- 31.01.2012, 14:09:08
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WKÖ-Schwarzer: Klimaschutz Hand in Hand mit Wirtschaftswachstum vorantreiben
EU-Klimastrategie bis 2050 muss sich an der Europäischen Wettbewerbsfähigkeit orientieren
Wien (OTS/PWK075) - "Der heute im Umweltausschuss des
Europäischen Parlaments beschlossene Initiativbericht über einen
Fahrplan für den Übergang zu einer wettbewerbsfähigen CO2-armen
Wirtschaft bis 2050 vernachlässigt die dringende Notwendigkeit,
umweltpolitische Ziele mit einer Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit zu
verbinden," warnt Stephan Schwarzer, Leiter der Abteilung für Umwelt-
und Energiepolitik in der Wirtschaftkammer Österreich (WKÖ).
"Die europäische Wirtschaft leistet bereits heute einen
entscheidenden Beitrag zu Klimaschutz und Ressourceneffizienz durch
Investitionen in innovative Technologien und Prozesse zur
CO2-Reduktion, Energieeffizienz sowie Maßnahmen zur
Ressourcenschonung. Den Wirtschaftsstandort Europa zu schwächen, ist
nicht der richtige Weg, um die Emissionen einzudämmen, diese würden
dadurch nur in andere Wirtschaftsräume verlagert würden."
Die im Bericht geforderte Abschöpfung von Zertifikaten würde das
Vertrauen der Wirtschaft in die Rechtssicherheit langfristig
ausgelegter Rahmenbedingungen enttäuschen und die
Wettbewerbsfähigkeit der energieintensiven Betriebe in Europa durch
einseitig erhöhte Zertifikatspreise ernsthaft gefährden, meint
Schwarzer.
Der Initiativbericht setzt den verstärkten Einsatz von Atomenergie
und die Nutzung der CCS-Technologie (also die CO2-Abscheidung und
Speicherung) als Mittel zur Erreichung forcierter Klimaschutzziele
voraus. "Nach den Ereignissen von Fukushima, der Absage einiger
Länder an die Nuklearenergie und der schleppenden und restriktiven
Umsetzung der CCS-Richtlinie in den Mitgliedstaaten ist diese
Prämisse unhaltbar", erklärt Schwarzer. Damit bedarf aber die Roadmap
der grundlegenden Überarbeitung und kann in der momentanen Fassung
nicht mehr als Entscheidungsgrundlage dienen.
Die WKÖ begrüßt ausdrücklich die langfriste Ausrichtung von
umweltpolitischen Entscheidungen. "Bei der vorliegenden Roadmap
gewinnt man den Eindruck, dass sie vom gewünschten Ergebnis aus
geschrieben wurde und die ökonomischen Bewertungen diesem Ziel
untergeordnet werden. Der Komplexität der Herausforderung, in der
Industrie und anderen Sektoren vollständig auf fossile Energieträger
zu verzichten, wird dieses Papier nicht gerecht."
"Die Idee, durch einen erhöhten CO2-Preis die Wirtschaft
umzustrukturieren, setzt in einem globalen Wirtschaftssystem ein
globales Abkommen voraus, in das zumindest die wichtigsten
Wirtschaftsräume eingebunden sein müssen. Um dafür den Boden
aufzubereiten, besteht, Europas vorrangigste Mission darin, ein
globalisierungsfähiges Wirtschaftsmodell zu schaffen, das Prosperität
und Wachstum mit Ressourceneffizienz und Klimaschutz verbindet," so
Schwarzer. (PM)
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich,
Abteilung für Umwelt- und Energiepolitik
Dr. Stephan Schwarzer
Tel.: (++43) 0590 900-4195
[email protected]
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