• 30.01.2012, 17:00:32
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"KURIER"-Kommentar von Michael Bachner "Flucht nach vorne"

Das Jobpaket des Brüsseler EU-Gipfels ist nicht mehr als eine Ablenkungsaktion.

Wien (OTS) - Fast zehn EU-Gipfel beschäftigten sich im Vorjahr mit
der Schuldenkrise. Sieben Regierungschefs, die das Euro-Schlamassel
nicht in den Griff bekamen, mussten den Hut nehmen. Durch den
Rundumschlag der Ratingagenturen spitzt sich die Krise heuer noch zu.
Griechenland ist nur die Spitze des Eisberges.
Umso verblüffender sind Marketing- und PR-Aktionen, wie das "neue"
Wachstumspaket vom montäglichen EU-Gipfel (siehe Seite 9). Noch nicht
abgerufene Milliarden aus dem EU-Struktur- bzw. Sozialfonds werden
neu zusammengekratzt und im Kampf gegen die Krise eingesetzt. Die
Gelder aus diesen EU-Töpfen waren von Anfang an für Wachstum und
Beschäftigung zweckgewidmet.
In Wirklichkeit lenken die EU-Chefitäten nur von der entscheidenden
Frage ab: Wie kann man Griechenland möglichst sanft, also ohne
Kollateralschaden für alle anderen Euro-Länder pleitegehen lassen.
Denn immer neue Milliarden von Deutschland zu verlangen, den
EU-Zahlmeister aber gleichzeitig mit alten Nazi-Reflexen zu pflanzen
- dieses Spiel wird sich Berlin verständlicherweise nicht auf Dauer
gefallen lassen. Auch in Wiener Regierungskreisen dürfte bald klar
werden, dass das griechische Fass keinen Boden hat.

Rückfragehinweis:
KURIER, Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
mailto:[email protected]
www.kurier.at

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