- 25.01.2012, 11:27:14
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Stöger: Ernährung der Schülerinnen und Schüler verbessern
Österreichweite Initiative zur Verbesserung der Pausenverpflegung für 456.000 Kinder und Jugendliche
Wien (OTS) - In acht von zehn österreichischen Schulen können sich
Schülerinnen und Schüler ihre Jause am Schulbuffet besorgen. Das
Angebot dort ist daher nicht unwesentlich. Die richtige Ernährung ist
ein Grundpfeiler der Gesundheit und eine ausgewogene
Pausenverpflegung, die schmeckt, ist auch zur Aufrechterhaltung der
Lernfreude und Leistungsfähigkeit wichtig. "Ich habe daher bereits im
Vorjahr eine Leitlinie erarbeiten lassen, die
ernährungswissenschaftliche Mindestkriterien für ein
gesundheitsförderliches Schulbuffet festlegt", sagt
Gesundheitsminister Alois Stöger. Mit dieser Leitlinie liegen
erstmals national akkordierte und präzisierte Empfehlungen für das
Speisen- und Getränkeangebot an Schulbuffets vor. "Mit der nun
startenden österreichweiten Initiative "Unser Schulbuffet" wollen wir
der Leitlinie Leben einhauchen, den Buffetbetrieben helfen, ihr
Angebot Schritt für Schritt gesünder zu machen und so die
Ernährungssituation für 456.000 Schülerinnen und Schüler verbessern",
so Stöger. Diese Initiative läuft bis Ende 2013 und reiht sich als
weitere Maßnahme in den Nationalen Aktionsplan Ernährung (NAP.e) ein.
Mit dem NAP.e werden seit Anfang 2011 in Österreich erstmals
ernährungspolitische Maßnahmen und Strategien bundesweit gebündelt,
um eine erkennbare Veränderung von Fehl-, Über- und Mangelernährung
sowie eine Trendumkehr der steigenden Übergewichts- und
Adipositaszahlen bis 2020 zu erreichen.
Angebot an Buffetbetriebe
Im Rahmen der Initiative "Unser Schulbuffet", die vom
Bundesministerium für Gesundheit (BMG) ausgeht, von der Agentur für
Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) durchgeführt und aus den
Vorsorgemitteln der Bundesgesundheitsagentur finanziert wird, werden
Buffetbetrieben umfassende Beratung und Unterstützung bei der
Gestaltung eines gesundheitsförderliches Speisen- und Getränkeangebot
angeboten. Umstellungsvorschläge sollen für den jeweiligen Betrieb in
seiner individuellen Situation passen, also praxisnahe, nachhaltig
und wirtschaftlich rentabel sein.
"Oft reichen schon kleine Veränderungen im Angebot und bei der
Präsentation, um große gesundheitliche Wirkungen zu erzielen", sagt
Dr.in Walpurga Weiß, Projektleiterin im BMG, "aber ohne erhobenen
Zeigefinger, das Ziel ist ja, dass die Schülerinnen und Schüler
diesen Weg der Veränderung auch mitgehen."
"Unser mobiles Team berät BuffetbetreiberInnen, wie sie ihr Angebot
für die Kinder und Jugendlichen Schritt für Schritt verbessern
können", erklärt Dr. Manuel Schätzer, Projektleiter in der AGES.
Neben der individuellen Beratung vor Ort stehen auch ein
erweiterbares Handbuch mit Rezepten aus der Praxis und für die
Praxis, unterstützende Marketingmaßnahmen und eine Website als
Kommunikationsplattform (www.unserschulbuffet.at) zur Verfügung. Es
wurde auch eine Hotline eingerichtet, die Montag bis Freitag von
09:00 bis 15:00 Uhr unter 0810 810 227 (max. Euro 0,1/Minute)
erreichbar ist. Im Laufe der kommenden zwei Jahre sind zudem
Workshops, Schulungsvideos, weitere Marketingideen sowie eine
umfassende Rezeptsammlung geplant.
Pausenverpflegung an österreichischen Schulen
Im Vorfeld wurde von der AGES im September 2011 eine Vollerhebung
durchgeführt, mit der erstmals bundesweite Daten über den
Pausenverkauf an österreichischen Schulen zur Verfügung stehen. 1.814
Schulen ab der 5. Schulstufe - Hauptschulen, Allgemeinbildende Höhere
Schulen (AHS) und Berufsbildende Höhere Schulen (BHS) - wurden
kontaktiert, 94 Prozent beteiligten sich an der Umfrage. 84 Prozent
der befragten Schulen verfügen über einen Pausenverkauf -
Spitzenreiter sind AHS mit 95 Prozent, gefolgt von BHS mit 90 Prozent
und Hauptschulen mit 73 Prozent.
In acht von zehn Fällen wird das Schulbuffet von schulexternen
Unternehmen betrieben. Das "klassische Schulbuffet" findet man
hauptsächlich an höheren Schulen wie AHS und BHS, an Hauptschulen
erfolgt die Pausenverpflegung häufig auch über "fliegende Händler",
wie etwa (örtliche) Bäckereien, Lebensmittelhändler etc. oder über
Schulwarte. 15 Prozent der Schulen verfügen über eine eigene
Versorgungsstruktur wie z. B. eine Schulküche, die auch den
Pausenverkauf organisiert.
Ernährungsstatus von Schülerinnen und Schülern
In Österreich sind laut den aktuellsten vorliegenden Zahlen
(Ernährungsbericht 2008) elf Prozent der Sechs- bis 15-Jährigen
übergewichtig und weitere acht Prozent adipös. Das bedeutet einen
Anstieg im Vergleich mit den Zahlen des Ernährungsberichts 2003 von
50 Prozent bei den Sechs- bis Neunjährigen bzw. sogar um 80 Prozent
bei den Zehn- bis 15-Jährigen. Kinder und Jugendliche gehören daher
zu den Hauptzielgruppen der Maßnahmen im Rahmen des nationalen
Aktionsplans Ernährung. Ein wichtiger Maßnahmenschwerpunkt ist dabei
die Schulverpflegung.
"Damit österreichweit möglichst viele Schülerinnen und Schüler von
der Initiative "Unser Schulbuffet" profitieren, ist eine aktive
Mitarbeit der Länder notwendig", betont Gesundheitsminister Stöger.
Da die Zuständigkeiten und Verantwortungsverteilung in den Ländern je
nach Schulorganisation bzw. Schulform sehr unterschiedlich sind, hat
das Gesundheitsministerium alle Verantwortlichen für Gesundheit und
Bildung in den Ländern eingeladen, sich aktiv an der Initiative
"Unser Schulbuffet" zu beteiligen und am Aufbau eines
österreichweiten Netzwerkes zur Verbesserung der Schulverpflegung
mitzuwirken.
Nähere Informationen erhalten SchulbuffetbetreiberInnen und alle
anderen Interessierten unter www.unserschulbuffet.at und unter Tel:
0810 810 227 (Mo - Fr 9 bis 15 Uhr, max. Euro 0,1/Minute).
Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Gesundheit Fabian Fußeis, Pressesprecher Radetzkystraße 2, 1030 Wien Tel.: +43/1/71100-4505 , Fax: +43/1/71100-14304 mailto:[email protected] http://www.bmg.gv.at
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