OTS0024   26. Jan. 2012, 08:50

Vorstände plagen Zweifel bei der Expansion in Schwellenländern



Accenture-Studie:

  • Führungskräfte weltweit sehen ihre Unternehmen schlecht gerüstet
  • Mehr als die Hälfte der Befragten wollen Strategie überdenken
  • Genaue Analyse und neue Wege Voraussetzung für Erfolg

Auf der Suche nach neuen Märkten setzen Führungskräfte rund um den
Globus weiter auf die stark wachsenden Schwellenländer. Gleichzeitig
bezweifeln viele der 588 befragten Manager, dass ihre Unternehmen die
Fähigkeiten und Mittel haben, in diesen Märkten zu bestehen. Das
zeigt eine neue Studie des Managementberatungs-, Technologie- und
Outsourcing-Dienstleisters Accenture.

Für eine deutliche Mehrheit von 80 Prozent der Unternehmenslenker
stehen die Schwellenländer in Asien und Lateinamerika weiter im
Zentrum ihrer Wachstumsstrategie. Allerdings glauben 73 Prozent, dass
noch stärkere Anstrengungen nötig sind, um einen ausreichend großen
Marktanteil in diesen Ländern zu erreichen. An der Umfrage haben
Manager aus 85 Nationen teilgenommen. Sie ist Teil des
Accenture-Reports "Fast Forward to Growth: Seizing opportunities in
high-growth markets".

Ein weiteres Ergebnis der Befragung: 57 Prozent und damit mehr als
die Hälfte sind der Meinung, dass ihr Unternehmen die für den
Markterfolg wichtigen Herangehensweisen und Fähigkeiten grundsätzlich
überdenken muss. Zudem meinen 40 Prozent der Führungskräfte, nicht
über eine ausreichende Strategie oder die operativen Fähigkeiten und
Mittel zu verfügen, um die Chancen in den Wachstumsmärkten auch zu
nutzen. Das Gefühl, nicht ausreichend gerüstet zu sein, ist in
Unternehmen aus Schwellenländern genauso verbreitet wie in denen aus
Industriestaaten.

"Viele Unternehmen zögern derzeit, bei Investitionen in neue
Märkte klare Prioritäten zu setzen. Einige ziehen es sogar vor, sich
teilweise oder ganz aus Wachstumsregionen zurückzuziehen, bis sich
das globale Wirtschaftsklima wieder aufhellt", sagt Klaus Malle,
Country Managing Director Accenture Österreich. "Dabei sitzen viele
Unternehmen auf gut gefüllten Kassen, die sie für die Expansion
nutzen könnten. Trotzdem bleiben die Unternehmen vorsichtig. Das
könnte sich im heutigen Wettbewerbsumfeld noch als vertane Chance
erweisen."

Laut der Untersuchung von Accenture bieten diejenigen Länder
besonders gute Chancen, in denen das verfügbare Haushaltseinkommen
besonders stark zunimmt. Dazu gehören neben China und Indien auch
Brasilien, Mexiko und die Türkei. Wie der Report zeigt, verstehen
viele multinationale Unternehmen die sich daraus ergebenden
Möglichkeiten jedoch nur unzureichend. "Als ersten Schritt sollten
sie deshalb in moderne Technologien investieren, um Veränderungen der
Kaufkraft und des Konsumverhaltens in diesen Märkten besser
beobachten und vorhersagen zu können. So lassen sich auch die dort
herrschenden besonderen Wettbewerbsbedingungen leichter verstehen",
sagt Klaus Malle.

Verschiedene Einkommensniveaus erfordern unterschiedliche Strategien

Die Analyse des Einkommensniveaus in 64 Ländern zeigt: Bis 2020
wird das verfügbare Einkommen der Haushalte in den Emerging Markets
um mindestens 8,5 Billionen US-Dollar anwachsen. Das entspricht 60
Prozent des globalen Zuwachses. Die folgenden Beispiele
verdeutlichen, wie schnell und unterschiedlich diese Entwicklung
verläuft:

- Im Jahr 2010 lag die Zahl der Haushalte mit einem jährlichen
Einkommen von über 50.000 US-Dollar in 21 Ländern über der von China,
darunter Polen, Kolumbien, Malaysia, Nigeria und Kasachstan.

- Bei der Zahl der Haushalte mit einem Einkommen von mindestens
30.000 US-Dollar lagen 27 Länder vor China. Es wird jedoch erwartet,
dass China in dieser Kategorie bis 2020 alle anderen Länder außer die
USA, Japan und Deutschland überholt haben wird.

