OTS0141   25. Jan. 2012, 12:08

Neuer Verein "BURN AUT - Österreichische Gesellschaft für Arbeitsqualität und Burnout" stellt sich vor - BILD

Burnout ist keine "Modeerkrankung"!


Neuer Verein BURN AUT - Österreichische Gesellschaft für Arbeitsqualität und Burnout stellt sich vor vergrößern

BILD zu OTS - Im Bild v.l.n.r. Prim. Univ.-Prof. Dr. Michael MUSALEK (Ärztlicher Direktor Anton-Proksch-Institut Wien) und Univ.-Prof. Dr. Wolfgang LALOUSCHEK (Leiter des Gesundheitszentrums "The Tree" und des Beratungsinstituts "Medical Coaching")

Wien (OTS) -
- Neue Plattform führt unterschiedliche Kooperationspartner zum
Thema Arbeitsqualität und Burnout zusammen und fordert seriösen
öffentlichen Diskurs statt inflationären Gebrauch des Begriffs
Burnout
- "BURN AUT" will Maßnahmen zur Früherkennung und die zahlenmäßige
Erfassung der Betroffenen etablieren

"BURN AUT", die im November 2011 gegründete "Österreichische
Gesellschaft für Arbeitsqualität und Burnout", setzt sich für die
Schaffung eines neuen Bewusstseins zum Thema Arbeitsqualität,
Stresserkrankungen und Burnout in der breiten Öffentlichkeit sowie
auch unter Experten aus dem Gesundheitssystem ein. Die
Gesellschaftsgründer und Vereinsvorstände, Prim. Univ.-Prof. Dr.
Michael Musalek, Ärztlicher Direktor Anton-Proksch-Institut Wien und
Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Lalouschek, Leiter des Gesundheitszentrums
"The Tree" und des Beratungsinstituts "Medical Coaching",
diskutierten heute anlässlich einer Pressekonferenz, warum Burnout
keine Modeerscheinung ist, sondern einen massiven Leidensdruck für
die Betroffenen darstellt, der professionelle, multimodale und
interdisziplinäre Therapieansätze erfordert.

Dialog zwischen den Verantwortungsträgern fördern!

Prim. Univ. Prof. Dr. Musalek nennt als Grundidee bzw. Zielsetzung
die Errichtung eines Kompetenzzentrums zur Zusammenführung von
Experten. "Im Zusammenwirken mit Wissenschaft, Fachgesellschaften,
Patientenorganisationen, Sozialversicherung, Interessenvertretungen
und Politik möchte 'BURN AUT' den Dialog zwischen den
Verantwortungsträgern fördern und aktiv an der Formulierung und
Umsetzung konkreter Lösungen arbeiten. Diese Zielsetzungen sollen
durch Unterstützung des Austausches zwischen den Mitgliedern und
allen relevanten Entscheidungsträgern im österreichischen
Gesundheitswesen sowie durch Darstellung und Betonung der von der
medizinischen Wissenschaft, Lehre und Praxis erbrachten Leistungen
verfolgt werden. Es besteht unsererseits großes Interesse daran, mit
Institutionen wie Ministerien, der Arbeiterkammer, der
Industriellenvereinigung und der Wirtschaftskammer zusammen zu
arbeiten."

"Burnout endlich ernst nehmen und nicht als 'Modeerkrankung'
herunterspielen"

Die Vereinsgründung ergab sich aus der zunehmenden Wichtigkeit des
Themas, so die Referenten anlässlich der Pressekonferenz. Das
Krankheitsbild Burnout habe in ganz verschiedene
Gesellschaftsbereiche ausstrahlende Konsequenzen, die weiter gehen,
als man auf den ersten Blick denkt. Eine Analyse der
Sozialversicherung hat gezeigt, dass im Jahr 2009 rund 900.000
Menschen das Gesundheitssystem aufgrund von psychischen Erkrankungen
in Anspruch genommen haben. Auf der gesellschaftspolitischen und
volkswirtschaftlichen Ebene sind demnach Krankenstände und
Frühpensionierungen die Folgen. "Burnout wird auch medizinisch ein
immer relevanteres und viel diskutiertes Thema. Als eigenständige
Krankheit ist Burnout im ICD-10 derzeit noch nicht erfasst, sondern
gilt nur als Faktor, der den Gesundheitszustand beeinflusst. Auch in
der Psychiatrie bekommt das Phänomen noch nicht die Aufmerksamkeit,
die ihm eigentlich zusteht. Der wichtigste Aspekt ist aber: Wir
müssen Burnout endlich ernst nehmen und nicht als 'Modeerkrankung'
herunterspielen, denn für die Betroffenen bedeutet die Krankheit
einen massiven Leidensdruck, der unbedingt professionelle,
multimodale und interdisziplinäre Therapieansätze erfordert", so
Prim. Univ. Prof. Dr. Musalek weiter. Beim Phänomen Burnout gäbe es
das Problem, dass es vielerorts falsch kommuniziert und der Begriff
nahezu inflationär verwendet wird, daher entstünden Verwirrungen. Ein
Hauptziel des Vereins sei daher auch die Informationsvermittlung zu
dieser Thematik.

