• 27.01.2012, 10:47:34
  • /
  • OTS0074 OTW0074

Nahrungskrise in Westafrika: Zehn Millionen Menschen bedroht

CARE: Gebergemeinschaft muss sofort handeln / Jedes zweite Kind im Niger bereits mangelernährt

Wien /Niamey (OTS) - Über zehn Millionen Menschen sind in der
Sahelzone von einer Hungerkrise bedroht, warnt die Hilfsorganisation
CARE. Nach Missernten in Folge von unregelmäßigen Regenfällen und
Insektenplagen haben die Regierungen von Niger, Mali und Tschad um
internationale Hilfe gebeten. Allein im Niger sind 5,4 Millionen
Menschen von Hunger bedroht, mindestens 1,3 Millionen benötigen
unmittelbare Nahrungsmittelhilfe. Am 18. Jänner kündigte die
Europäische Kommission eine Verdoppelung ihrer humanitären Hilfe für
die Region an, nun ruft CARE die Gebergemeinschaft auf, diesem
Beispiel zu folgen.

"Einige Familien nehmen bereits jetzt nur noch eine Mahlzeit am Tag
zu sich, meist verwässerten Hirsebrei", berichtet Johannes Schoors,
Leiter des CARE-Länderbüros im Niger. "In einem normalen Jahr beginnt
die so genannte "Hunger-Jahreszeit" erst im April oder Mai, aber
heuer ist sie schon da." Der Höhepunkt der Krise wird im März
erwartet, doch in einigen Regionen sind die Nahrungsvorräte bereits
jetzt aufgebraucht. Viehzüchter müssen ihre Tiere und anderen Besitz
verkaufen, um sich Lebensmittel leisten zu können. Doch ohne
Nutztiere verlieren die Menschen ihre Nahrungsgrundlage. Die Folge:
Mehr Kinder leiden unter Mangelernährung und Wachstumsstörungen.
Schon heute ist jedes zweite Kind im Niger chronisch mangelernährt.

Die immer häufiger aufeinanderfolgenden Dürren zeigen laut CARE
deutlich die Notwendigkeit, zunehmend in Vorsorgemaßnahmen zu
investieren, um Menschenleben zu retten und die - viel teurere -
akute Katastrophenhilfe zu vermeiden. Erfahrungen aus der
Nahrungskrise 2005 machten deutlich: Es kostete weniger als einen
Euro, Mangelernährung bei Kindern mit Vorsorgeprogrammen zu
verhindern. Die Behandlung akut vom Hunger betroffener Kinder zum
Höhepunkt der Krise kostete über 60 Euro.

CARE hat bereits im vergangenen Oktober damit begonnen,
Frühwarnsysteme einzurichten und laufende Programme aufzustocken, um
der Nahrungsmittelknappheit vorzubeugen. Die Hilfsmaßnahmen umfassen
u.a. Bargeldauszahlungen, Schulspeisungen sowie die Verteilung von
Nahrung, Wasser und Tierfutter. Zudem stärkt CARE bestehende
"Kornbanken". Seit Jahren arbeitet die Hilfsorganisation daran, die
Widerstandskräfte der Menschen zu stärken: Gemeinschaftsgärten und
Kleinspargruppen helfen, Reserven zu bilden.

"Wir wissen, was funktioniert, aber die Hilfe muss so schnell wie
möglich ausgeweitet werden, es gibt keine Zeit zu verlieren", so CARE
Österreich-Geschäftsführerin Andrea Wagner-Hager. "Die Situation
verschlimmert sich von Tag zu Tag. Je länger wir warten, desto mehr
Leben werden gefährdet und desto teurer wird die Hilfe."

Achtung Redaktionen: Gern arrangieren wir Interviews mit
CARE-MitarbeiterInnen in der Krisenregion bzw. stellen Ihnen gratis
Fotos zur Verfügung.

Who cares? Gemeinsam gegen Hunger. Weltweit.
Helfen auch Sie mit: PSK 1.236.000, BLZ 60.000,
SMS mit Spendenbetrag an 0676 800 7020
www.care.at

Rückfragehinweis:

CARE Österreich
   Mag. Angelika Gerstacker
   Referentin für Presse, Medien & Anwaltschaft
   Tel.: ++43-1-7150715-52, 0664-88731425
   mailto:[email protected]
   www.care.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | CAO

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel