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Mitterlehner/Berlakovich: Neue Förderoffensive für thermische Sanierung startet am 1. Februar

100 Millionen Euro forcieren Energiesparen, Klimaschutz, Wachstum und Arbeitsplätze - Neuer Bonus für Sanierung denkmalgeschützter Gebäude und Öko-Dämmstoff-Einsatz

Wien (OTS/BMWFJ) - Wirtschafts- und Energieminister Reinhold Mitterlehner und Umweltminister Nikolaus Berlakovich haben am Freitag in einer Pressekonferenz die neue Förderoffensive für die thermische Sanierung mit einem Volumen von 100 Millionen Euro präsentiert. Für den privaten Wohnbau stehen 2012 erneut 70 Millionen Euro zur Verfügung, für Betriebe 30 Millionen Euro. "Die thermische Sanierung schafft eine Win-Win-Win-Situation für Umwelt, Wirtschaft und Hausbesitzer. Der Treibhausgas-Ausstoß sinkt, es entstehen tausende Green Jobs und auch die Wohnenden profitieren durch mehr Lebensqualität und geringere Heizkosten", so Berlakovich und Mitterlehner unter Verweis auf die Ziele der Energiestrategie Österreich.

"Allein im Vorjahr haben wir mit einem Fördervolumen von 100 Millionen Euro Investitionen von rund 860 Millionen Euro ausgelöst und rund 12.500 Arbeitsplätze gesichert und geschaffen", sagte Mitterlehner. "Jeder investierte Euro hilft beim Energiesparen und schafft einen Mehrwert für Wachstum und Beschäftigung. Der Sanierungsscheck ist daher eine effiziente und richtig dimensionierte Zukunftsinvestition mit starken Konjunktureffekten", sagte Mitterlehner.

"Mit den 2011 genehmigten Projekten wird auch ein beachtlicher Umwelteffekt erreicht - eine Einsparung von insgesamt 4,4 Millionen Tonnen CO2. Drei Viertel davon entfallen auf private Haushalte, ein Viertel auf Betriebsgebäude. Derartig sinnvolle Investitionen wollen wir auch 2012 ermöglichen - im Sinne von Ökologie und Ökonomie. Energie sparen, heißt Geld und CO2 sparen. Jedes sanierte Haus ist ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Energieautarkie Österreichs", unterstrich Berlakovich.

Neue Förderanträge stehen schon ab dem 1. Februar zur Verfügung und können ab dem 20. Februar direkt bei den Banken und Bausparkassen eingereicht werden. Für umfassende thermische Sanierungen von über 20 Jahre alten Gebäuden werden Zuschüsse von bis zu 5.000 Euro vergeben. Dazu kommen mögliche Zuschüsse von bis zu 1.500 Euro für die Umstellung auf umweltfreundliche Heizsysteme. "Je umfangreicher die Sanierung, desto höher ist der Zuschuss", erläuterten Mitterlehner und Berlakovich. Teilsanierungen werden mit bis zu 3.000 Euro unterstützt, wenn der Heizwärmebedarf um mindestens 30 Prozent verringert wird. Neu ist, dass 2012 auch bei Teilsanierungen mit einer 20-prozentigen Energieeinsparung eine Förderung von 2.000 Euro gewährt wird. Damit sollen auch Sanierungen, die in Etappen durchgeführt werden (zum Beispiel in einem Jahr nur die Fenster, nach zwei Jahren die Wärmedämmung) unterstützt werden. Die Verbesserung der Energieeffizienz ist jeweils via Energieausweis darzustellen.

Bonus für Öko-Dämmstoffe und denkmalgeschützte Gebäude

Auf Initiative von Berlakovich und Mitterlehner wurden in den Förderrichtlinien neue Boni verankert: Bei der Verwendung von Öko-Dämmstoffen (aus nachwachsenden Rohstoffen oder mit Umweltzeichen) gibt es einen Bonus von 500 Euro. Für die Sanierung denkmalgeschützter Gebäude können zusätzlich 2.000 Euro abgeholt werden. Bei entsprechenden Teilsanierungen braucht es keinen Energieausweis, sondern genügt eine Bestätigung des Bundesdenkmalamtes über die "Vertretbarkeit" der Maßnahme. Ein Energieausweis ist hier nur bei umfassenden Sanierungen vorzulegen. Der Zuschuss dafür beträgt dann 7.000 Euro. "Bei gleichzeitiger Heizungsumstellung (+1.500 Euro) und Verwendung ökologischer Baustoffe (+500 Euro) kann die Förderhöhe auf 9.000 Euro bzw. maximal 20 Prozent der Investitionskosten steigen", unterstrich Berlakovich. "Mit der Ausweitung auf denkmalgeschützte Gebäude können wir einen Beitrag zur Revitalisierung der alten Bausubstanz in Ortskernen leisten. Damit erreichen wir gerade in den Regionen einen Wertschöpfungseffekt", so Mitterlehner.