- Unter den Schwellenländern wird die Türkei den größten absoluten
Zuwachs an Haushalten mit einem Jahreseinkommen von mindestens 50.000
US-Dollar verzeichnen. Prognostiziert wird ein Anstieg von fast 150
Prozent bis 2020. Die Gesamtkaufkraft dieser Haushalte wird dann bei
rund 635 Milliarden US-Dollar liegen.

- Auch andere Länder eröffnen große Chancen. Bis zum Jahr 2020 wird
erwartet, dass sich in Kasachstan die Zahl von Haushalten mit einem
Einkommen von mindestens 50.000 US-Dollar mehr als verdoppeln wird
auf dann 770.000. Das sind mehr Haushalte als in Indonesien, den
Philippinen, Vietnam, Pakistan und Ägypten zusammen.

Der Konjunkturabschwung beschleunigt die Verlagerung des
Welthandels
Ein weiteres Ergebnis von "Fast Forward to Growth": Setzt sich der
aktuelle Trend fort, wird der Umfang des Handels zwischen den schnell
wachsenden Emerging Economies bis Ende 2013 den Handelsumfang
zwischen den entwickelten Volkswirtschaften erstmals übersteigen. Bis
vor kurzem dominierte noch der Warenaustausch zwischen
Industriestaaten den Welthandel. Nach der Accenture-Studie ist diese
Verlagerung durch den Konjunkturabschwung beschleunigt worden.

"Entscheidend ist jetzt, dass die Unternehmen sich verstärkt in
diesen Märkten engagieren, um von den wachsenden Handelsströmen zu
profitieren", sagt Klaus Malle. "Denn für den Markterfolg ist nicht
unbedingt auschlaggebend, wo das Unternehmen herkommt, sondern
vielmehr die strategischen und operativen Fähigkeiten, die es
besitzt. Firmen aus Österreich und Deutschland sind hier in einer
guten Startposition, besonders wenn sie frühzeitig auf Megatrends wie
die Energiewende oder das Internet der Dinge gesetzt haben. Hinzu
kommen ihre starke Markenpräsenz und der exzellente Ruf von Produkten
und Dienstleistungen, Made in Austria'."

Markterschließung: Außergewöhnliche Ansätze gefragt

Der Accenture-Report zeigt, wie Unternehmen jenseits der üblichen
Marktsegmente nach neuen Abnehmerbranchen und innovativen
Kundenangeboten Ausschau halten müssen. Eine Methode besteht darin,
über Ländergrenzen hinweg Kunden mit denselben Bedürfnissen und
Präferenzen zu gewinnen. Ein multinationales Unternehmen hatte zum
Beispiel Erfolg damit, die Bedürfnisse von Männern in Gebieten mit
knappen Wasservorkommen zu identifizieren und Pflegeprodukte speziell
für diese Kundengruppe in mehreren Märkten zu entwickeln.

"Die 'Besten der Besten' erarbeiten sich mit außergewöhnlichen
Ansätzen Wettbewerbsvorteile", sagt Klaus Malle. "Sie sind nicht nur
operativ flexibler aufgestellt, sondern investieren auch in moderne
Analyseinstrumente. So können sie das Konsumverhalten in den
verschiedenen Märkten prognostizieren, bevor sie entscheiden, in
welche Märkte sie wann eintreten. Sie suchen nach neuen Kundengruppen
und richten ihren Blick auf besondere Segmente mit speziellen
Bedürfnissen, setzen auf offene Innovationsprozesse und gehen
branchenübergreifende Kooperationen ein."

Über Accenture:

Accenture ist ein weltweit agierender Managementberatungs-,
Technologie- und Outsourcing-Dienstleister mit mehr als 244.000
Mitarbeitern, die für Kunden in über 120 Ländern tätig sind. Das
Unternehmen bringt umfassende Projekterfahrung, fundierte Fähigkeiten
über alle Branchen und Unternehmensbereiche hinweg und Wissen aus
qualifizierten Analysen der weltweit erfolgreichsten Unternehmen in
eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit seinen Kunden ein.
Accenture erwirtschaftete im vergangenen Fiskaljahr (zum 31. August
2011) einen Nettoumsatz von 25,5 Mrd. US-Dollar. Die Internetadresse
lautet www.accenture.at

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0024 2012-01-26 08:50 260850 Jän 12 ACE0001 0979



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Telefon +43 1 20502 33142
Mobil +43 676 8720 33142
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