrafe für mord österreich", "mord aus
liebeskummer", "hammer auf kopf tod", oder "wie lange fliesst das
blut nach herzstillstand?" gesurft hatte. Laut Obduktionsbefund
wurden Sebastian D. Schläge mit einem Hammer gegen den Kopf und
danach mehr als ein Dutzend Stichverletzungen in den Oberkörper
zugefügt. Schwere innere und äußere Blutungen seien die Sterbeursache
des Buben gewesen.
Mittlerweile wurde Ivan D. von dem Salzburger Gerichtspsychiater
Ernst Griebnitz untersucht. Der Sachverständige diagnostiziert dem
Burschen zwar eine "seelische Abartigkeit höheren Grades" - erklärt
aber zudem, dass dieser, "zur Tatzeit diskretions- und
dispositionsfähig", also "zurechnungsfähig" gewesen sei.
Der Prozess gegen Ivan D. dürfte noch vor dem kommenden Sommer
stattfinden. Vermutlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Im Falle
eines Schuldspruchs drohen dem 17-Jährigen 15 Jahre Haft, plus eine
anschließende Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme
Rechtsbrecher.
Rückfragehinweis:
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Tel.: (01) 213 12 DW 1103
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