• 26.01.2012, 08:00:31
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Der Fachverband der Pensionskassen manipuliert die Fakten

Protest des Schutzverbands der Pensionskassenberechtigten gegen permanente unrichtige Information der Öffentlichkeit

Wien (OTS) - Die Sprecher des Fachverbands der Pensionskassen
versuchen in ihrer Pressearbeit permanent, die Misserfolge der
Pensionskassen in der Veranlagung des ihnen anvertrauten Kapitals
durch Zahlenspielereien, die als Täuschung von Politik und
Öffentlichkeit bezeichnet werden müssen, zu vertuschen. In jüngster
Vergangenheit haben sie sich außerdem erdreistet, die Warnungen des
PEKABE betreffend Pensionskürzungen im Jahr 2012 als "Panikmache"
abzutun. Die tatsächlichen Jahresergebnisse 2011 und die eigene
Statistik des Fachverbandes sprechen eine ganz andere Sprache und
bestätigen die Befürchtungen des PEKABE zu 100%.

792.930 Leistungs- und Anwartschaftsberechtigte (LB bzw. AWB)
haben Verträge mit Pensionskassen abgeschlossen. Rund 660.000 (83%)
sind in beitragsorientierten und rund 133.000 (17%) in
leistungsorientierten Pensionsverträgen. Die Berechtigten mit
leistungsorientierten Pensionsverträgen sind von der Performance der
Pensionskassen insoferne unabhängig, als bei ihnen der Arbeitgeber
die von den Pensionskassen verschuldeten Verluste ersetzen muss. Und
genau diese 133.000 Berechtigten führt der Fachverband in seiner
manipulierten Erfolgsdarstellung als große Gruppe an, die keinerlei
Verluste erlitten hätte. Das ist jedoch nicht sein Verdienst, sondern
Ergebnis der Nachschussverpflichtung der Arbeitgeber!

Untragbar ist die Verfälschung der Verlustsituation bei der
Mehrheit der PK-Pensionisten. Insgesamt gibt es derzeit 72.788 LB (=
Pensionisten), von denen rund 55.000 (das sind
75 %) in beitragsorientierten Verträgen gefangen und somit
ausschließlich auf die Veranlagungsergebnisse der PK angewiesen sind.
90 % dieser LB werden nun laut Aussage des Fachverbandes 2012
abermals Kürzungen ihrer Pensionen hinnehmen müssen, in Einzelfällen
wurden bis zu minus 15 % angekündigt. Während die Verluste bei diesen
50.000 LB sofort auf deren Kontoauszügen sichtbar sind, werden die
gleich hohen Verluste im Pensionskapital der noch Aktiven, also der
605.000 AWB mit beitragsorientierten Verträgen, vom Fachverband ganz
einfach totgeschwiegen.

Geradezu unverfroren ist die Verunglimpfung von mehr als 300.000
Pensionskassen-berechtigten in Verträgen mit Ertragsannahmen von mehr
als 3,5 %. Sie werden als verschwindende Minderheit mit "alten und
unechten Sonderverträgen" dargestellt. Die Zahl der Betroffenen wird
gezielt falsch angeführt:

In seiner Presseaussendung spricht der Fachverband von 12.600
Pensionisten mit mehr als 5,5 %, die besonders von Verlusten
betroffen seien. Um die Auswirkung des Versagens der PK
herunterzuspielen, weist der Fachverband nur 1,6% als Anteil dieser
Pensionisten an der Gesamtanzahl aller Anwartschafts- und
Leistungsberechtigten aus. Als Hochzinsverträge sind richtiger Weise
aber alle Verträge mit einem Rechnungszins von mehr als 3,5 % zu
bezeichnen, weil der von der FMA seit 2004 bewilligte Höchstzinssatz
3,5 % bzw. 3 % ab 1.7.2011 für neue PK-Verträge beträgt. Und sie alle
sind besonders stark von den Verlusten in der Veranlagung betroffen.
Damit beweisen die FV-Verantwortlichen einmal mehr ihren unseriösen
Umgang mit Zahlen zur Täuschung der Öffentlichkeit.

Laut Fachverbandstatistik
(http://www.pensionskassen.at/rechnungszins_09042010.jpg,) waren
bereits im April 2010 nicht weniger als 32.941 oder 60 % aller
beitragsorientierten LB in Hochzinsverträgen. Insgesamt weist diese
Statistik mehr als 300.000 LB und AWB in Verträgen über dem
Höchstzinssatz seit 2004 von 3,5 % aus. Die Zahlenmanipulation des
Fachverbandes ist auf das Schärfste zu verurteilen. Nicht gesagt
wurde zudem, dass natürlich auch Berechtigte in Verträgen mit
Rechnungszins bis 3,5 % für 2012 neuerlich mit Pensionskürzungen zu
rechnen haben.

Die von Mag. Zakostelsky angegebene durchschnittliche Kürzung der
PK-Pensionen 2012 von 5 % wäre an sich bereits ein Offenbarungseid
für das Versagen der "2. Säule", ist aber im Übrigen nicht einmal
nachvollziehbar. Denn bei einem durchschnittlichen
Veranlagungsverlust von 3 % statt der erforderlichen plus 3,5 bis 6,5
% und nach Berücksichtigung der Kosten aus der
Versicherungsmathematik sind in der Mehrzahl der Fälle
Pensionskürzungen von mehr als 5 %, eher um die 10 %, wohl kaum
vermeidbar. Viele der beitragsorientierten PK-Pensionen werden damit
schon unter die Hälfte des ursprünglich zugesagten Wertes abgesackt
sein, ihre Durchschnittshöhe von nur noch 350 Euro p.m. im April 2010
spricht bereits Bände.

In diesem Zusammenhang muss PEKABE noch einmal daran erinnern,
dass der Verweis des Fachverbandes auf jahresdurchschnittliche
Erträge seit 1991 in Höhe von 5,5 % für die Masse der Berechtigten
irrelevant ist. Für maximal 3,17% (so sie noch leben) von 800.000
kann diese Zahl gelten. Richtig gerechnet, das heißt
kapitalgewichtet, erzielten die PK von 1991 bis 2011 nur 3,35 %
Ertrag p. a. statt der erforderlichen rund 7,5 %, also eine
Verfehlung von jahresdurchschnittlich über 4 %. Und die rund 300.000
Pensionskassenberechtigten in den Verträgen aus dem Ende der 90er
Jahre haben im Durchschnitt nur 2 % p. a. in den letzten 12 Jahren
gesehen und daher vielfach bereits mehr als die Hälfte ihrer
PK-Pension verloren. 2 % Ertrag entsprach gerade der Hälfte der
Rendite der Bundesanleihen im gleichen Zeitraum, ein Armutszeugnis
für die Veranlagungspolitik der Pensionskassen.

Mit irreführender Information der Medien lassen sich die
Misserfolge der Pensionskassen nicht mehr schönreden!

Rückfragehinweis:
Günter Braun
Pressesprecher des Pekabe - Schutzverband der Pensionskassenberechtigten
Mailto: [email protected]
Tel. 0699 - 111 58 699

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