• 26.01.2012, 11:03:25
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Tourismusjahr 2011 bei Ankünften und Nächtigungen erfolgreich verlaufen

WKO-Schenner: "Tourismus ist Rettungsschirm der heimischen Wirtschaft!" - Rekordbeschäftigungsstand im Hotel- und Gastgewerbe im Dezember 2011

Wien (OTS/PWK056) - Nachdem bereits Salzburg Stadt und Wien
über das Tourismusjahr 2011 jubelten und gestern Tirol für die
laufende Wintersaison den "besten Winterstart aller Zeiten" meldete,
sind heute früh seitens der Statistik Austria auch die aggregierten,
vorläufigen Zahlen für das Tourismusjahr 2011 (Jänner-Dezember)
bekanntgegeben worden.

Gemäß Statistik Austria lagen die Nächtigungen im Kalenderjahr
2011 nach vorläufigen Ergebnissen mit insgesamt 125,98 Mio. um 0,8%
über jenen des Vorjahres. Damit wurde nach 1991, 1992, 1993 und 2008
das fünftbeste Ergebnis aller Zeiten registriert. Die Begründung
liefert Hans Schenner, Obmann der Bundessparte Tourismus und
Freizeitwirtschaft der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ): Mitte der
1990er Jahre boomten die Billig-Airlines und damit auch günstige
Urlaubs-Pauschalangebote im Ausland. Mehr Österreicher als je zuvor
machten damals Urlaub im Ausland. Deshalb kam es nach 1993 zu
spürbaren Rückgängen vor allem in der Sommersaison. Umgekehrt kommen
nun aber wieder mehr internationale Gäste nach Österreich. "Unterm
Strich passt die Rechnung. Jeder soll dort Urlaub machen, wo es ihm
Spaß macht. Unsere Reiseveranstalter und Reisebüros leisten
hervorragende Arbeit!", so Schenner. Lagen die 2011er-Nächtigungen
der inländischen Gäste mit 35,28 Mio. um rd. 245.300 Nächtigungen
bzw. +0,7% über dem Vorjahr, haben auch die Nächtigungen der
internationalen Gäste mit 90,69 Mio. um 0,9% gegenüber 2010
zugenommen. "Die Verluste des Krisenjahres 2009 haben wir aber noch
nicht kompensiert. 2008 lagen die Nächtigungen der internationalen
Gäste bei 92,84 Mio.", resümiert Schenner.

Reiseverkehr trägt 6 Mrd. Überschuss zu Leistungsbilanz bei,
Arbeitsmarkt stabil

Erfreulich ist der Anteil der internationalen Gästenächtigungen mit
72 Prozent. Dadurch wird der Tourismus auch 2011 einen Überschuss für
die Exportbilanz beisteuern. "Ich rechne damit, dass wir wieder über
6 Mrd. Euro Überschuss aus dem Reiseverkehr in die heimische
Leistungsbilanz einzahlen können und damit das prognostizierte Minus
in der Handelsbilanz ausgleichen werden", so Schenner. Die
Leistungsbilanz wird von der Nationalbank (ÖNB) im April präsentiert.
Auch beim Thema Arbeitsmarkt wird der Tourismus in der laufendenden
Wintersaison wieder für ein Beschäftigungsplus sorgen. Im Dezember
2011 wurde im Hotel- und Gastgewerbe ein Rekordbeschäftigungsstand
von 203.715 Beschäftigten (ohne geringfügig Beschäftigte und
Lehrlinge) erreicht. Das sind um 5.184 Personen (oder 2,6%) mehr als
im Dezember 2010: "Unsere Jobs sind nicht nur krisensicher, sondern
auch mit Standortgarantie. Die heimische Tourismus- und
Freizeitwirtschaft produziert heimattreu in Österreich und kann
nicht, so wie andere, die Produktion ins Ausland auslagern", betont
Schenner. Nach Berechnungen des WIFO hängt jeder 5.
Vollzeitarbeitsplatz direkt oder indirekt von der Tourismus- und
Freizeitwirtschaft ab.

Schenner: Beim Budget muss gelten: "Sparen vor Besteuern"

Kein gutes Haar lässt Schenner an der aktuellen Diskussion über
höhere Vermögenssteuern: "Gerade die vielen Tausenden
Familienbetriebe, die wir in der Wirtschaftskammer vertreten, dürfen
hier nicht über Gebühr belastet werden. Das einzige \x{2588}Vermögen\x{2588} ist
meistens doch der eigene Betrieb. Wer die Eigenkapitalquoten im
heimischen Tourismus kennt, der weiß, dass jede zusätzliche Belastung
ruinöse Folgen haben kann." Auch bei der Diskussion um eine Erhöhung
der Grundsteuern gibt sich der Sprecher von 90.000 Betrieben der
Tourismus- und Freizeitwirtschaft kämpferisch: "Unsere Hotels stehen
mitten im Ort und nicht irgendwo im geförderten Gewerbe- und
Industriegebiet am Stadtrand. Also was soll das?"

Tourismuswerbung 2012: Weltweite Präsenz ist unser Ziel

Für die Tourismuswerbung zeichnet Österreichs oberster Touristiker
ein klares Bild: "Die Österreich Werbung (ÖW) und die
Landestourismus-Organisationen (LTOs) leisten hervorragende Arbeit in
Österreich und auf unseren Kernmärkten wie Deutschland und den
Niederlanden. Darüber hinaus ist es aber wichtig, die Aktivitäten in
Osteuropa und auf den Fernmärkten zu intensivieren. Gerade der
Städtetourismus hat heuer gezeigt, dass die größten Steigerungsraten
auf diesen Märkten zu erzielen sind. Weltweite Präsenz ist unser
Ziel!" Dazu stehen neben den 21 ÖW Büros im Ausland auch die 120
Büros der WKO-Außenwirtschaftsorganisation (AWO) zur Verfügung, auf
die die ÖW im Rahmen des Kooperationsabkommens mit der AWO zugreifen
kann.

Optimismus macht bei den Erträgen halt

Für das Tourismusjahr 2012 bleibt der Spartenobmann optimistisch,
bremst jedoch die Euphorie bei den Erträgen. Die Bundessparte
Tourismus- und Freizeitwirtschaft hat mit dem market-Institut zum
Jahreswechsel über 1.000 Betriebe der Hotellerie und Gastronomie
befragt. In dieser Umfrage wurde repräsentativ erhoben, dass zwar die
Umsätze im Durchschnitt steigen, die Ertragslage aber angespannt
bleibt, wie Hans Schenner erläutert: "Es bleibt einfach dabei: Umsatz
ist nicht Gewinn!" Die Verluste aus den Preisreduktionen im
Krisenjahr 2009 sind bei weitem nicht wettgemacht. "Auch die
schlagartig gestiegenen Kosten für Energie können wir nicht an die
Gäste weiter geben. Noch dazu, wo die Bundesregierung 2011 die bis
dahin gültige \x{2588}Energieabgabenrückvergütung\x{2588} für die heimischen
Tourismusbetriebe wie auch für die Seilbahnen ersatzlos gestrichen
hat", kritisiert Schenner. Mit 1.1.2011 wurde die Möglichkeit der
Energieabgabenrückvergütung auf das produzierende Gewerbe
eingeschränkt, Dienstleistungen von der Vergütung ausgenommen. "Das
macht für ein Hotel mit Wellnessangebot schnell 20.000 Euro und mehr
an Belastungen", so Schenner abschließend. (BS)

Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich, Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft
Mag. Rainer Ribing
Tel.: (++43) 0590 900-3567
mailto:[email protected]
http://wko.at/bstf

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