OTS0182   26. Jan. 2012, 12:53

MAGIE DER VIELFALT - BILD

Arbeitsausstellung: Das MAK als angewandter Raum der Zukunft


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BILD zu OTS - MAK, Ansicht Stubenring

Mit ungewöhnlichen Methoden verführt die
Arbeitsausstellung "Magie der Vielfalt. Das MAK als angewandter Raum
der Zukunft" zur intensiven Auseinandersetzung mit der Sammlung des
MAK und ihrer Bedeutung für das zeitgenössische kulturelle Schaffen.
Wesentliche Bereiche der MAK-Sammlung werden in einer von Krüger &
Pardeller konzipierten raumgreifenden künstlerischen Intervention in
aktuelle Sinnzusammenhänge gestellt, wobei insbesondere bislang wenig
gezeigte Exponate Impulse für eine prozessorientierte
Neuinterpretation der Sammlung geben.

Als Fortsetzung des Projekts "MAP - Memory and Progress. Das MAK
erforscht seine Zukunft" vertieft "Magie der Vielfalt" die
zukunftsorientierte Auseinandersetzung mit dem Profil und
konzeptuellen Auftrag des MAK. Die KustodInnen des Museums
untersuchen in dieser sammlungsübergreifenden Arbeitspräsentation der
Bereiche angewandte Kunst und Design, Architektur sowie
Gegenwartskunst kulturelle Entwicklungen und thematische Schwerpunkte
in Relation zu Schlüsselwerken der historisch gewachsenen Sammlung.

"Die Funktionen eines Museums haben ebenso viel mit Zukunft zu tun
wie mit Gegenwart und Vergangenheit. Sammeln bedeutet Auswahl für
künftige Generationen. "Magie der Vielfalt" beleuchtet beispielhaft
die Bedeutung kuratorischen Erzählens als zentrales
Kommunikationsmittel des Museums. Dabei nützen wir die von
Kunstgegenständen und ihrer Verknüpfung ausgehende Magie, um neue
Erkenntnisse zu generieren und BesucherInnen zur inhaltlichen
Auseinandersetzung und Diskussion darüber zu verführen", erklärt
MAK-Direktor Christoph Thun-Hohenstein.

Krüger & Pardeller reagieren in einer raumgreifenden
künstlerischen Intervention auf die MAK-Sammlung und ermöglichen
durch ihren Blick von außen neue Perspektiven auf die Sammlung. Sie
verstehen ihre Installationen als Plattformen, auf denen subjektive
und gesellschaftliche Vorstellungen von Form und Ästhetik verhandelt
werden können. Die intensive Zusammenarbeit zwischen den KustodInnen
des MAK und Krüger & Pardeller bei der Entwicklung der erforderlichen
Displays und der Auswahl der gezeigten Objekte führte zu einer
Aufhebung der für Ausstellungen gemeinhin üblichen Trennung zwischen
Produktions- und Präsentationsraum und zu einer Verschmelzung von
künstlerischer und kuratorischer Praxis.

Dieser intensive Diskurs kommt unter anderem in einer zentralen
Intervention der Ausstellung, einer großen, keilförmigen Vitrine, zum
Tragen, in der Objekte aus den Sammlungsbeständen Objekten aus der
Alltagskultur begegnen. In dieser nach Größe und Farbe gegliederten
Anordnung werden gängige museale Ordnungskriterien hinterfragt, es
kommt zu überraschenden Begegnungen über Epochen und geografische
Grenzen hinweg.

Das variable Display "Vision Wheel" ermöglicht eine ästhetisch
fesselnde Nachzeichnung der jeweils spezifischen Entwicklung der neun
Sammlungsbereiche des MAK. Ausgehend von den Sammlungsbeständen,
erzählen die KustodInnen in Text und Bild die jeweils individuelle
Geschichte der Transformation in Bearbeitungstechniken,
Materialforschungen, sowie wissenschaftlichen und
funktionsästhetischen Konzepten im Spiegel eines laufenden
gesellschaftlichen Wandels.

Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung widmet sich dem
historischen Anspruch des MAK, eine Vorbildersammlung zu Zwecken der
Wissensvermittlung und Geschmacksbildung zu entwickeln. Auch heute
noch lässt das basierend auf diesem Konzept generierte
Formenreservoir an Motiven Wissen anklingen, das eine Interpretation
von Kultur ermöglicht. Diese vornehmlich in zweidimensionalen
Vorlagen gespeicherte Information wie sie etwa japanischen
Färbeschablonen oder Textilentwürfen der Wiener Werkstätte zugrunde
liegt oder den Entwurfszeichnungen für Bekleidung, Architektur,
Werkzeug oder Gefäßen entstammt, wurde von Krüger & Pardeller in ein
materielles Ergebnis überführt, das eine körperliche Erfahrung von
Form und Raum, Narration und Referenz ermöglicht.

