• 31.01.2012, 11:07:26
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Drei Abteilungen in NÖ für herausragende Turnusärzteausbildung ausgezeichnet

NÖ Ärztekammer prämiert Innere Medizin in Waidhofen/Ybbs, Urologie in Baden und Orthopädie in Wr. Neustadt für ihr besonderes Engagement bei der Turnusärzteausbildung

Wien (OTS) - Häufig gilt die NÖ Ärztekammer als scharfer Kritiker
des Spitalswesens, doch zuletzt gab es gleich drei Auszeichnungen für
Spitalsabteilungen von der Ärztekammer: für die Abteilung Innere
Medizin im Landesklinikum Mostviertel Waidhofen/Ybbs, die Urologie im
Landesklinikum Thermenregion Baden sowie die Orthopädie und
orthopädische Chirurgie im Landesklinikum Wr. Neustadt. Der Grund
dafür waren sehr gute Beurteilungen von Turnusärzten für die
erhaltene Ausbildung.

Ärztekammerpräsident Dr. Christoph Reisner gratulierte allen drei
Abteilungsvorständen und hob besonders einen Aspekt hervor: "Die
Größe und Struktur der ausgezeichneten Häuser und Abteilungen sind
sehr unterschiedlich. Dies zeigt, dass die Ausbildungsqualität sehr
vom persönlichen Engagement der handelnden Personen und damit aber
leider auch vom Zufall abhängt. Dies muss künftig geändert wird.
Qualität soll in jedem Haus und an jeder Abteilung gleichermaßen
gewährleistet sein."

Turnusärztezimmer, standardisierte Evaluierungsgespräche,
hausinterne Fortbildungen und strukturierte Handbücher erzielen beste
Wirkung

Ideen für eine bessere und effizientere Ausbildung hatten die drei
Abteilungsvorstände allesamt und gaben ihre Tipps auch gerne weiter.
So ist Prim. Dr. Martin Gattermeier, Leiter der Abteilung für Innere
Medizin in Waidhofen, überzeugt, dass die standardisierten
Mitarbeitergespräche zu Beginn sowie am Ende der Ausbildung auf
seiner Abteilung mitverantwortlich sind, dass Turnusärzte die Zeit so
positiv erleben. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben ihm gezeigt,
dass Turnusärzte in alle medizinischen Handlungen eingebunden werden
und bei Besprechungen aktiv teilnehmen wollen. "Besonders positiv
wird das Turnusärztezimmer aufgenommen, wo unsere Turnusärzte
selbständig unter der Aufsicht eines Oberarztes Patienten betreuen",
so Prim. Dr. Gattermeier abschließend.

Einer ganz anderen Situation sieht sich der Leiter der Urologie in
Baden, Prim. Doz. Dr. Claus Riedl, gegenüber: "Kein Arzt muss im
Laufe seines Turnus auf unserer Abteilung arbeiten und wenn, dann
bleibt er nur etwa drei Monate. Wir brauchen daher einen genauen
Plan, wie wir in diesem kurzen Zeitraum den Turnusärzten möglichst
viel Wissen vermitteln können. Positiv werden beispielsweise die
wöchentlichen Mittagsbesprechungen aufgenommen, bei denen wichtige
urologische Themen in rund 20 Minuten vorgestellt und diskutiert
werden. Dazu kommen Handbücher mit Tages- und Wochenabläufen sowie
Evaluierungsgespräche am Ende der Turnuszeit, um die Ausbildung auf
unserer Abteilung weiter zu verbessern."

Als Dritter im Bunde nahm Prim. Prof. Dr. Peter Bösch von der
Orthopädie in Wr. Neustadt das Zertifikat entgegen. Seine Abteilung
zählte bereits letztes Jahr zu den Ausgezeichneten. "Unsere
Turnusärzte schätzen einerseits die strukturierten Handbücher, die
sie während der Zeit auf unserer Abteilung begleiten, aber auch die
zweimal wöchentlich stattfindenden Fortbildungen, die wir gleich in
der Früh noch vor Dienstbeginn abhalten. Dazu kommt das sehr gute
Verhältnis und die gute Zusammenarbeit mit den Pflegekräften." Obwohl
die Abteilung für Orthopädie und orthopädische Chirurgie die
Auszeichnung bereits zum zweiten Mal entgegennehmen durfte, wird es
genau bei dieser Abteilung zu Veränderungen kommen. Präsident Dr.
Reisner bedauert die Entscheidung des Landes: "Es ist sehr schade,
dass eine Abteilung, die so gut funktioniert und von den Turnusärzten
wiederholt beste Noten erhält, es in Zukunft nicht mehr geben wird.
Ab 2015 werden alle orthopädischen Fälle im LK Neunkirchen versorgt."

Positives vor den Vorhang bitten

Kurienobmann und Vizepräsident Dr. Ronald Gallob meinte zum
Grundgedanken der Verleihung des Zertifikates: "Es ist uns ein großes
Anliegen, positive Beispiele hervorzuheben und niemanden öffentlich
an den Pranger zu stellen. Dazu zählt, dass wir alle
Abteilungsvorstände über die Beurteilung ihrer eigenen Abteilung
informieren - sowohl über die guten wie auch die schlechten
Ergebnisse. Dies ist unser Weg, die Ausbildung kontinuierlich zu
verbessern."

Evaluierung künftig bundesweit

Als Vorsitzender der Landessektion Turnusärzte hofft Dr. Stefan
Halper auf ein Übergreifen der positiven Entwicklung auf weitere
Abteilungen anderer Landeskliniken: "Auch wenn dies die letzte
Auszeichnung dieser Art war, hoffe ich sehr, dass wir den Anstoß
geben konnten, so viele Abteilungen wie möglich zu motivieren, in
ihrem Bereich auch künftig Akzente zu setzen und die Qualität der
Ausbildung zu heben. Ab nun wird die Österreichische Ärztekammer
österreichweit die Ausbildung der angehenden Ärzte evaluieren. Durch
diese bundesweite Bewertung wird es möglich sein, künftig auch
länderspezifische Unterschiede aufzuzeigen."

Die Zukunft liegt in der Ausbildung

"Die Zukunft der Qualität unserer Medizin liegt in der
Ausbildungsqualität für unsere Ärztinnen und Ärzte. Ich habe große
Hochachtung vor denjenigen, die trotz belastender Routinetätigkeit
überdurchschnittliches Engagement bei der Vermittlung medizinischen
Wissens zum Wohle von uns allen zeigen", meinte Präsident Dr. Reisner
abschließend.

Rückfragehinweis:
Pressestelle der Ärztekammer für Niederösterreich
Mag. Birgit Jung
Tel.: 01/53 751-623
mailto:[email protected]
www.arztnoe.at

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