- 22.01.2012, 12:16:13
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ORF: Küberl für Maßnahmen gegen "Eindruck von Wahlgeschäften"
Kirchenvertreter im ORF-Stiftungsrat lobt Courage der Redakteure
Wien, 22.01.12 (KAP) Die "Causa Pelinka" sei "einen Millimeter vor
dem Abgrund beendet worden", nun gelte es im ORF Maßnahmen zu
setzen, um in Zukunft den "Eindruck von Wahlgeschäften" zu
vermeiden: Das sagte Caritas-Präsident Franz Küberl - als
Kirchenvertreter seit langem Mitglied im Stiftungsrat, dem obersten
ORF-Gremium - am Sonntag in einem "Kathpress"-Interview. Küberl
sprach sich für ein "erwachsenes und transparentes Verhältnis"
zwischen Parteipolitik und ORF aus. Er wünsche sich - wie es sagte -
Debatten nicht über die Personalpolitik des ORF, sondern über dessen
Programme.
Küberl selbst wird einen Beitrag zur Entflechtung zwischen Politik
und ORF leisten: Er leitet eine Arbeitsgruppe, die für den
Stiftungsrat einen Vorschlag ausarbeiten soll, wie eine
"Cooling-Off-Phase" zwischen dem Ausscheiden aus dem Rat und der
Übernahme eines auschreibepflichtigen ORF-Postens aussehen könnte.
Bisher sei die Rede von mindestens einem Jahr Abstand.
Küberl plädiert jetzt für klare Weichenstellungen, dass die jüngsten
Anlassfälle die letzten sein sollen, die signalisieren, dass man
"auf so eine Weise" zu Funktionen im ORF kommt. Da gelte es sich
"von einem System zu verabschieden", der Einfluss der Parteien müsse
Grenzen haben.
Küberl warnte im "Kathpress"-Interview zugleich vor einer
Überschätzung des ORF-Stiftungsrates: Dieses Gremium könne immer nur
ein "kontrollierendes und reflektierendes Gegenüber der
Geschäftsführung" sein. Diese solle von sich aus auf politische
Unabhängigkeit achten, wie dies etwa in den Ären der
Generalintendanten Gerd Bacher oder Gerhard Zeiler besser gelungen
sei, so die Einschätzung Küberls. Zuletzt habe sich der
Redakteursrat mit seinen deutlichen Wortmeldungen Verdienste um mehr
Unabhängigkeit im ORF gemacht und "eine Unerschrockenheit im Umgang
mit Macht und Einflussnahme gezeigt, von der sich die ORF-Oberen
eine Scheibe abschneiden könnten". Die Kompetenz und das Berufsethos
der Redakteure bezeichnete Küberl wörtlich als das "Fort Knox des
ORF", als dessen "Goldschatz".
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