Ungewöhnliche Bezüge und Fragestellungen werden in der Ausstellung
mit spezifischen Objektkonstellationen aufgegriffen, wie
beispielsweise einer Gegenüberstellung von Werken von Heimo Zobernig
und Koloman Moser: Mit der Skulpturengruppe "Ohne Titel" nahm
Zobernig 2003 explizit Bezug auf einen Kasten, den Koloman Moser im
Jahr 1904 im Rahmen einer von der Wiener Werkstätte ausgeführten
Serie von Möbeln für das Sanatorium Purkersdorf entwickelte. Zobernig
thematisierte damit nicht nur gängige Vorstellungen von
künstlerischer Urheberschaft und Interpretation, sondern auch die
Rolle des Museums als Hort "kulturellen Kapitals" für den sozialen
Austausch.

Anschließend an die Eröffnung der Ausstellung "Magie der Vielfalt"
veranstaltet das MAK ein abendliches Symposium, das den Auftakt zum
Rahmenprogramm zur Ausstellung bildet:

ERÖFFNUNGSVERANSTALTUNG "MUSEUM IM WANDEL"
Auftakt des Rahmenprogramms im Kontext zentraler Fragestellungen zur
Weiterentwicklung des Museums
19.00 Uhr: Gespräch Christoph Thun-Hohenstein (Direktor MAK) -
Wolfgang Kos (Direktor Wien Museum)
20.00 Uhr: Gespräch Markus Schinwald (Künstler) - Michael
Anastassiades (Designer) - Bettina Götz (Architektin)
Moderation: Manisha Jothady (freie Kunstkritikerin)
MAK-Vortragssaal, Weiskirchnerstraße 3, Wien 1

Pressefotos zur Ausstellung stehen unter MAK.at/presse
zum Download bereit.

PRESSEDATEN:
Press Preview: Dienstag, 14. Februar 2012, 10.30 Uhr
Eröffnung : Dienstag, 14. Februar 2012, 18.00 Uhr
Ausstellungsort: MAK-Ausstellungshalle, MAK, Stubenring 5, Wien 1
Ausstellungsdauer: 15. Februar - 25. März 2012
Öffnungszeiten: Di 10.00-22.00 Uhr, Mi-So 10.00-18.00 Uhr.
Jeden Dienstag 18.00-22.00 Uhr Eintritt frei.
Idee der Arbeitsausstellung: Christoph Thun-Hohenstein, Direktor MAK
Künstlerische Intervention: Krüger & Pardeller
KuratorInnen: Heidemarie Caltik, MAK-Kustodin Design-Info-Pool;
Rainald Franz, MAK-Kustode Glas und Keramik (interimistisch); Thomas
Geisler, MAK-Kustode Design; Sebastian Hackenschmidt, MAK-Kustode
Möbel und Holzarbeiten; Barbara Karl, MAK-Kustodin Textilien und
Teppiche; Kathrin Pokorny-Nagel, Leitung MAK-Bibliothek und
Kunstblättersammlung; Elisabeth Schmuttermeier, MAK-Kustodin Metall
und Wiener-Werkstätte-Archiv; Bärbel Vischer, MAK-Kustodin
Gegenwartskunst; Johannes Wieninger, MAK-Kustode Asien
Rahmenprogramm: In Vorbereitung

Expertenführungen: jeweils 17.00 Uhr
Do 16.2.: Johannes Wieninger
Di 21.2.: Elisabeth Schmuttermeier
Do 23.2.: Barbara Karl
Di 28.2.: Rainald Franz
Do 1.3.: Kathrin Pokorny-Nagel
Di 6.3.: Heidemarie Caltik
Do 8.3.: Thomas Geisler
Do 15.3.: Sebastian Hackenschmidt
Do 22.3.: Bärbel Vischer

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0182 2012-01-26 12:53 261253 Jän 12 MAK0001 0835



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Rückfragehinweis: Judith Anna Schwarz-Jungmann (Leitung)
Sandra Hell-Ghignone
Veronika Träger
Lara Steinhäußer
Tel. (+43-1) 711 36-233, 229, 212
Fax (+43-1) 711 36-227
presse@MAK.at
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