Falter: Kontenöffnung belastet Karl-Heinz Grasser massiv
KHGs Schwiegermuttergeschichte laut Polizei "widerlegt" und "größtenteils realitätsfremd"/ Verdacht auf Schmiergeld / Massive Vorwürfe gegen Meinl-Manager
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-- Diese Meldung wurde korrigiert --
-- Neufassung in Meldung OTS0273 vom 31.01 --
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Wien (OTS) - Die Wiener Wochenzeitung Falter veröffentlicht in
ihrer morgen erscheinenden Ausgabe die Ergebnisse der Kontenöffnungen
in der Causa Grasser. Zwei geheime Berichte der Soko-Constantia
belasten den Ex-Finanzminister, seine Treuhänder, sowie einen
Meinl-Manager massiv.
Wie die Polizei nach umfangreichen Ermittlungen feststellt, konnte
Grasser die Herkunft von rund 570.000 Euro, die angeblich von seiner
Schwiegermutter stammen und angeblich von ihm auf ein Konto der
Treuhandgesellschaft Ferint AG einbezahlt wurden, nicht aufklären.
Die Polizei geht mit Grasser erstaunlich hart ins Gericht:
Grassers Aussagen seien "größtenteils realitätsfremd und stimmen mit
dem Erhebungsergebnis nicht überein." Grasser versuche sich mit
falschen Angaben über sein Vermögen "der strafrechtlichen Verfolgung
zu entziehen". Grasser sei etwa mehrere Male aufgefordert worden,
Originale von angeblichen Treuhandverträgen mit seiner
Schwiegermutter vorzulegen, da der Verdacht der Fälschung seiner
Unterschrift im Raum steht. Doch das sei nicht geschehen. "Es besteht
daher der Verdacht", so die Polizei, "dass der Vertrag nachträglich
angefertigt wurde, um die Einzahlungen auf das Konto bei der Ferint
AG durch Mag. Karl-Heinz Grasser so darzustellen, als würde das Geld
von seiner Schwiegermutter Marina Giori-Lotha stammen." Weiters
bestehe der Verdacht, dass Grasser Originalverträge nur deshalb nicht
vorlegt, "um eine kriminaltechnische Untersuchung des Dokuments" zu
verhindern.
Fazit der Polizei: "Mag. Grasser verfügte als Finanzminister der
Republik Österreich jedenfalls nicht über ein solches Einkommen,
welches Einzahlungen in dieser Höhe plausibel machen würde." Es seien
"weder die Herkunft, noch der wirtschaftliche Hintergrund der
Einzahlungen in der Gesamthöhe von 570.000 Euro, welche Mag.
Karl-Heinz Grasser zuzuordnen sind" geklärt. Die Erklärung, das Geld
stamme von der Schwiegermutter ist nach Ansicht der
Staatsanwaltschaft "widerlegt" und diene bloß dazu, "die
wirtschaftliche Berechtigung des Mag. Karl-Heinz Grasser geheim zu
halten". Es bestünde der Verdacht, dass es sich bei dem Geld um
Schmiergeld handle.
Das Bundeskriminalamt ordnet Grasser bekanntermaßen drei Konten
und zwei Treuhandfirmen zu. Er sei wirtschaftlicher Berechtigter
eines Kontos das Walter Meischberger für KHG treuhänderisch halten
soll, sowie der Konten der Treuhandgesellschaften Ferint AG und
Mandarin. Bereits im Jahr 2001 sei auf ein Konto, das Grasser
zugeordnet wird, alljährlich Geld geflossen. Alle Beschuldigten
weisen die Vorwürfe der Polizei zurück.
Wie der Falter weiters berichtet, wird nun auch gegen den
Meinl-Vorstand Günter Weiß und Grassers Treuhänder Heinrich Schwägler
ermittelt. Weiß soll Grasser in puncto Schwiegermuttergeld durch eine
falsche Zeugenaussage gedeckt haben, so der Vorwurf. Auch Schwägler
soll falsch ausgesagt haben. Die Meinl-Bank weist die Vorwürfe
zurück. Schwägler war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Es
gilt die Unschuldsvermutung.
Die Wirtschaftspolizei wurde am Ferint AG-Konto übrigens auch in
anderer Sache fündig. Sie entdeckte dort 13 Millionen Euro, die
angeblich der Mutter des Grasser-Treuhänders Heinrich Schwägler
gehören sollen. In Wahrheit, so die Wirtschaftspolizei, würden die
Millionen aber dem Bankier Julius Meinl zuzuordnen sein. Die
Meinl-Bank bestätigt, dass Julius Meinl das Ferint Konto
treuhänderisch für einen Immobiliendeal benützte.
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Agentur Renate Okermüller | 31. Jan. 2012, 16:17
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