- 20.01.2012, 17:15:54
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Kirche geht Vorbeugung von sexuellem Missbrauch global an
Internationales Kinderschutzzentrum der Päpstlichen Universität Gregoriana in München eröffnet
München, 20.01.12 (KAP) Die katholische Kirche verstärkt ihre
weltweiten Anstrengungen zur Vorbeugung von sexuellem Missbrauch. Am
Freitag wurde in München ein internationales Kinderschutzzentrum der
Päpstlichen Universität Gregoriana eröffnet. Ein Expertenteam wird
dort in den nächsten drei Jahren ein mehrsprachiges,
internetbasiertes Präventions-Lernprogramm für Kirchenmitarbeiter
entwickeln und mit Kooperationspartnern in acht Ländern erproben.
Träger des Zentrums ist die Erzdiözese München-Freising. Sie bringt
mit den deutschen Diözesen Augsburg, Osnabrück, der Kongregation der
Barmherzigen Schwestern und privaten Sponsoren auch die Kosten in
Höhe von 1,2 Millionen Euro auf. Die Einrichtung wird bei einem
Kongress, zu dem fast alle der 124 nationalen Bischofskonferenzen
Delegierte entsenden, Anfang Februar in Rom vorgestellt.
Das Symposium sei "ein weiterer Schritt auf einem langen und
schmerzhaften Weg", sagte der Vizerektor der Gregoriana, Hans
Zollner. Die flächendeckende Präsenz aller Kontinente zeige, "dass
es ein Bewusstsein gibt, dass sich etwas ändern muss", so der
Jesuitenpater. Nach der Aufarbeitung der Übergriffe und der Sorge
für die Opfer gelte es, in der Kirche eine neue Kultur des Hinsehens
zu etablieren. Von ihrem Selbstverständnis her sei die Kirche ein
gewaltfreier Ort.
Der Kongress wird vom Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal
William Levada, eröffnet. Auch der Münchner Kardinal Reinhard Marx
hält einen Vortrag. Weitere Teilnehmer sind 30 Ordensobere, Rektoren
großer Priesterseminare, Experten und Missbrauchsopfer. Laut Zollner
müssen außerdem bis zum Sommer auf Anweisung der
Glaubenskongregation alle Bischofskonferenzen Leitlinien zum Umgang
mit sexuellem Missbrauch erlassen.
Der Lehrplan des Trainingskurses für kirchliche Mitarbeiter ist auf
30 Stunden ausgelegt. Nach einer Prüfung gibt es ein Zertifikat der
Gregoriana. Inhaltlich geht es unter anderem um das Erkennen von
Risikofaktoren für Missbrauch, Gesprächsführung mit Opfern und deren
Familien, Sofortmaßnahmen, Rechtsgrundlagen und die Reflexion
eigenen Verhaltens. Die ersten Trainings sollen im September
beginnen. Kooperationspartner gibt es in Argentinien, Ecuador,
Indien, Indonesien, Italien, Kenia, Ghana und Deutschland.
Hinweis: Die Internetadresse des Kinderschutzzentrums lautet
www.elearning-childprotection.com
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