• 23.01.2012, 12:11:34
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Lebenshilfe: Sonderschule mit inklusiver Schule nicht vereinbar

Alarmierende Festlegung von Unterrichtsministerin Schmied vor entscheidender Verhandlungsrunde

Wien (OTS) - "Wir fordern ein durchlässiges und inklusives
Schulsystem von der Pflichtschule bis zur Oberstufe, an dem Schüler
und Schülerinnen mit Beeinträchtigungen von Beginn an teilnehmen
können", fordert Lebenshilfe-Präsident Univ.-Prof. Dr. Germain Weber
heute.

Alarmglocken lösen bei der Lebenshilfe Österreich die Aussagen von
Unterrichtsministerin Claudia Schmied zu einer parlamentarischen
Anfrage der Grünen aus. Geht es nach Schmied, seien im jetzigen
Schulsystem die Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention bereits
erfüllt. Des Weiteren lässt Schmied keinen Zweifel daran, weiterhin
am System der Sonderschulen festzuhalten. Die Lebenshilfe lehnt die
Beibehaltung des Schulsystems mit Regelschulen und Sonderschulen
strikt ab, da der separate Unterricht von Kindern mit und ohne
Beeinträchtigungen eindeutig den Regeln der
UN-Behindertenrechtskonvention wiederspricht. "Kinder mit
Beeinträchtigungen und ihre Eltern sollten in erster Linie das
Angebot erhalten, eine inklusive Schule zu besuchen. Das gegenseitige
Lernen von Kindern mit und ohne Behinderungen befähigt zu einer
solidarischen Grundeinstellung und stellt einen unschätzbaren Wert
für unsere Gesellschaft dar", erläutert Weber.

Der Erhalt von Sonderschulen parallel zu Regelschulen hält nicht
nur Menschen mit Beeinträchtigungen auf einem lebenslangen Sonderweg
am Rande der Gesellschaft, sondern ist auch kostspielig in der
Erhaltung. "Wir wissen aus Studien, dass die inklusive Schulbildung
mehr Ressourcen einspart als sie Kosten verursacht", betont Weber und
fordert, den Zugang zu Bildung für Menschen mit Beeinträchtigungen
auf alle Schulstufen und Schultypen auszudehnen.

Die Umsetzung der Bestimmungen der UN-Behindertenrechtskonvention
erfordert eine Umwandlung der Sonderschulen in inklusive Schulen für
alle Kinder. Diesen Reformprozess hat die Lebenshilfe bereits vor
zwei Jahren mit ihrem Stufenplan zur inklusiven Schule angeregt, der
bis 2016 einen schrittweisen Umbau des Schulsystems und eine
Umverteilung der Ressourcen der Sonderschulen in inklusive Schulen
vorsieht. Weber: "Das hervorragende sonderpädagogische Wissen der
Sonderschulen soll allen Schülern und Schülerinnen zugutekommen."

Die Lebenshilfe blickt nun mit Spannung auf die nächste
Verhandlungsrunde im Unterrichtsministerium diese Woche, bei der ein
Entwicklungsplan hin zur inklusiven Schule erarbeitet werden soll.
"Wir erwarten uns vom Unterrichtsministerium eine klare
Positionierung und ein eindeutiges Bekenntnis zur inklusiven Bildung,
was im Endeffekt eine Distanzierung zur Sonderschule zur Folge haben
muss. Nur auf diesem Weg gelangen wir zu der tiefgreifenden
Strukturreform des Bildungssystems, die wir vehement einfordern",
schließt Weber.

Rückfragehinweis:
Lebenshilfe Österreich
Eva Schrammel
Tel.: 01/812 26 42 - 79 oder 0664/88 43 1996
mailto:[email protected]
www.lebenshilfe.at

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