- 24.01.2012, 12:37:12
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WKÖ-Hochhauser fordert Ausbau geförderter Betriebspraktika für Migranten
Hohes Bildungsniveau ist Schlüssel zu höherer Beschäftigung von Zuwanderern - Wirtschaftskammer hilft mit "Mentoring für MigrantInnen" bei Arbeitsplatzsuche
Wien (OTS/PWK048) - "Ein hohes Bildungsniveau ist das Um und
Auf, um Arbeitslosigkeit zu verhindern - das gilt für Österreich und
noch viel mehr für Migranten", stellt die Generalsekretärin der
Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Anna Maria Hochhauser, im
Hinblick auf eine aktuelle Arbeiterkammer-Studie zu den Problemen von
Migranten am österreichischen Arbeitsmarkt fest. "Bei höherem
Ausbildungsniveau sind die Arbeitslosenquoten von In- und Ausländern
vergleichbar." So liegt die Arbeitslosenrate von Akademikern unter
Österreichern bei 3,9 %, während sie bei Nicht-Österreichern 4,0 %
beträgt.
Die geäußerte Kritik im Hinblick auf die Anerkennung von
Qualifikationen sei aus Sicht der gewerblichen Wirtschaft nur bedingt
nachvollziehbar. "Im Vergleich zu den freien Berufen ist der Zugang
zur selbständigen Berufsausübung in der gewerblichen Wirtschaft
wesentlich einfacher", so Hochhauser.
Wer in einem österreichischen Unternehmen arbeiten möchte, sollte
sich natürlich entsprechend seiner Kompetenzen bewerben, um
Fertigkeiten und Wissen optimal einbringen zu können. "Im allgemeinen
besteht zwischen Unternehmen und Mitarbeitern ein gemeinsames
wirtschaftliches Interesse, bestgeeignete Bewerber auf die richtigen
Stellen zu vermitteln", so Hochhauser. Wenn Unsicherheiten bei
Zeugnissen bestehen, seien die Wirtschaftskammern gern bereit,
Hilfestellungen zu geben.
Hinzu kommt: Bei der Suche nach einem Job geht es nicht nur um die
formale Qualifikation, sondern auch darum, sich am österreichischen
Arbeitsmarkt unter Beweis zu stellen. Da Arbeitgeber nicht immer
einschätzen können, was von ausländischen Bildungsabschlüssen zu
erwarten ist, fordert die Wirtschaftskammer den Ausbau von
geförderten Betriebspraktika. "Qualifizierte Migranten könnten damit
Referenzen und das Zeugnis eines österreichischen Arbeitgebers
erwerben", betont Hochhauser. Zudem verlangt die Wirtschaft seit
langem mehr fachspezifische Deutschkurse.
Prinzipiell sei nicht zu verhehlen, dass sich Migranten oft
schwerer tun, beruflich Fuß zu fassen. "Die wichtigsten Gründe sind
fehlende Kontakten, unzureichende informelle Kenntnisse über den
österreichischen Arbeitsmarkt oder nicht ausreichende - vor allem
fachspezifische - Sprachkenntnisse", so die WKÖ-Generalsekretärin.
"Die Wirtschaft hat hier schon vor Jahren reagiert und 2008 gemeinsam
mit dem Österreichischen Integrationsfonds und dem
Arbeitsmarktservice das für den deutschsprachigen Raum einzigartige
Programm 'Mentoring für MigrantInnen' (www.wko.at/mentoring) ins
Leben gerufen, um hier gezielt zu unterstützen." Dabei helfen
Persönlichkeiten aus der Wirtschaft Migranten dabei, einen
Arbeitsplatz zu finden. "Vor allem für gut qualifizierte Migranten
sind persönliche Netzwerke sehr oft der Schlüssel zum erfolgreichen
Berufseinstieg", betont Hochhauser. Bislang wurden mehr als 600
Mentoringpaare gebildet. Rund 40% der Mentees konnten - nicht
zuletzt durch die Unterstützung ihrer Mentoren - erfolgreich an
österreichische Unternehmen vermittelt werden.
Abschließend weist die WKÖ-Generalsekretärin darauf hin, dass in
den vergangenen Jahren vermehrt - höher qualifizierte - Zuwanderer
aus der EU nach Österreich gekommen sind. Durch die nicht zuletzt auf
Betreiben der Wirtschaft am 1. Juli 2011 eingeführte
Rot-Weiß-Rot-Card sei zu erwarten, dass auch höher qualifizierte
Migranten aus Drittstaaten verstärkt Zugang zum österreichischen
Arbeitsmarkt finden werden. (SR)
Rückfragehinweis:
Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit Mag. Margit Kreuzhuber Tel.: (+43) 0590 900-4532, F:(+43) 0590 900-3588 mailto:[email protected] http://wko.at/sp Abteilung für Bildungspolitik Dr. Klaus Schedler Tel.: (+43) 0590 900-4088, F:(+43) 0590 900-261 mailto:[email protected] http://wko.at/bp
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