ÖAMTC-Umfrage zeigt: Pendler und Wiener großteils gegen Ausweitung der Kurzparkzonen
Club lehnt Gebührenerhöhung und Ausweitung der Kurzparkzonen als Autofahrer-Schröpfaktion ab
Wien (OTS) - Ab 1. März 2012 werden die Gebühren in den Wiener
Kurzparkzonen um satte 67 Prozent angehoben. Zusätzlich wird derzeit
eine Ausdehnung der blauen Zonen in die Vorstadtbezirke diskutiert.
In einer repräsentativen Meinungsumfrage mit 400 Befragten in Wien
und Niederösterreich hat der Club die Einstellung der Bevölkerung zu
diesen Plänen erhoben. "Sowohl bei den Einpendlern aus
Niederösterreich als auch bei den Wienern gibt es großen Widerstand
gegen die Ausweitung der Zonen. Rund zwei Drittel der Befragten sind
dagegen", fasst ÖAMTC-Jurist Martin Hoffer zusammen. Die Erhöhung der
Parkgebühren wird generell als unnötige Schröpfaktion empfunden. 75
Prozent der Befragten empfinden die Anhebung als zu hoch.
Dabei erkennen die Bürger durchaus an, dass es in bestimmten
Gebieten der Stadt Handlungsbedarf gibt. "Es ist verständlich, dass
es nicht gern gesehen wird, wenn Pendler ihr Fahrzeug in den ohnehin
dicht verparkten Bereichen abstellen. Durch die Einführung des
Parkpickerls kommen jedoch zusätzliche Kosten auf die Autobesitzer
zu", erklärt der ÖAMTC-Experte. Das beginnt beim Pickerl selbst und
endet damit, dass für das Fahren in viele Bereiche der Stadt eine
hohe Gebühr zu bezahlen ist. "Im Endeffekt wird es so sein, dass die
Wiener einen höheren Beitrag zu den Parkgebühren leisten als die
Einpendler", schätzt der ÖAMTC-Jurist.
Die geplante Ausweitung der Kurzparkzonen wird auch den Freizeit-
und Kulturverkehr massiv beeinträchtigen. Die Besucher von
innerstädtischen Veranstaltungen oder Lokalen dürfen ihr Auto
zukünftig nicht länger als zwei Stunden auf der Straße abstellen.
Die wichtigsten Ergebnisse der ÖAMTC-Umfrage
* Die Anhebung der Parkgebühren um rund zwei Drittel empfinden 75
Prozent der Befragten als zu hoch. Besonders belastet fühlen sich
Senioren. Bei ihnen liegt die Ablehnung sogar bei 80 Prozent.
* Eine klare Mehrheit spricht sich gegen eine Ausdehnung der
Kurzparkzonen bis in Stadtrandgebiete aus. Zwei Drittel der Bewohner
der möglicherweise betroffenen Bereiche sind dagegen.
* Der Forderung des ÖAMTC, zuerst den öffentlichen Verkehr
attraktiver und leistungsfähiger zu machen, bevor mit Parkgebühren
abkassiert wird, stimmen 75 Prozent der Befragten zu. Die
Befürwortung liegt naturgemäß in Niederösterreich noch höher als in
Wien, nämlich bei 81 Prozent.
* 71 Prozent der Befragten wollen, dass die zulässige Abstelldauer in
den Kurzparkzonen von derzeit zwei auf maximal drei Stunden
ausgedehnt wird.
* Neben einer ganz klaren Ablehnung für die Gültigkeit der blauen
Zonen am Wochenende und an Feiertagen (wie derzeit im 15. Bezirk)
fordern die Befragten, dass die Gebührenpflicht schon früher als um
22 Uhr endet.
* Der ÖAMTC spricht sich klar gegen Kurzparkzonen außerhalb des
Gürtels aus. "Zielführender wäre ein ähnliches Modell wie in Graz, wo
auf gestaffelte, moderate Gebühren ohne Parkzeitbeschränkung gesetzt
wird", erklärt der ÖAMTC-Jurist. "Auf jeden Fall sollte man aber die
Bürger fragen, ob sie überhaupt 'zwangsbeglückt' werden wollen."
Stefan Tschernutter
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