Erleichterungen für Sanierer im mehrgeschossigen Wohnbau

Neu sind auch zusätzliche Erleichterungen für Sanierer im mehrgeschossigen Wohnbau. 2011 musste für eine Gesamtsanierung ein einstimmiger Eigentümer-Beschluss vorliegen, um in den Genuss der Förderung zu kommen. Künftig wird auch ein Mehrheitsbeschluss ausreichen, sobald dieser nicht mehr rechtlich anfechtbar ist. Darüber hinaus sinkt die Mindestanforderung bei Teilsanierungen von 15 auf zehn Prozent Energieeinsparung, was die Förderbarkeit des alleinigen Fenstertausches erleichtert.

Für Mieter in mehrgeschossigen Wohnbauten gilt folgende Neuregelung: Bei einer Generalsanierung kann durch Abschluss einer Sanierungsvereinbarung zwischen dem Vermieter und allen Mietern die damit üblicherweise verbundene befristete Erhöhung des Mietzinses (meist zehn Jahre) durch die Förderung verringert werden. Der Vermieter bekommt die Förderung überwiesen und hat dafür zu sorgen, dass diese in der Berechnung der Miethöhe den Mietern zugutekommt. Damit sollen Vorzieheffekte bei Sanierungen im mehrgeschossigen Wohnbau ausgelöst werden, auch wenn die Mietzinsreserve allein nicht für eine Generalsanierung ausreichen würde. Bisher konnten Mieter nur beim Fenstertausch von der Förderung profitieren, aber nicht bei einer Gesamtsanierung.

Bilanz: Nachhaltige Effekte durch richtig dimensionierte Förderaktion 2011

Die Vorjahresbilanz mit einem Investitionsvolumen von insgesamt 860 Millionen Euro verdeutlicht die nachhaltigen Effekte der Initiative: Allein mit den 70 Millionen Euro für den Privaten Wohnbau wurden rund 17.500 Häuser und Wohnungen saniert und Investitionen von rund 690 Millionen Euro ausgelöst. Angesichts dieser Hebelwirkung hat jeder Fördereuro zehn Euro an Investitionen gebracht. Die durchschnittliche Investitionssumme lag 2009 noch bei 33.500 Euro, 2011 aber schon um 20 Prozent höher bei rund 40.000 Euro, so Mitterlehner. Darüber hinaus können mit den 30 Millionen für Unternehmen 800 Betriebsgebäude saniert werden, was Investitionen von 170 Millionen Euro bringt.

"Besonders positiv ist, dass bereits zwei Drittel der Projekte Gesamtsanierungen sind", zeigte sich Berlakovich über den Erfolg der Aktion erfreut. Um die dafür nötige Energiekennzahl zu erreichen, müssen im Regelfall nicht nur die Fenster getauscht, sondern auch die Außenhülle oder die Geschoßdecken gedämmt werden. Dazu kommt, dass der Anteil der Mieter oder Eigentümer, die ihre Wohnungen in einem Mehrparteienhaus saniert haben, durch erleichterte Förderkriterien auf 28 Prozent an den beantragten Förderungen gestiegen ist.

Förderungen für Unternehmen richten sich nach Sanierungsqualität

Unternehmen können ihre Förderanträge ab 20. Februar online bei der KPC-Kommunalkredit Public Consulting (www.publicconsulting.at) stellen. Die Förderung für Sanierungen von über 20 Jahre alten Gebäuden (bisher mindestens 10) beträgt bis zu 35 Prozent der förderfähigen Kosten. Die Höhe der Auszahlungen orientiert sich an der Sanierungsqualität und dem sinkenden Heizwärme- und Kühlbedarf. Einen Zuschlag gibt es für die Kombination von Sanierungsmaßnahmen mit technischen Verbesserungen zur effizienteren Nutzung von Energie.

Alle Details zur Förderoffensive gibt es ab dem 1. Februar auf der Webseite http://www.sanierungsscheck2012.at/

Rückfragehinweis:

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