- 20.01.2012, 12:03:04
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Energie Talk der EAA: Muss Energie teurer werden? - BILD

Wien (OTS) - Wie kann die Energiewende gelingen? Wer gewinnt in
der Konfrontation Umweltschutz versus Klimaschutz? Ist es möglich,
die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft zu sichern, ohne die Natur zu
zerstören und das Klima zu schädigen?
Beim Energie Talk IX der EnergieAllianz Austria diskutierten im
Saturn Tower der Naturwissenschaftler und Umweltökonom Prof. Ernst
Ulrich von Weizsäcker und Gerald Grohmann, Vorstandsvorsitzender des
Ölfeldausrüsters Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment AG zum Thema
"Umweltschutz versus Klimaschutz". Dabei haben sie einen spannenden
Ausblick in die Zukunft der Energiewirtschaft geboten:
Der riesige Energiehunger geht laut Grohmann derzeit vor allem von
aufstrebenden Wirtschaftsnationen wie China und Indien aus. Er sieht
daher "eine ungebrochen steigende Nachfrage nach Öl und Erdgas". Aus
seiner Sicht ist ein hoher Ölpreis auch wichtig für die Energie- und
Umweltpolitik: Denn dieser stelle die Versorgung sicher und führe zu
einem verantwortungsvolleren und effizienteren Umgang mit Energie.
"Außerdem rechnen sich viele alternative Energieformen eher erst bei
einem hohen Ölpreis als bei einem niedrigen", sagt Grohmann.
"Wir müssen Energie teurer machen"
Weizsäcker will den Klimaschutz über den Umweltschutz stellen.
Dass sich Industriebetriebe, Unternehmen und Konsumenten konstant
niedrige Energiepreise wünschen, sei nicht zukunftsweisend und müsse
ein Ende haben, fordert er: "Energie sollte in kleinen Schritten,
parallel mit dem Fortschritt der Energieproduktivität, teurer gemacht
werden." Zugleich müsse aber durch ein sozialverträgliches Modell
sicher gestellt werden, dass die durchschnittlichen monatlichen
Energieausgaben von privaten Haushalten gleich bleiben.
Bei der effizienten Nutzung von Energie seien die Möglichkeiten
noch lange nicht ausgeschöpft, sondern um ein Fünffaches steigerbar.
"Es muss das Ziel sein, fünf Mal so viel Wohlstand aus einer
Kilowattstunde herauszuholen", erklärt von Weizsäcker: "Technisch ist
diese Energieeffizienz möglich, aber unter den Bedingungen billiger
Energie wird sie nicht stattfinden - daher benötigen wir höhere
Preise."
Grohmann sagt, er finde es "gut und richtig, dass wir große
Anstrengungen in die Weiterentwicklung erneuerbarer Energien setzen".
Dennoch bestehe ein deutlicher Unterschied in der Größenordnung.
Während heute 80 Prozent der Primärenergie aus fossilen
Energieträgern stammen, mache der Anteil der erneuerbaren Energie
wenige Prozent aus. "Da stehen wir erst am Anfang und werden in den
nächsten Jahrzehnten an Öl und Gas nicht vorbeikommen", sagt er.
Effizienz und Produktivität auf die Nutzung von Energieressourcen
anzuwenden, halte er dagegen für eine lohnende Sache. "Wir müssen
anstreben, dass wir durch die Erhöhung des Wirkungsgrades weniger
Energie brauchen", sagt Grohmann.
Einig waren sich von Weizsäcker und Grohmann auch in der
Ablehnung, aus Nahrungsmitteln Treibstoff herzustellen. "Ich finde es
perfide, die Probleme der CO2-Emissionen dadurch lösen zu wollen,
dass wir Nahrungsmittel knapper und teurer machen", sagt Grohmann.
Bis die Energiewende erreicht sei, werde es "noch ein sehr
schwieriger und langer Weg", meint Grohmann. Von Weizsäcker zeigt
sich optimistisch: "Es muss gelingen, ernsthaften Klimaschutz und
zugleich Wohlstand zu schaffen."
Über EAA-EnergieAllianz Austria:
Die EAA-EnergieAllianz Austria - mit Standorten in Österreich
(Wien, Linz) und Deutschland (Essen, München, Berlin) - zählt zu den
führenden Energievertriebsunternehmen in Mitteleuropa. Das
Unternehmen beliefert 3,2 Mio. Kundenanlagen mit Strom, Erdgas und
allen dazugehörenden Services und Dienstleistungen. Im letzten
Geschäftsjahr erwirtschaftete die EAA einen Umsatz von über 2 Mrd.
EUR und belieferte Kunden in allen Verbrauchsegmenten mit insgesamt
18 TWh Strom sowie 17 TWh Erdgas.
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