Stichworte: MA 31, Sima, Umwelt, Wasser, Wien Channel: Chronik
OTS0133   25. Jan. 2012, 11:58

Sima: "Volles Rohr" fürs Wiener Wasser - Bilanz und Ausblick

Budget für Wasserrohrnetz-Offensive um zwei Drittel auf 50 Millionen Euro aufgestockt - heuer große Vorzeigeprojekte, etwa am Gürtel.


"Ich freue mich, dass wir 2012 das
Investitionsvolumen in die Wasserrohrnetz-Offensive ausbauen können",
so Umweltstadträtin Ulli Sima. Das Programm wurde Anfang 2011
initiiert, nun werden die Mittel für Erneuerung und Ausbau des mehr
als 3.000 Kilometer langen Netzes um rund zwei Drittel auf 50
Millionen Euro aufgestockt. "Auch in wirtschaftlich schwierigeren
Zeiten darf es bei der 100prozentigen Versorgungssicherheit Wiens mit
glasklarem Hochquellwasser keine Kompromisse geben", so Sima. "Die
Investitionen werden gezielt eingesetzt. Damit garantiert die Stadt
Wien, dass auch künftig frisches Trinkwasser aus dem Wasserhahn
fließt. Wien ist dabei internationales Vorbild, denn in vielen
anderen Städten ist das nicht selbstverständlich."

Auf dem Erneuerungsprogramm stehen heuer unter anderem wichtige
Trinkwasserschlagadern, von deren Funktionstüchtigkeit gleich ganze
Stadtregionen abhängig sind. "Neben dem Rohrnetz werden etwa auch 330
Kilometer Hochquellenleitungen, 130 Aquädukte und 31 Wasserbehälter
laufend in Bestzustand gehalten", ergänzt Wolfgang Zerobin, Chef der
MA 31-Wiener Wasserwerke.

Stolze Erstjahresbilanz der Offensive: Neue Rohre an 135 Orten

Allein 2011, im ersten Jahr der ins Leben gerufenen
Wasserrohrnetz-Offensive, wurden an rund 135 Stellen in ganz Wien
Wasserrohre ausgetauscht und erneuert.

Das größte Projekt dabei war der Wasserrohrtausch in der Triester
Straße. In nur fünf Monaten (von Ende Jänner bis Ende Juni) wurde auf
750 Meter Länge eine der wichtigsten Trinkwasser-Schlagadern Wiens
erneuert, die 150.000 (!) Wienerinnen und Wiener in mehreren Bezirken
versorgt. Durch dieses Rohr, das von der I. Hochquellenleitung
gespeist wird, fließen täglich 20 Millionen Liter kristallklares
Wasser, das entspricht etwa 140.000 gefüllten Badewannen. Minutiös
geplante und koordinierte Verkehrsmaßnahmen, eine breit angelegte
Informations-Kampagne an AnrainerInnen und AutofahrerInnen sowie die
für so ein Großprojekt extrem zügige Bauweise hielten die
Beeinträchtigungen in absolut akzeptablem Rahmen. "Ich bedanke mich
an dieser Stelle bei der MA 31 für die rasche Umsetzung", erklärt
Sima.

Weitere wichtige, große Projekte im Jahr 2011 waren die neuen
Leitungen in Währing (Gentzgasse), Döbling (Rathstraße), Meidling
(Eichenstraße) und Alsergrund (Währingerstraße). Dabei wurden
Wasserrohre auf einer Länge von 450 bis 550 Meter getauscht. Die
Kosten betrugen jeweils zwischen 400.000 und 650.000 Euro. Auch bei
diesen Projekten wurde, wie bei der Triester Straße, die Bauzeit
stets so kurz wie möglich gehalten, sie betrug je nach Projekt
zwischen drei und fünf Monaten.

2012: Gürtel und Grinzinger Allee als Schwerpunkte

Für heuer sind insgesamt 175 Rohrsanierungen geplant. Die drei
wichtigsten und zugleich auch größten Projekte sind
Austauschprogramme in der Grinzinger Allee, der Enenkelstraße und auf
dem Äußeren Währinger Gürtel. In allen drei Fällen wenden die Wiener
Wasserwerke, wo es möglich ist, das grabenlose Verfahren an (siehe
Säule 4 des Sechs-Säulen-Programms). Dies vermindert Grabungs- und
Zeitaufwand und garantiert, die Dauer der Arbeiten so kurz wie
möglich zu halten.

Die Projekte im Detail:

1. Am Gürtel werden die Rohre saniert, die Arbeiten werden in
Abschnitte unterteilt. Der erste Abschnitt reicht von der Kreuzgasse
bis zur Döblinger Hauptstraße, die Arbeiten starten im April, dauern
bis Ende September und finden in den verkehrssensiblen Bereichen
meist nachts und am Wochenende statt. Wo es möglich ist, werden
unterirdische Bauverfahren durchgeführt. Dadurch wird nicht nur die
Aushubmenge verringert, sondern auch der Verkehr weniger beeinflusst.
Investitionssumme: rund 4,4 Millionen Euro.

