OTS0096   27. Jan. 2012, 11:11

AK-Studie zeigt: Enorme Schulkosten gefährden Bildungszugang "Schulen müssen Gegenstrategien entwickeln!"


Die AK Oberösterreich schlägt Alarm: Eine von ihr in
Auftrag gegebene Studie zeigt, dass überbordende Schulkosten viele
Familien massiv belasten und die soziale Ungleichheit beim
Bildungszugang verstärken. Rund 60 Prozent der Eltern geben über
1.500 Euro pro Jahr für den Schulbesuch ihrer Kinder aus! "Es genügt
nicht, die Schulbeihilfen zu reformieren", sagt AK-Präsident Dr.
Johann Kalliauer. "Die Schulen müssen gemeinsam mit den Eltern
Strategien zur Kostensenkung entwickeln!"

Für öffentliche Schulen ist in Österreich die Schulgeldfreiheit
gesetzlich verankert. Trotzdem kostet der Schulbesuch beträchtliche
Summen. Nun liefert eine von der AK Oberösterreich beauftragte Studie
erstmals fundierte Aussagen zur Höhe der Schulkosten: Das Institut
für Berufs- und Erwachsenenbildungsforschung (IBE) führte im
Schuljahr 2010/11 in mehreren Wellen eine Online-Erhebung mit
insgesamt mehr als 3.000 befragten Müttern und Vätern durch.

Oberösterreichs Eltern geben pro Schuljahr durchschnittlich rund
2.500 Euro für den Schulbesuch ihrer Kinder aus. Für das einzelne
Schulkind fallen jährliche Kosten von rund 1.350 Euro an. Die Höhe
der Jahresschulkosten variiert stark nach Schulstufe und Schultyp.
Die größten "Schulkostentreiber" sind die Schulveranstaltungen sowie
Ausgaben für Schulmaterialien, wobei hier oft viele kleinere Beträge
zu hohen Gesamtsummen führen. Andere Kosten - wie für private
Nachhilfe und Nachmittagsbetreuung - betreffen zwar nur einen Teil
der Eltern, diesen aber stark.

Eltern begegnen der Schulkostenflut durch striktes Sparen in allen
Bereichen, Überstunden, Teilnahmeverzicht (z.B. Schikurse) und
kostenbewusste Einkäufe. Trotzdem scheitern Bildungskarrieren an den
finanziellen Möglichkeiten. "Dass Kinder aus weniger wohlhabenden
Familien von Bildung ausgesperrt oder benachteiligt werden, dürfen
wir nicht hinnehmen!", betont der AK-Präsident.

Der AK-Präsident will die politischen Entscheidungsträger in die
Verantwortung nehmen und schlägt folgende Maßnahmen zur Senkung der
Schulkosten vor:

- Die zentrale Forderung ist die Einführung einer
flächendeckenden, gebührenfreien ganztägigen Schule. Die
Halbtagsschule übernimmt zu wenig Verantwortung für die
Lernergebnisse der Kinder. Attraktive ganztägige Schulformen können -
wenn in der Schule mehr geübt und gefördert wird - teure
Privatnachhilfe eindämmen. Und die Ganztagsschule hebt auch die
Kosten für Nachmittagsbetreuung auf.

- Schulveranstaltungen sind der "Schulkostentreiber" schlechthin:
Wenn Schulveranstaltungen einen nachweislichen Nutzen für die Kinder
haben (z.B. mehr Lernerfolg, interkulturelle Erfahrungen), sollten
sie generell gratis im Rahmen des Normalunterrichts angeboten werden.
Viele Eltern können sich dann hunderte Euro pro Schuljahr sparen.

- Die Schulbeihilfen müssen sozial gerechter werden: Derzeit
werden Selbständige und Landwirte massiv bevorzugt. Wir brauchen die
Schulbeihilfe schon ab der 9. Schulstufe sowie eine jährliche
Wertsicherung.

- Die Schulen können den Eltern auch viel Geld sparen, wenn die
Material-Anforderungen der Schule bescheidener und die Organisation
effizienter werden. Die Devise muss lauten: mehr Transparenz,
Vorgaben mit Augenmaß und mehr Mitbestimmung.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0096 2012-01-27 11:11 271111 Jän 12 AKO0001 0441



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