OTS0071   31. Jan. 2012, 09:55

Gerten aus Bundesforste-Wäldern für Spanische Hofreitschule

Gerten aus Birkenzweigen sind Jahrhunderte alte Tradition


Eine ganz besondere Verwendung finden
dieser Tage Birkenzweige aus den Wäldern der Österreichischen
Bundesforste (ÖBf). Elevinnen und Eleven der Spanischen Hofreitschule
(SRS) waren in den Wienerwald gekommen, um dort - traditionsgemäß -
Birkenzweige zu schneiden. Die zarten, biegsamen Äste finden als
Reitgerten für die Lipizzaner in der Hofreitschule prominente
Verwendung. Georg Erlacher, Vorstandssprecher der Österreichischen
Bundesforste, unterstreicht die Vorzüge der Birke: "Die Zweige sind
schlank und nicht verzweigt. Sie zeichnen sich durch eine hohe
Elastizität aus und sind für diese Nutzung besonders gut geeignet."
Die insgesamt rund 1.500 Reitgerten stammen aus einem Birkenwäldchen
der Österreichischen Bundesforste bei Klausen-Leopoldsdorf im
Wienerwald (Bärengraben). "In der Spanischen Hofreitschule", erklärt
Generaldirektorin Elisabeth Gürtler, "werden ausschließlich Gerten
aus Birkenzweigen verwendet." Dies geht auf eine jahrhundertealte
Tradition zurück. "Wir setzen damit", so Gürtler weiter, "eine
Tradition fort, die bis in das 16. Jahrhundert zurückgeht."

Rohstoff der Natur

Bis heute sind die natürlichen Eigenschaften der Birkenzweige
unübertroffen. "Die Birkengerten", sagt Georg Erlacher nicht ohne
Stolz, "sind ein reines Produkt der Natur. Die Natur "liefert" viele
einzigartige "Rohstoffe", die kaum zu ersetzen sind." Für die
Birkengerten wurden ausschließlich so genannte "Terminaltriebe", also
Haupttriebe, von zumeist jungen, 3- bis 6-jährigen Birken geerntet.
Die Haupttriebe sind gerade gewachsen, haben einen Durchmesser von 1
bis 2 Zentimeter und weisen ausreichend Steifigkeit und Elastizität
auf. Nach dem Schnitt werden die Seitentriebe entfernt, die Zweige
gebündelt und mehrere Monate getrocknet, bevor sie als Gerten
verwendet werden können. Vor Gebrauch werden die Gerten einen Tag
lang ins Wasser gelegt, um die Haltbarkeit zu verlängern.
Birkenzweige gelten im Allgemeinen als sehr widerstandsfähig und
haltbar, seit alters her wird Birkenreisig für Reisigbesen verwendet.
Die Birke ist durch ihre typische helle Borke meist schon von weitem
zu erkennen. Sie ist eine Pionier-Baumart, die sich als erster Baum
auf freien Flächen ansiedelt und auch unter widrigen Bedingungen
meist mühelos große Verbreitung findet.

Pressefotos unter www.bundesforste.at

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OTS0071 2012-01-31 09:55 310955 Jän 12 OBF0001 0346



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