2. "Gerade, weil der Gürtel auch vom Schwerverkehr so stark befahren
ist und die Rohre Belastungen durch Erschütterungen ausgesetzt sind,
wäre ein weiteres Zuwarten mit dem Austausch absolut
unverantwortlich", erklärt Wasserwerks-Chef Wolfgang Zerobin unter
Berufung auf die zuverlässigen Analysen aus dem
Sechs-Säulen-Programm. Die Sanierung auf dem Äußeren Währinger Gürtel
wird, so wie es sich bereits beim Projekt Triester Straße bestens
bewährt hat, selbstverständlich von Informationen über
Verkehrsmaßnahmen und Baufortschritt begleitet werden.

3. Die Arbeiten an diesem ersten Abschnitt sind der Auftakt des
umfassenden Sanierungsprogramms am Gürtel. Ab 2013 sollen weitere
Bereiche des Inneren Gürtels saniert werden - zum Beispiel von
Alserstraße bis Nußdorferstraße. In weiterer Folge am Äußeren Gürtel
in den Bereichen Jörgerstraße bis vor den Westbahnhof sowie vom
Lerchenfelder Gürtel bis zur Alserstraße.

4. Damit sind die Sanierungsarbeiten des Gürtels West Ende 2015
abgeschlossen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 15 Millionen
Euro.

5. Im Bereich der Hauptstraße Grinzinger Allee werden um rund 4
Millionen Euro Wasserrohre neu verlegt. Diese Wasserleitung ist eine
Schlagader für die flächendeckende Trinkwasser-Versorgung Wiens, von
der die Bezirke Leopoldstadt, Brigittenau, Floridsdorf und Donaustadt
mit rund einer halben Million EinwohnerInnen abhängen. Derzeit
arbeitet die Fernwärme Wien in der Grinzinger Allee. Ab Anfang März
2012 bis März 2013 werden dann die Wasserrohre saniert und die Straße
wieder instand gesetzt.

6. Aktuell und bis in den Spätsommer 2012 werden Wasserrohre in
Ottakring rund um die Enenkelstraße getauscht. 3 Millionen Euro nimmt
die Stadt Wien dafür in die Hand. Diese Wasserleitungen stellen eine
wichtige Verbindung zwischen der Mündung der II. Hochquellenleitung
und dem komplexen Rohrnetz zur Wasserversorgung der nördlichen Teile
Wiens dar. Täglich werden so 20 Millionen Liter quellfrisches
Trinkwasser in die Wohnungen von rund 90.000 WienerInnen
transportiert. An heißen Tagen, wenn besonders viel Wasser verbraucht
wird, sind es noch weit mehr. Denn dann dient dieser Rohrstrang auch
als Stütze zur zusätzlichen Versorgung des Nordosten Wiens, inklusive
Floridsdorf und Brigittenau. Und damit von insgesamt 500.000
EinwohnerInnen - das entspricht etwa der doppelten (!) Einwohnerzahl
von ganz Graz.

Aquädukte Baden und Liesing werden saniert

Abgesehen von diesen wichtigen Millionen-Investitionen in das
Wiener Wasserrohrnetz, gibt es 2012 auch noch weitere große
Sanierungsprojekte im Sinne der Wasserversorgung: So werden etwa die
Aquädukte Liesing und Baden saniert. Investitionssumme: 1,4 Millionen
Euro für Liesing und sogar 14 (!) Millionen Euro für das Aquädukt
Baden.

Sechs-Säulen-Programm sichert auch 2012 modernstes Management

Das Rückgrat der Wiener Wasserrohrnetz-Offensive bildet das
innovative und zukunftsorientierte Sechs-Säulen-Programm. Entwickelt
von den ExpertInnen der MA 31, stellt es die 100prozentige Versorgung
der Millionenmetropole Wien mit quellfrischem Wasser aus den Alpen
auch in Zukunft sicher. Basierend auf modernen Managementmethoden,
computergestützten Überwachungssystemen und innovativen Bauverfahren
ermöglicht es, den Zustand der Rohre noch exakter zu überwachen und
mögliche Risikofaktoren abzuschätzen. Notwendige Maßnahmen und
Investitionen können besser geplant und wirtschaftlich umgesetzt
werden:

o Säule 1 - das moderne Netzinformationssystem (NIS). Es ist die
Basis für die Wasserrohrnetz-Offensive. Es verwaltet elektronische
Pläne mit Lage, Durchmesser, Material, Druckzone, Baujahr und den
technischen Zustand aller verlegten Rohre. Der Zustand und die
Nutzungsdauer eines Rohrs hängen allerdings nicht nur vom Material
selbst ab, sondern von unterschiedlichsten Einflüssen wie etwa
Verkehrsbelastungen. Deren Auswirkungen müssen jedes Mal individuell
untersucht und festgestellt werden.

o Säule 2 - Früherkennung durch laufende akustische Überwachung.
Gezielte "Lauschangriffe" auf die Rohre gewährleisten, dass
Rohrschäden frühzeitig erkannt und behoben werden können. Im Zuge der
Wiener Wasserrohrnetz-Offensive werden Geräusch- und
Mengenüberwachungssysteme im Stadtgebiet verstärkt eingesetzt.

