• 24.01.2012, 10:49:35
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Lech Walesa und Hans-Dietrich Genscher zu Besuch im Wiener Rathaus

Wien (OTS) - Im Zuge des "Wiener Kongresses com.sult", der heute
im Haus der Industrie stattfindet, kamen Montag Abend zwei politische
Visionäre zu Kamingesprächen ins Wiener Rathaus: Hans-Dietrich
Genscher und Lech Walesa.

Sowohl der ehemalige deutsche Vizekanzler und Außenminister als auch
der Friedensnobelpreisträger und ehemalige polnische Präsident
zeigten sich in der Diskussion von einem gemeinsamen Europa
überzeugt. Selbst dann, wenn die Visionen der einzelnen
Mitgliedsländer unterschiedlich seien. Als große Herausforderungen
sahen beide, Europa zu gleichem Wohlstand zu führen. Es gebe kein
Muss "alles zu integrieren", so Walesa. Vielmehr gelte es, gemeinsame
Ziele zu definieren, "die die Interessen aller Europäer beinhalten".
Er vermisse die Praktiker in der Politik. Der Mensch müsse wieder
mehr in den Fokus rücken und Regierungen die Wirtschaftstreibenden -
die schließlich für die Jobs sorgen würden - dahingehend unterstützen
aber auch fordern. "Mit Demagogie ist da nichts zu gewinnen". Den
Kapitalismus von heute sehe er jedenfalls nicht als das richtige
Wirtschaftssystem, erklärte Walesa.

Genscher unterstrich seinerseits die Wichtigkeit des Mauerfalls für
ein gemeinsames Europa. Anders als europäische Revolutionen davor sei
diese Veränderung "vom Kopf und der Basis getragen" worden. Zwar gebe
es so etwas wie eine europäische Grundidentität, die
Unterschiedlichkeiten dürften aber nicht geleugnet werden. Auch
Genscher meinte, dass man Europa nicht nur auf wirtschaftlicher Basis
errichten könne. Vielmehr sei neben einer engeren Zusammenarbeit in
der Wirtschaft auch eine engere außenpolitische Zusammenarbeit
notwendig. Globales Denken sei jetzt gefordert, "wir müssen uns auch
überlegen, wie wir am besten mit China kooperieren können". "Europa
ist eine Botschaft an alle anderen Länder - wir haben aus unserer
Geschichte gelernt", schloss Genscher.

Für ihre Führungsqualitäten während des Falles der Mauer werden
Hans-Dietrich Genscher und Lech Walesa mit dem "Golden Arrow"
ausgezeichnet. Mit dem Preis ehrt der Kongress seit 2006 Menschen,
"die außergewöhnliche Ideen realisieren und Visionen umsetzen". Zu
den bisherigen Preisträgern zählen Shimon Peres, Joschka Fischer,
Mark Spitz, Buzz Aldrin und Vaclav Klaus.

Über den Kongress

Der "Wiener Kongress com.sult" - Österreichs größter Wirtschafts- und
Standortkongress - findet mittlerweile zum neunten Mal statt. Unter
dem Motto "Challenges of Leadership in Europe" bringt die
Veranstaltung dieses Jahr Visionäre, Politiker und
Wirtschaftskapitäne zusammen, um die aktuellen Herausforderungen in
Europa zu diskutieren, darunter nicht zuletzt die Schuldenkrise. Mehr
Informationen zum Kongress unter www.com.sult.cc .

o Pressebilder:
  www.wien.gv.at/gallery2/rk/run.php?g2_itemId=15085
  www.wien.gv.at/gallery2/rk/run.php?g2_itemId=15088

Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
www.wien.gv.at/rk/
Erwin Kadlik
Presse- und Informationsdienst der Stadt Wien (MA 53)
Telefon: 01 4000-81083
E-Mail: [email protected]

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