- 28.01.2012, 12:12:01
- /
- OTS0028 OTW0028
Abentung: "Neiddebatte nicht auf dem Rücken von Bauernkindern führen"
Bauernkinder erhalten Studienbeihilfe, weil bäuerliche Einkommen niedrig sind
Wien, 28. Jänner 2012 (OTS) "Es ist überzogen und der aktuellen
Nervosität geschuldet, wenn die Neiddebatte jetzt auf die
studierenden Kinder der Bauernfamilien ausgedehnt wird", weist
Bauernbund-Direktor Johannes Abentung die Darstellungen der AK
zurück, wonach zu viele Bauernkinder Studienbeihilfe beziehen. Wenn
in einem Land wie Österreich, das von der OECD permanent auf seine
geringe Akademiker-Quote hingewiesen wird, "Kinder aus
Bauernfamilien am hohen Bildungsstandard teilhaben, dann ist dies
sicher kein Grund für Parteipolemik", relativiert Abentung ferner,
dass 2.790 Studienbeihilfebeziehern insgesamt 350.000 Studierende
an österreichischen Hochschulen, Privatunis und Fachhochschulen
gegenüberstehen. "Bauernkinder, die Studienbeihilfe bekommen,
machen weniger als ein Prozent der Gesamtstudierenden aus.
Insgesamt beziehen in Österreich rund 50.000 Studierende Beihilfen
oder Stipendien – rund fünf Prozent davon sind bäuerlicher
Herkunft", verweist der Bauernbund-Direktor auf die Größenordnung.
Einkommen überdurchschnittlich niedrig, seit EU-Beitritt nicht
inflationsangepasst
Die Einkommen und Pensionen der Bauern rangieren nach wie vor
am untersten Ende der Skala, die Ausgleichszahlungen wurden seit
dem EU-Beitritt nicht der Inflation angepasst und haben 32 Prozent
an Wert eingebüßt. "Wenn Kindern aus bäuerlichen Familien
Studienbeihilfe ausbezahlt wird, dann deshalb, weil die Einkommen
so gering sind", stellt Abentung klar, dass viele Landwirte so
wenig verdienen, dass sie wie 2,4 Millionen Österreicher unter die
Einkommenssteuergrenze fallen. Demnach hätten bäuerliche Betriebe
im Vorjahr 2011 durchschnittlich rund 21.000 Euro verdient. "Ein
Einkommen, das sich Bauer und Bäuerin in der Regel noch teilen
müssen", weist der Bauernbund-Direktor auf die Realität in den
Bauernhaushalten hin. "Dass studierende Bauernkinder angesichts
dieser Zahlen zu einem Politikum werden, ist sicher
unverhältnismäßig", ersucht Bauernbund-Direktor Johannes Abentung
um Mäßigung in der laufenden politischen Debatte.
Rückfragehinweis: Mag. Andrea Salzburger
Bauernbund Österreich, Brucknerstraße 6/3, 1040 Wien,
www.bauernbund.at, [email protected],
Tel.: +43 1 5058173-28, Mobil: +43 699 1810 1805
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NVP






