Vladyka: Echte Vereinbarkeit von Familie und Beruf braucht mehr Kinderbetreuungsmöglichkeiten
Kinder dürfen nicht länger zum Armutsrisiko werden
St. Pölten, (OTS/SPI) - Dem Thema Kinderbetreuung widmete sich der
NÖ Landtag in einer Aktuellen Stunde zum Thema "Vereinbarkeit von
Familie und Beruf - Kleinkinderbetreuung in NÖ" auf Antrag der SPÖ
Niederösterreich. Die Familiensprecherin der SPNÖ, LAbg. Christa
Vladyka, machte in ihrer Wortmeldung deutlich, welche enorme
Bedeutung dem Ausbau der Kinderbetreuung zukommt: "Nur das
Vorhandensein einer wirklich ausreichenden und ausreichend flexiblen
Kinderbetreuung ermöglicht eine echte Wahlfreiheit und ist damit ein
wichtiger Bestandteil für den sozialen Frieden in der Gesellschaft."
Vor allem bei den Kleinkindern gebe es aber massiven Nachholbedarf,
so Vladyka. "Dass wir in Niederösterreich weit von der Erreichung des
Barcelona-Ziels, einer 33%-igen Betreuungsquote für unter 3-Jährige
entfernt sind, beweisen auch die Zahlen der Kindertagesheimstatistik.
Wir liegen in Niederösterreich bei der Betreuung der unter 3-Jährigen
lediglich bei 16,7 % im Jahr 2010. Daher ist die Politik gefragt.
Denn dass in den letzten Jahren schon einiges erreicht wurde, ich
spreche nur die Einführung des Kinderbetreuungsgeldes in 5 Varianten
an, oder die Anstoßfinanzierung für den Ausbau der Kinderbetreuung,
wurde erst durch eine sozialdemokratisch geführte Bundesregierung
möglich. Bei einer dermaßen elementaren Frage für die Zukunft der
Kinder und damit auch die Zukunft unseres Landes müssen wir aber
gemeinsam an einem Strang ziehen", forderte Vladyka ein politisches
Umdenken ein. Zumal eine aktuelle Studie belege, so Vladyka, dass
eine Mehrheit der Eltern sowohl den Ausbau ganztägiger Schulformen
als auch den Ausbau der Kinderbetreuung, als wesentlichen Beitrag zur
Vereinbarkeit von Familie und Beruf sehe. Zudem würden gerade die
Kindergärten auch immer mehr zu wichtigen Bildungseinrichtungen.
Zudem machte Vladyka darauf aufmerksam, dass Kinder in Österreich
noch immer ein Armutsrisiko darstellen: "Es ist erwiesen, dass nach
wie vor Familien mit Kindern, vor allem aber AlleinerzieherInnen
armutsgefährdet sind. Die Quote liegt bei 30 % bei
AlleinerzieherInnen und bei 20 % bei Familien mit drei oder mehr
Kindern. Der Anteil der Sozialleistungen am Einkommen beträgt
zwischen 37 % bei AlleinerzieherInnen und bei 31 % bei Familien mit
drei und mehr Kindern. Durchschnittlich liegt die
Armutsgefährdungsquote bei 11 % und der Anteil der Sozialleistungen
bei 21 % bei allen Haushalten mit Kindern." Dazu kommt, dass gerade
Frauen, die durch fehlende oder nicht ausreichend flexible
Kinderbetreuungseinrichtungen, Probleme beim Wiedereinstieg ins
Berufsleben haben, meist nur Teilzeitstellen finden, weniger
Karrierechancen haben und entsprechend auch mit geringen
Alterspensionen rechnen müssen. "Es gibt viele gute Gründe, warum es
wichtig und richtig ist, die Kinderbetreuung weiter auszubauen, aber
eigentlich keinen einzigen, der dagegen spricht. Denn es geht nicht
um eine Zwangsbeglückung, sondern um eine echte Wahlfreiheit für die
Eltern. Gerade Niederösterreich, das sich so gerne als Familienland
Nummer eins bezeichnet, hat hier großen Nachholbedarf. Diesen gilt es
aufzuholen", so Vladyka abschließend.
(Schluss) kr
Rita Klement
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