- 20.01.2012, 12:39:01
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Öllinger: Jahrestag der Wannseekonferenz - Antisemitismus bleibt Gefahr für Gesellschaft
Heute, Freitag, Uni Wien - Lesung aus den Protokollen der Wannseekonferenz mit Eckert, Maertens und Steinhauer
Wien (OTS) - "Welche Rolle spielen Antisemitismus und Rassismus in
der heutigen Gesellschaft? Ist eine antisemitisch und rassistisch
motivierte Massenvernichtung auch heute noch möglich? Welche Gefahren
gehen von derartigen Hassideologien für die demokratische
Gesellschaft aus? Diese Fragen muss sich eine Gesellschaft immer
wieder stellen. Der Jahrestag der Wannseekonferenz von 1942, bei der
die organisatorischen Voraussetzungen für die Shoah geschaffen
wurden, ist Anlass, diese Frage zu stellen", meint der Abgeordnete
der Grünen, Karl Öllinger.
Der unfassbar zynische, in einer rein administrativen und
organisatorisch-technischen Sprache gehaltene Inhalt des Protokolls
der Konferenz ist vielen Menschen nicht bekannt. Gerade deshalb wird
der Text des Protokolls heute von Andrea Eckert, Michael Maertens
und Erwin Steinhauer auf der Uni Wien gelesen.
Ort: Neues Institutsgebäude der Uni Wien - Hörsaal II
Beginn: 17 Uhr 30
Der Eintritt ist frei.
Die Veranstaltung wird unter der Adresse www.gruene.at live
gestreamt.
Einige Zitate aus der Lesung:
Aus den Waidhofener Beschlüssen der deutschnationalen
Burschenschaften von 1896:
"Der Verkehr mit einem Juden ist daher entehrend; man muss jede
Gemeinschaft mit Juden vermeiden."
Aus dem Protokoll der Wannseekonferenz (1942):
"Der allfällig endlich verbleibende Restbestand wird, da es sich bei
diesem zweifellos um den widerstandsfähigsten Teil handelt,
entsprechend behandelt werden müssen, da dieser, eine natürliche
Auslese darstellend, bei Freilassung als Keimzelle eines neuen
jüdischen Aufbaues anzusprechen ist."
Der ausschließende Antisemitismus ist aber auch nach der Niederlage
des Nationalsozialismus aktuell. Die akademische Burschenschaft
Suevia schreibt im Jahr 1960:
"Wir wollen und können es von Nichtdeutschen gar nicht verlangen, daß
sie sich zum Deutschtum bekennen und stehen auf dem allein
burschenschaftlichen Standpunkt, daß somit auch der Jude in der
Burschenschaft keinen Platz hat."
Und selbst im Jahr 2011 schreiben akademische Burschenschaften noch:
"Personen mit mehrheitlich außereuropäischen Vorfahren sind unter
Hinweis auf die Abstammungsgemeinschaft eines Volkes dementsprechend
keine Angehörigen des deutschen Volkes. Sie schulden auch nicht das
identitätsstiftende Eintreten für das deutsche Volk im vorgenannten
Sinne."
Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
mailto:[email protected]
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