• 31.01.2012, 12:37:56
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Kritik aus Reihen der Kirche an Straches "Juden-Vergleich"

Theologie-Dekan Jäggle sieht Armutszeichen für politische Kultur in Österreich - Jugendseelsorger Jansen hält Ordensverleihung an FPÖ-Obmann angesichts dessen "Grenzverletzung" für "unangemessen"

Wien, 31.01.12 (KAP) Scharfe Kritik aus den Reihen der katholischen
Kirche hat der "Juden-Vergleich" von FPÖ-Obmann Heinz-Christian
Strache ausgelöst. Der Dekan der Wiener katholisch-theologischen
Fakultät, Martin Jäggle, bezeichnete die Äußerungen Strache am Ball
des Wiener Korporationsringes als Armutszeichen für politische
Kultur in Österreich, Jugendseelsorger Gregor Jansen stellte
angesichts der "Grenzverletzung" des FPÖ-Politikers dessen Ehrung
mit dem "Großen Goldenen Ehrenzeichen mit dem Stern" infrage.

Für Jäggle, der auch Präsident des Koordinierungsausschusses für
christlich-jüdische Zusammenarbeit ist, sind diese Aussagen in
zweifacher Hinsicht erschreckend, wie er am Dienstag gegenüber
"Kathpress" sagte: So wie Strache würden auch etliche andere in
Österreich denken, und hierzulande seien die kulturell-politischen
Standards offenbar derart niedrig, dass derlei Vergleiche fallen,
ohne dass Konsequenzen gezogen werden müssen. Dass sich ein
Spitzenpolitiker öffentlich derart "schamlos" äußere, sei "nur in
Österreich denkbar" und widerspreche ethischen Standards, die in
vergleichbaren westeuropäischen Demokratien gelten.

Gregor Jansen, für die Jugendkirche Wien zuständiger Seelsorger,
kritisierte "die Stilisierung der vereinten Rechten als verfolgte
Minderheit" und die "Unglaublichkeit, am Holocaust-Gedenktag zu
behaupten, die 'neuen Juden' zu sein". Dass Strache dies offenbar
abseits medialer Öffentlichkeit zu sagen meinte, mache die Sache
nicht besser, so Jansen. Jedenfalls habe der FPÖ-Politiker mit
Sicherheit gewusst, dass er seine Vergleiche am Gedenktag des
millionenfachen Mordes an Juden zog, so der Priester gegenüber
"Kathpress".

Jansen nannte die Strache-Äußerungen Grund genug, dessen geplante
Auszeichnung für Verdienste um die Republik Österreich "als
unangemessen zu betrachten".

Mehr auf www.kathpress.at (forts. mgl.) rme/gpu/

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