OTS0103   23. Jan. 2012, 11:30

Berlakovich: Einkaufssackerl aus Bio-Plastik weiter forcieren

Pilotprojekt analysierte Akzeptanz und Hürden für Supermarktkunden


Einkaufssackerl aus biologisch abbaubarem Kunststoff
haben das Potenzial, herkömmliche Plastiktaschen Schritt für Schritt
zu ersetzen. Das hat ein Pilotversuch des Umweltministeriums in
mehreren Bundesländern ergeben. "Verpackungen aus abbaubarem Material
tragen zur Ressourcenschonung und zur Abfallvermeidung bei. Jedes
Plastiksackerl weniger, ist ein weiterer wichtiger Schritt zu noch
mehr Umweltschutz.", erklärte Umweltminister Nikolaus Berlakovich.

"Die KundInnen brauchen einerseits die Wahlmöglichkeit zwischen
den einzelnen Verpackungsarten, andererseits ausreichende
Information.", betonte Berlakovich, der das Projekt im Vorjahr in
Auftrag gegeben hat. Ein Verbot der Plastiksackerl ist aufgrund der
Europäischen Verpackungsverordnung nicht möglich.

"Österreich wird das Thema auch auf EU-Ebene weiterhin
thematisieren. Die zunehmende Anreicherung der Meere durch
Plastikgegenstände und Kunststoffteilchen bewirkt, dass auch andere
EU-Staaten immer sensibler auf die Verwendung von
Kunststoffverpackungen reagieren", sagte Berlakovich.

Pilotversuch ergibt: Zunehmende Akzeptanz von Bio-Kunststoff beim
Einkauf

Einen Teil des Pilotprojekts bildete eine Kundenbefragung in 19
Supermarktfilialen in Wien, Niederösterreich, dem Burgenland,
Oberösterreich und der Steiermark, in denen biogene Sackerl für Obst
und Gemüse angeboten wurden. 79 % der Befragten bewerteten die
Einführung biogener Sackerl positiv. 34 % der Befragten hatten die
Sackerl zum Zeitpunkt der Befragung schon bemerkt, 17 % hatten sie
bereits in Verwendung.

Die Erhebung zeigt auch, dass biogene Sackerl daheim eher
wiederverwendet werden als herkömmliche Plastiksackerl, und zwar zum
Sammeln des Bioabfalls oder für die Lagerung von Obst, Gemüse, Brot
und Gebäck. Herkömmliche Plastiksackerl werden öfter als ihre
biogenen Pendants gleich nach dem Einkauf entsorgt und landen auch
häufiger - nämlich zu 75 % - im Restmüll. Biogene Sackerl werden zu
62 % in der Biotonne oder im eigenen Kompost entsorgt.

Die Handelsketten, die in den ausgewählten Filialen biologische
Sackerl anbieten, haben unterschiedliche Erfahrungen gemacht:
Zwischen 4 und 36 % der KundInnen greifen zu Taschen aus biogenem
Kunststoff.

Grundsätzlich zeigt sich, dass biogene Sackerl in großstädtischen
Supermärkten weniger verwendet werden als in Filialen, die sich in
kleineren Gemeinden befinden. Für viele KundInnen ist auch der Preis
ein wichtiges Argument. Biogene Sackerl sind in der Produktion
kostenintensiver und sind daher auch in den Supermärkten um 5 oder 10
Cent pro Stück verkauft worden, während herkömmliche Plastiksackerl
gratis abgegeben werden.

Handel plant erweitertes Angebot an Öko-Verpackungsmaterial

Die meisten Handelsketten gaben an, in den kommenden Jahren
Maßnahmen für umweltfreundliche Verpackungsmaterialien entweder neu
setzen oder ausbauen zu wollen. Rewe will für die Eigenmarke "Ja!
Natürlich" 25 % der Kunststoffverpackungen für Obst und Gemüse bis
2015 durch Zellulose ersetzen. Spar plant Ähnliches für sei-ne
Früchte der Produktlinie "Natur pur". Lidl will das Angebot an
Papiertragetaschen, Tragetaschen auf Zuckerrohr-Basis,
Baumwolltaschen und Kunststoff-Klappboxen ausbauen. Auch M-Preis
möchte das Sortiment an Mehrweg-Taschen bzw. biologisch abbaubaren
Sackerln erweitern. Zielpunkt und Hofer haben über Maßnahmen in diese
Richtung noch nicht endgültig entschieden.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0103 2012-01-23 11:30 231130 Jän 12 MLA0001 0464



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