o Säule 3 - das Pipe Rehabilitation Management. Das PiRem ist ein
komplexes Computerprogramm am neuesten Stand der Technik. Es macht
anhand eines mathematischen Modells die Einflüsse, die die Alterung
beziehungsweise typische Schäden der Rohre beeinflussen, sichtbar.
Damit können drohende Rohrdefekte rechtzeitig erkannt werden. Das
PiRem ist entscheidend für eine gezielte Planung der Investitionen in
das Wiener Wasserrohrnetz.

o Säule 4 - grabenlose Bautechnik (noDig-Verfahren). Der Einsatz der
jungen, aber bewährten Technologie des NoDig-Verfahrens stellt einen
wichtigen Punkt dar. Diese Bautechnik vermindert den Grabungs- und
Zeitaufwand und damit den Einsatz von natürlichen Ressourcen und den
Baustellenverkehr.

o Säule 5 - Synergieeffekte durch akkordierte Baumaßnahmen. Diese
Säule beruht auf ständiger Kommunikation und laufendem
Informationsaustausch mit unterschiedlichen Bauträgern, wie etwa Wien
Kanal. Das spart Geld und verkürzt die Baustellendauer.

o Säule 6 - Prioritätenreihung der Hauptverkehrsstraßen.
Erschütterungen durch den Verkehr sind ein häufiger Auslöser von
frühzeitigen Rohrschäden. Daher werden wichtige Wasserverbindungen
unter viel befahrenen Straßen genauestens überprüft.

Die Wiener Wasserwerke arbeiten also höchst effektiv und
zielorientiert. Machen Sie sich selbst ein Bild davon mit dem Video
auf www.ullisima.at/?p=1703

Umfassende Infrastruktur bei der Wasserversorgung

Qualität will also ständig gepflegt und gesichert sein. Sima: "Nur
durch laufende Investitionen in die Infrastruktur des
Wasserversorgungssystem kann das gute Niveau gehalten und noch weiter
ausgebaut werden." Der Umfang der Wasserversorgungs-Einrichtungen ist
beachtlich. So betreuen die Wiener Wasserwerke:

o 330 km Hochquellenleitungen bis Wien
o 3.000 km Rohrnetz in Wien
o 12.000 Hydranten
o 102.000 Hausanschlüsse = 102.000 Wasserzähler
o 230 Trinkbrunnen entlang von Straßen und Gehsteigen
o 58 Monumental- und Denkmalbrunnen
o 130 Aquädukte
o 70 Wasser- und Quellfassungen in den Quellgebieten
o 20 Wasserfassungen in und um Wien (Lobau, Nußdorf, Moosbrunn,
Pragerstraße)
o 675 km2 großes Wasserschongebiet im Quellengebiet, davon Eigengrund
326 km2 (fast so groß wie die Fläche von Wien = 415 km2)
bewirtschaftet durch die MA49-Forstamt- und Landwirtschaftsbetrieb
der Stadt Wien
o 82 km Gebirgsstollen an den beiden Hochquellenleitungen
o 11 E-Kraftwerke in den Quellgebieten und 1 E-Kraftwerk in Wien
(Wittgensteinstraße) - Stromproduktion gesamt: 15 Mio. kWh pro Jahr
o 19 Düker (Talquerungen, Länge zwischen 90 m und 1.600 m)
o 31 Wasserbehälter (29 Wien, 1 Neusiedl am Steinfeld, 1 Moosbrunn)
o Gesamtes Behältervolumen aller Wasserbehälter: 1,6 Mio. m3
o 24 Pumpwerke

Bestnoten in Studie: WienerInnen wissen ihr Wasser zu schätzen

Dass die WienerInnen diese Qualität im Genuss und in der
Versorgungssicherheit sehr zu schätzen wissen, beweist eine aktuelle
Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes SORA: 96 Prozent der
Befragten geben an, dass sie mit den Wiener Wasserwerken zufrieden
sind und bewerten sie als verlässlichen und vertrauenswürdigen
Dienstleister. Neun von zehn WienerInnen haben auch einen persönlich
positiven Eindruck von der Kundenbetreuung.

rk-Fotoservice: www.wien.gv.at/pressebilder

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0133 2012-01-25 11:58 251158 Jän 12 NRK0011 1575



PID Presse- und Informationsdienst der Stadt Wien Zur Pressemappe

Rückfragehinweis: Marlene Auer
Mediensprecherin
Umweltstadträtin Mag. Ulli Sima
Tel.: +43 1 4000 81359
Mobil: +43 664 46 11 638
E-Mail: marlene.auer@wien.gv.at
www.ullisima.at

Ing. Astrid Rompolt
Leiterin der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation
Stadt Wien - Wasserwerke
Tel.: +43 1 59959 31071
Fax: +43 1 59959 7311
E-Mail: astrid.rompolt@wien.gv.at
http://www.wienwasser.at

Aussendungen von PID Presse- und Informationsdienst der Stadt Wien abonnieren: als RSS-Feed per Mail

Geokoordinaten: