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OTS0067   1. Feb. 2012, 10:24

Finanzierungsbedingungen der Banken und Unternehmen leicht verschlechtert

Österreich-Ergebnisse der euroraumweiten Umfrage über das Kreditgeschäft im Jänner 2012


Eine leichte Beeinträchtigung ihrer
Refinanzierungsbedingungen auf den Geld- und Kapitalmärkten und die
Eintrübung der Konjunkturlage haben die österreichischen Banken im
vierten Quartal 2011 zu einer geringfügigen Verschärfung ihrer
Richtlinien für Unternehmenskredite veranlasst. Für Haushaltskredite
blieben die Standards hingegen stabil. Das zeigen die Ergebnisse der
Umfrage über das Kreditgeschäft im Jänner 2012, in der die
Kreditmanager führender Banken ihre Einschätzung zur
Kreditentwicklung im abgelaufenen Quartal sowie einen Ausblick auf
das laufende Quartal gaben.

Beim aktuellen Befragungstermin enthielt der Fragebogen einige
Zusatzfragen zur Refinanzierungssituation der Banken und deren
Effekte auf die Kreditvergabe. Wie schon bei der letzten Umfrage
wurde für das vierte Quartal des abgelaufenen Jahres eine leichte
Beeinträchtigung der Mittelaufnahme auf dem Geld- und Anleihemarkt,
bei Verbriefungen und bei den Kundeneinlagen registriert. Darüber
hinaus berichteten die befragten Banken, dass die Kursrückgänge bei
europäischen Staatanleihen, die als Sicherheiten für großvolumige
Finanzierungen hinterlegt werden können, ihre
Refinanzierungssituation ebenfalls etwas verschlechterten.

Angesichts dieser leichten Eintrübung ihrer
Finanzierungsbedingungen, aber auch aufgrund unsicherer
Konjunkturaussichten haben die Banken die Kreditrichtlinien im
Firmenkundengeschäft im vierten Quartal 2011 weiter leicht
verschärft. Bereits zur Umfrage für das dritte Quartal hatten die
Banken die Kreditvergaberichtlinien etwas gestrafft und für das
vierte Quartal eine weitere Verschärfung erwartet. Kreditrichtlinien
sind die internen Kriterien, sowohl die schriftlich festgelegten als
auch die ungeschriebenen, die bestimmen, welche Art von Krediten eine
Bank als wünschenswert erachtet. Für die ersten drei Monate des
Jahres 2012 erwarten die Umfrageteilnehmer eine weitere leichte
Verschärfung der Kreditvergabestandards.

Im Privatkundengeschäft blieben die Richtlinien sowohl für
Wohnbaufinanzierungen als auch für Konsumkredite im Berichtszeitraum
nun schon das sechste Mal in Folge unverändert, und auch für das
erste Quartal 2012 erwarten die Banken keine Veränderung.

Schließlich wurden die Banken nach den Effekten der bevorstehenden
Änderungen der Eigenkapitalbestimmungen* gefragt. Dabei zeigte sich,
dass im zweiten Halbjahr 2011 die risikogewichteten Aktiva reduziert
wurden, gleichzeitig verminderte sich die Eigenkapitalposition
infolge der ungünstigen Gewinnlage per saldo leicht. Die
angekündigten Änderungen der zukünftigen Eigenkapitalanforderungen
haben in der zweiten Jahreshälfte 2011 zu einer leichten Straffung
der Richtlinien für Unternehmens- und Haushaltskredite beigetragen.

*Sowohl "Basel III" als auch die zusätzlichen bis Juni 2012 zu
erfüllenden Eigenkapitalanforderungen der Europäischen
Bankaufsichtsbehörde.

Anmerkung:
Die Zentralbanken des Euroraums - in Österreich die
Oesterreichische Nationalbank (OeNB) - führen gemeinsam mit der
Europäischen Zentralbank (EZB) seit Anfang 2003 viermal jährlich eine
Umfrage über das Kreditgeschäft im Euroraum durch, um ihren
Informationsstand über die Finanzierungsbedingungen der Unternehmen
und Haushalte zu verbessern. Dabei werden rund 125 führende Banken
aus allen Ländern des Euroraums befragt, darunter fünf Institute aus
Österreich.

Eine ausführlichere Darstellung der österreichischen Ergebnisse
wird in Statistiken - Daten & Analysen Q1/2012 veröffentlicht. Die
EZB wird die Resultate für den Euroraum in ihrem Monatsbericht
Februar 2012 publizieren.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0067 2012-02-01 10:24 011024 Feb 12 ONB0001 0473



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Rückfragehinweis: Oesterreichische Nationalbank
Dr. Christian Gutlederer
Pressesprecher
Tel.: (+43-1) 404 20-6609
christian.gutlederer@oenb.at
www.oenb.at

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