OTS0168   27. Jan. 2012, 12:43

Industrie zu Budgeterfolg: Eindrucksvoller Beleg für Beitrag der Unternehmen

IV-GS Neumayer: Österreich benötigt kluges Zurückführen der Ausgaben, um in die Zukunft investieren zu können - Weitere Belastungen für Betriebe kosten Arbeitsplätze


Als "eindrucksvollen Beleg für den Beitrag der
Unternehmen zum Gemeinwohl" bezeichnete der Generalsekretär der
Industriellenvereinigung (IV) Mag. Christoph Neumayer heute, Freitag,
die aktuellen Zahlen zum Budgeterfolg 2011. "Die Leistungskraft der
heimischen Industrie, die 2011 noch gute Konjunktur sowie das
niedrige Zinsniveau haben uns diese erfreulichen Zahlen beschert.
Darauf auch in Zukunft zu hoffen und Reformbemühungen zu lockern,
wäre jedoch verantwortungslos. Das strukturelle, konjunkturbereinigte
Defizit hat sich auch 2011 nicht reduziert", so Neumayer. "Die
Unternehmen haben mit über 1,1 Milliarden Euro mehr an den Fiskus
abgeliefert als im Voranschlag für 2011 erwartet. Allein die
KöSt-Einnahmen sind um fast 14 Prozent gestiegen, die KESt auf
Dividenden sogar um fast 16 Prozent. Um weiter gut wirtschaften zu
können, brauchen die Betriebe aber Luft zum Atmen, weitere
Belastungen kosten Wettbewerbsfähigkeit und damit Arbeitsplätze.
Insgesamt sind wir einer der wenigen Staaten in Europa, die 2012 noch
die Chance auf geringes Wachstum haben. Dieses zarte Pflänzchen
dürfen wir nicht durch eine Steuerlawine überdecken lassen", betonte
der IV-Generalsekretär.

"Österreich benötigt ein kluges Zurückführen der Ausgaben, um in
die Zukunft investieren zu können. Eine Erhöhung der
Arbeitszusatzkosten, wie dies vielerorts diskutiert wird, können und
dürfen wir uns in dieser sensiblen konjunkturellen Situation nicht
erlauben. Gerade jetzt ist es besonders wichtig, den Faktor Arbeit
nicht durch Lohnnebenkostenerhöhungen unnötig zu verteuern", so der
IV-Generalsekretär. Deshalb sei jede weitere Steuerbelastung Gift für
das Wachstum und damit auch mittelfristig kontraproduktiv für das
übergeordnete Ziel der Budgetkonsolidierung. Durch angemessene
Steuersätze steige das Aufkommen, die Steuermoral sei in Österreich
im internationalen Vergleich sehr hoch. Neumayer verwies auf das
Körperschaftssteuer-Aufkommen, welches seit der Senkung des
Steuersatzes von 34 auf 25 Prozent im Jahr 2005 um 20 Prozent
gestiegen sei. Bei einer Erhöhung der KöSt um 100 Millionen Euro,
etwa durch einen Wegfall der Gruppenbesteuerung, würden dem Fiskus
laut IHS mittelfristig nur weniger als 40 Millionen Euro verbleiben,
dafür aber die internationalen Headquarter in Österreich und
österreichische Zukunftsinvestitionen im Ausland verringern. "Mit
noch weiteren Steuererhöhungen in einem Höchststeuerland kann man
dauerhaft kein Budget sanieren und keine Zukunftsabsicherung
betreiben. Das ist kein seriöser Politikansatz. Darüber hinaus kann
es sich der Industrie- und Arbeitsstandort Österreich nicht leisten,
für international agierende Unternehmen sowie Fach- und
Führungskräfte unattraktiv zu sein und gute Leute durch zu hohe
Steuern abzuschrecken", erklärte Neumayer.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0168 2012-01-27 12:43 271243 Jän 12 NPI0002 0415



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