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OTS0069   27. Jan. 2012, 10:43

Bures setzt Forschungs-Schwerpunkt auf Intelligente Produktion

"Sichert Industriestandort Österreich und Arbeitsplätze im Land" - IWI-Studie: Industrieunternehmen wollen F&E-Ausgaben steigern


Infrastrukturministerin Doris Bures setzt in
der Forschungsförderung noch stärker als bisher auf
Produktionstechnologien. Die im Vorjahr gestartete FTI-Initiative
"Intelligente Produktion" wurde von der Industrie außerordentlich gut
aufgenommen. Deshalb erhöht die Ministerin im laufenden Jahr die
Mittel dafür von 50 auf 70 Millionen Euro. "Jeder fünfte Euro, der in
Österreich erwirtschaftet wird, hängt an der Sachgüterindustrie mit
30.000 Unternehmen und 644.000 Beschäftigten. Jeder fünfte
Arbeitsplatz ist einer in der Sachgütererzeugung", begründet Bures
ihre Schwerpunktsetzung. "Knappe Budgets erfordern Konzentration auf
das Wesentliche. Wir investieren deshalb ganz gezielt in
Produktionstechnologien, weil wir wollen, dass die Sachgütererzeugung
in Österreich Zukunft hat. Ganz kurz gesagt: Wir wollen Produktion
und Arbeitsplätze im Land halten." ****

"Hightech Produktion ohne intensive Forschung nicht denkbar"

Diese Schwerpunktsetzung von Ministerin Bures wird von den
Unternehmen nachdrücklich unterstützt. So betont Christoph
Hinteregger, Technischer Direktor und Mitglied der Geschäftsleitung
von Doppelmayr Seilbahnen, dazu: "Wir sind mit Seilbahnen weltweit
deshalb erfolgreich, weil wir unsere Fertigung auf die Anforderungen
der komplexen und anspruchsvollen Bauteile ausgerichtet haben und
permanent die effizientesten Produktionstechnologien hier in
Österreich anwenden. Die vom BMVIT initiierte FTI-Initiative
Intelligente Produktion unterstützt unsere Ausrichtung optimal."

Der Forschungsleiter der voestalpine, Peter Schwab, sagt, dass das
Forschungsprogramm Intelligente Produktion "auf ein Kernthema unserer
Zeit zielt, weil Produktion der Schlüssel zum Wohlstand in
Österreich" sei: "Die Forschung an den Produktionstechnologien zeigt
einen vielfachen Nutzen. Unmittelbarer Nutznießer einer Intelligenten
Produktion ist die Umwelt, weil moderne Prozesse energie- und
ressourceneffizienter sind. Außerdem lassen sich Hightech-Stähle im
höchsten Qualitätssegment nur mit einem tiefen Verständnis der
Produktionsprozesse herstellen. Und um Innovationen rasch auf den
Markt bringen zu können, muss schon in der Produktentwicklung das
Prozess-Know-how einfließen. Eine Hightech-Produktion ohne intensive
Forschung ist nicht denkbar."

Eine aktuell laufende Studie des Industriewissenschaftlichen
Instituts (IWI) über den F&E-Bedarf produzierender Betriebe in
Österreich (Elektro- und Elektronikindustrie, Maschinen- und
Metallwarenindustrie) zeigt in ihren ersten Ergebnissen die
Bereitschaft der Unternehmen zur Innovation. Die Erhebung ist
repräsentativ, die Umfrage wurde in den Monaten Dezember 2011 und
Jänner 2012 im Auftrag vom bmvit gemeinsam mit den Fachverbänden der
Maschinen- und Metallwarenindustrie und der Elektro- und
Elektronikindustrie durchgeführt.

Die Ergebnisse im Überblick:

* Trotz schwieriger gesamtwirtschaftlicher Lage planen 58 Prozent der
Unternehmen, ihre Forschungs- und Entwicklungstätigkeit signifikant
zu steigern. Im Sample befinden sich u.a. wichtige österreichische
Leitbetriebe.
* Die Unternehmen wollen nicht nur ihre eigene Forschung steigern,
sondern auch die Auftragsforschung (Aufträge an externe Partner, wie
Universitäten, Fachhochschulen, außeruniversitäre
Forschungseinrichtungen): 52 Prozent der Betriebe wollen signifikant
mehr Forschungsaufträge vergeben.
* Die Unternehmen wollen dabei verstärkt das Angebot der
Forschungsförderung nutzen: 40 Prozent der Unternehmen geben an, dass
sie ihre Teilnahme an Förderprogrammen intensivieren werden.

Infrastrukturministerin Bures sieht darin auch eine Bestätigung für
die Schwerpunktsetzung ihres Ressorts. Wesentlich ist ihr das
gemeinsame Vorgehen von öffentlicher Hand und Unternehmen. Gerade die
Produktion stehe voll im globalen Wettbewerb. Bures: "Wir wollen uns
an diesem Wettbewerb nicht mit Niedriglöhnen, sondern mit
Hochtechnologie beteiligen. Das braucht permanente Innovation, sowohl
bei den Produkten als auch bei den Produktionstechnologien." Anders
als viele andere Länder habe Österreich nach wie vor eine starke
Industrie, "und wir wollen, dass das so bleibt", betont die
Ministerin.

Eine Imas-Umfrage von vergangenen Dezember zeigt übrigens, dass das
die ÖsterreicherInnen mit großer Mehrheit genauso sehen. Auf die
Frage "Wovon wird es Ihrer Meinung nach abhängen, ob es Österreich in
Zukunft gut geht?", bekommt die Antwort "Eine starke österreichische
Industrie behalten" mit 62 Prozent die meiste Zustimmung, auf Platz 4
im Ranking (57 Prozent): "Abwandern österreichischer Betriebe ins
Ausland verhindern", und
Platz 7 (46 Prozent): "In Wissenschaft und Technik Hochleistungen
erbringen".

Hintergrund: FTI-Initiative Intelligente Produktion

Produktionstechnologie ist einer der vier großen Schwerpunkte in der
Forschungsförderung des BMVIT, neben Umwelt und Energie, Mobilität
und Verkehr sowie IKT. Im Mittelpunkt steht dabei erstens Sparen bei
den eingesetzten Ressourcen, also produzieren mit weniger Energie,
geringerem Materialeinsatz, kürzeren Produktionszeiten und
intelligenter Lagerung. Zweitens geht es um schnellere
Entwicklungszyklen, was heute entwickelt wird, soll morgen am Markt
sein. Und schließlich werden die Produkteigenschaften im Hinblick auf
Umwelt- und Klimaschutz optimiert, hier geht es um Rohstoffe aus
erneuerbaren Quellen und um Verfahren, die möglichst wenig CO2- und
andere Emissionen verursachen. (Schluss)

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0069 2012-01-27 10:43 271043 Jän 12 NVM0001 0713



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