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OTS0076   27. Jan. 2012, 10:49

Inklusion bedeutet selbstbestimmt zu leben - auch mit schweren Behinderungen, so der Tenor bei der HABIT Fachtagung


HABIT Fachtagung Inklusion für alle! vergrößern

BILD zu OTS - v.l.n.r. Mag. Gabriele Hetzmannseder, MBA (Geschäftsführerin HABIT), Univ.-Prof. Dr. Andreas Fröhlich, Elisabeth Pohl (HABIT), Wolfgang Waldmüller (Geschäftsführer HABIT) bei der HABIT Fachtagung im Studio 44.

Wie lässt sich intensive Betreuung und Begleitung von
Menschen mit schwerer intellektueller und Mehrfachbehinderung mit
selbstbestimmtem Leben und Wahlfreiheit vereinbaren? Wie können wir
die Umsetzung der UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit
Behinderung auch für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf
gewährleisten? Diese Fragen beantworteten ExpertInnen wie Professor
Dr. Andreas Fröhlich gestern, Donnerstag, bei der HABIT Fachtagung
"Inklusion für alle!" im Studio 44 der Österreichischen Lotterien.
Die Referenten stellten den rund 300 TeilnehmerInnen Konzepte,
Methoden und Best Practice Beispiele vor.

Akzeptieren, dass Menschen verschieden sind
"Über die Inklusion von Menschen mit Behinderung soll auch eine
Erneuerung der Gesellschaft erreicht werden", erläuterte der deutsche
Univ.-Prof. Dr. Andreas Fröhlich, der das Konzept der Basalen
Stimulation entwickelt hat. Es gehe darum, sich intensive Gedanken
darüber zu machen, wie man auch mit speziellen Einschränkungen und
Möglichkeiten sein eigenes Leben leben kann, so Andreas Fröhlich:
"Wir müssen akzeptieren, dass Menschen verschieden sind. Und im
Basalen Tageszentrum von HABIT habe ich gesehen, dass ein
Zusammenleben möglich ist." In 14 vollbetreuten Wohngemeinschaften
und vier Basalen Tageszentren in Wien und Niederösterreich schafft
das "Haus der Barmherzigkeit Integrationsteam" (HABIT) barrierefreien
Lebensraum für rund 260 Menschen mit basalem Unterstützungsbedarf.
Basale Stimulation wird nicht nur bei HABIT sondern in zahlreichen
Betreuungs- und Pflegeeinrichtungen eingesetzt und hat das Ziel,
schwer mehrfachbehinderten Menschen den eigenen Körper und die
unmittelbare Umgebung über verschiedene Wahrnehmungsbereiche
erfahrbar zu machen, und Kommunikation zu ermöglichen.

UN-Konvention in Österreich noch nicht erfüllt
HABIT beweist seit 10 Jahren, dass auch für behinderte Menschen mit
hoher Pflegebedürftigkeit Leben in familienähnlichen
Wohngemeinschaften möglich ist. Leider ist dieses Wohnangebot in
Österreich noch kein Standard: Wie Mag. Tobias Buchner von der
Universität Wien ausführte, decken in Österreich Einrichtungen mit
über 100 BewohnerInnen, immer noch 25% des Wohnangebotes für Menschen
mit schweren Behinderungen ab. Großeinrichtungen stehen im deutlichen
Widerspruch zum Inklusionsgebot der UN-Konvention. Hier wird es in
den nächsten Jahren zu einem Umdenken kommen müssen.
Deinstitutionalisierungsprojekte wie HABIT können hier einen Weg in
die Zukunft weisen.

ReferentInnen der HABIT Fachtagung
Bei der HABIT Fachtagung referierten Univ.-Prof. Dr. Andreas
Fröhlich, Menschenrechtsexpertin Mag.a Marianne Schulze, Mag. Tobias
Buchner vom Institut für Bildungswissenschaften der Universität Wien,
Mag.a Elisabeth Tschann vom IFS Vorarlberg sowie
HABIT-Geschäftsführerin Mag.a Gabriele Hetzmannseder, MBA, die
gemeinsam mit KlientInnen und MitarbeiterInnen das Konzept der
gemeinwesenintegrierten Wohngemeinschaften und Basalen Tageszentren
von HABIT vorstellte. Am Podium diskutierten außerdem Heinrich
Fehling, Leben Pur München, Anita Bauer, Fonds Soziales Wien, Sylvia
Zagler, Selbstvertreterin, Dr. Hansjörg Hofer, Anwalt für
Gleichbehandlungsfragen und Wolfgang Waldmüller, Geschäftsführer von
HABIT. Für Moderation und Rahmenprogramm zeichneten Mag. Thomas
Schweinschwaller und Daniel Morelli verantwortlich.

Die Österreichischen Lotterien, Gesiba und Miele unterstützten die
HABIT Fachtagung.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0076 2012-01-27 10:49 271049 Jän 12 HDB0001 0461



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