OTS0265   26. Jan. 2012, 15:49

AK: Keine Verschlechterungen für Frauen durch vorzeitige Anhebung des Pensionsalters!


Die AK spricht sich gegen die von den
ÖVP-Teilorganisationen geforderte Anhebung des Frauenpensionsalters
ab 2014 aus. Das würde zu einem deutlichen Anstieg der
Frauen-Arbeitslosigkeit führen. Das zeigen auch AMS Prognosen.
Anstatt über neue Verschlechterungen für Frauen im Pensionsrecht zu
diskutieren, soll endlich alles für die Gleichstellung am
Arbeitsmarkt unternommen werden, verlangt die AK den Ausbau von
Kinderbetreuungsangeboten oder etwa Frauenförderpläne in den
Betrieben, um die Einkommensschere zu schließen.

Es muss jetzt bei den Betrieben und Arbeitsbedingungen angesetzt
werden, um die Beschäftigungsfähigkeit zu erhalten, sagt die AK.
Leider haben es ältere ArbeitnehmerInnen besonders schwer, ihren
Arbeitsplatz zu halten oder wieder eine neue Stelle zu finden.
Bereits jetzt besteht aufgrund der EuGH-Judikatur kein Hemmnis mehr
für Frauen, über das Regelpensionsalter von 60 Jahren beschäftigt zu
werden. Der EuGH hat eine Kündigung mit Erreichen des Pensionsalters
als Geschlechterdiskriminierung entschieden.

Das faktische Pensionsalter der Frauen wird bereits durch die
vergangenen Reformen schrittweise angehoben. So kommt es in den
nächsten Jahren zu einem späteren Pensionsantritt bei Frauen. Anstatt
über Benachteiligungen für Frauen durch eine vorzeitige Anhebung des
Pensionsalters zu diskutieren, sollen endlich Anstrengungen für eine
Gleichstellung am Arbeitsmarkt und zur Unterstützung der
Erwerbsbeteiligung von Frauen unternommen werden. Das ist auch der
beste Garant für eine gute Absicherung im Alter. Dazu braucht es:

+ Ausbau von Kinderbetreuungsangeboten und Pflege und Förderung der
partnerschaftlichen Teilung von Betreuungspflichten

+ Chancen auf berufliche Neuorientierung für Beschäftigte in prekären
Jobs

+ Frauenförderpläne in Betrieben zum Schließen der Einkommensschere

+ Anreizmodelle, um die Beschäftigungsmöglichkeiten im Alter und in
den verschiedenen Berufen zu gewährleisten zum Beispiel durch ein
Experience Rating

+ Bessere Absicherung bei Arbeitslosigkeit durch Streichung der
Anrechnung des Partnereinkommens bei der Notstandshilfe.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0265 2012-01-26 15:49 261549 Jän 12 AKW0002 0304



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