Zentrale Themen: Arbeitsfreude und Arbeitsqualität

Die Beschäftigung mit Burnout setzt auch eine Beschäftigung mit
Arbeit und Arbeitsqualität voraus. "In Österreich gibt es keinen
Diskurs über Arbeitsqualität, Freude an der Arbeit oder
Ressourcengewinnung durch Arbeit, was zentrale Themen im Umgang mit
der Burnout-Problematik sind und daher auch unseren Verein
beschäftigen werden. Wie kann man Arbeitsqualität steigern? Wie
können wir Bedingungen schaffen, die der Arbeit ihre eigentliche
Rolle als gesundheitserhaltender Faktor wieder zukommen lässt? Diese
Fragen lassen sich nur durch nachhaltige Ansätze lösen, denn Arbeit
und die Möglichkeit, etwas zu gestalten und innerhalb der
Gesellschaft etwas Sinnvolles zu bewirken, sind wesentliche
Voraussetzungen dafür, gesund zu bleiben", berichtete Univ.-Prof. Dr.
Wolfgang Lalouschek, der als Leiter des Gesundheitszentrums "The
Tree" und des Beratungsinstituts "Medical Coaching" langjährige
Erfahrung in der Betreuung von Burnout-Patienten hat. Und weiter: "Es
wäre wünschenswert, wenn wir einen Beitrag zur Verbesserung der
Arbeitsqualität und zur Bekämpfung von Stresserkrankungen, etwa durch
das Anbieten von Standards bei der Definition, leisten können."

Burnout: Ein Prozess, der stufenweise voranschreitet

Die frühen Anzeichen eines Burnouts sind keine Ausfallsymptome,
sondern Erscheinungen wie vermehrte Aktivität bis hin zur
Hyperaktivität, freiwillige unbezahlte Mehrarbeit oder besonders
hohe, übermäßige Identifikation mit der Arbeit. Erst später treten
die ersten Negativsymptome wie Schlafstörungen oder eine schwankende
Stimmungslage auf. Hohe Arbeitsbelastung allein führt noch zu keinem
Burn out. Das Risiko, daran zu erkranken, liege in einer fatalen
Kombination aus schlechter Arbeitsqualität und dem persönlichen
Hintergrund des Betroffenen: Menschen, die bereit sind mehr zu
leisten als andere und sich sehr stark durch Arbeit definieren.
Entscheidend für die richtige Beurteilung dieser Anzeichen durch die
Umgebung ist, dass sie als Veränderungen wahrgenommen werden.
Essentiell sei daher, ein Burnout in einem Frühstadium "aufzufangen",
und zwar mit professioneller, adäquater Hilfe.

Über "Burnaut - Österreichische Gesellschaft für Arbeitsproblematik
und Burnout"

Aufgabe und Ziel ist es, sich in Österreich als Kompetenzzentrum
für das Thema Burnout zu etablieren und verstärkt die mediale
Aufmerksamkeit auf die Bedeutung der Erkrankung und den seriösen
Umgang mit ihr zu lenken. Die wesentlichen Aufgaben des Vereins sind:

- Als Kompetenzzentrum zum Thema Arbeitsqualität und
Stresserkrankungen sowie
- als Plattform zur Zusammenführung unterschiedlicher
Kooperationspartner zum Thema Arbeit und Burnout zu fungieren,
- die Möglichkeit zur interdisziplinären Zusammenarbeit zu
etablieren und Stakeholder aus allen involvierten Bereichen
zusammen zu bringen.

Neben Prim. Univ.-Prof. Dr. Michael Musalek als Präsident und
Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Lalouschek als Vizepräsident besteht der
derzeitige Vorstand aus folgenden weiteren Mitgliedern: Mag. Dr. Ute
Andorfer, klinische Psychologin; Prim. Dr. Peter Weiss, Internist,
Gastroenterologe und Psychotherapeut sowie Janet Kath,
Geschäftsführerin der interio GmbH. Die Vereinsvorstände sind unter
der Emailadresse office@burnaut.com zu erreichen.

Die Pressekonferenz fand im Vorfeld des Symposiums "Burnout -
Ursachen und Folgen" statt, das am 27. und 28. Jänner 2012 im Palais
Ferstel veranstaltet wird. Das Tagungsbüro ist unter
kongress@api.or.at zu erreichen.

Weitere Bilder unter: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/2692/

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
251208 Jän 12 WDM0001 0994



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