- 20.01.2012, 11:53:05
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Karlheinz Töchterle: Universitäten haben sich sehr positiv entwickelt
Wissenschafts- und Forschungsminister präsentiert Universitätsbericht 2011 - umfassende Bestandsaufnahme der vielfältigen Aufgabenstellungen an Universitäten

Wien (OTS) - Wissenschafts- und Forschungsminister Dr. Karlheinz
Töchterle hat heute anlässlich der Übermittlung an das Parlament den
Universitätsbericht 2011 präsentiert. "Die Universitäten haben sich
sehr positiv entwickelt. Der Universitätsbericht 2011 belegt
eindrucksvoll die vielfältigen Aufgabenstellungen der Universitäten
und bietet eine fundierte Informationsbasis", so der Minister in der
gemeinsamen Pressekonferenz mit Generalsekretär Mag. Friedrich
Faulhammer (Sektionsleiter der Sektion 1), Abteilungsleiter Dr.
Günter Burkert (Vertreter der Sektion 2) und Dr. Elisabeth Freismuth
(Sektionsleiterin der Sektion 3).
Der Universitätsbericht 2011 ist der dritte Bericht an den
Nationalrat auf Basis des Universitätsgesetzes (§ 11 UG). Wesentliche
Grundlage für den Bericht sind die Berichte der einzelnen
Universitäten (Rechnungsabschlüsse, Leistungsberichte,
Wissensbilanzen). Der in elf Kapitel gegliederte Bericht behandelt
die bisherige Entwicklung und künftige Ausrichtung der 22
öffentlichen Universitäten und bietet ein breites Spektrum:
Entwicklung des österreichischen Hochschulraums, Finanzierung und
Steuerung der Universitäten im Berichtszeitraum, Qualitätssicherung,
Personal und Nachwuchsförderung, Forschung an Universitäten, Studien,
Lehre und Weiterbildung; Studierende, Absolventinnen und Absolventen;
Beratung und Förderung von Studierenden, Gleichstellung und
Frauenförderung, Internationalisierung und Mobilität sowie
Universitäten, Wirtschaft und Gesellschaft.
Universitätsbericht 2011 - ausgewählte Aspekte im Überblick:
Finanzierung der Universitäten - deutliches Budgetplus seit 2007
Die jährlichen Ausgaben des Bundes für den gesamten Hochschulbereich
sind seit 2007 um rund 22% gestiegen, die Ausgaben eingeschränkt auf
den Universitätsbereich um 18%. Im Berichtszeitraum wurde die erste
dreijährige Leistungsvereinbarungsperiode 2007-2009 beendet, für die
der Bund insgesamt 6,863 Mrd. Euro zur Finanzierung der Universitäten
bereitstellte. Für die laufende Periode 2010 bis 2012 wird den
Universitäten ein Gesamtbetrag von 7,888 Mrd. Euro zur Verfügung
stehen.
Personal und Nachwuchsförderung
Nach mehrjährigen Verhandlungen haben der Dachverband der
Universitäten und die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst 2009 einen
Kollektivvertrag abgeschlossen, der mit 1. Oktober 2009 in Kraft
getreten ist. An den Universitäten waren im WS 2010 insgesamt 51.138
Personen beschäftigt. 46% der Beschäftigten sind Frauen.
Betreuungsrelation
Im WS 2007/08 entfielen auf ein Vollzeitäquivalent des universitären
Lehrpersonals durchschnittlich 20,5 ordentliche Studierende, die
Relation von Professor/inn/en zu Studierenden betrug 1 zu 123. Diese
Zahlenverhältnisse haben sich im Berichtszeitraum infolge der
gestiegenen Studierendenzahlen um 12% bzw. 18% verschlechtert. Ein
besseres Verhältnis zeigt sich, wenn sämtliches Lehrpersonal
gerechnet wird. Eine deutlich günstigere Zahlenrelation zeigt sich
auch, wenn nur "prüfungsaktive Studierende" berücksichtigt werden: Im
Studienjahr 2009/10 entfielen auf ein Vollzeitäquivalent des
universitären Lehrpersonals durchschnittlich 12 "prüfungsaktive
Studierende" und je Professor/in durchschnittlich 73 "prüfungsaktive
Studierende".
Forschung an Universitäten
Österreich ist zu einem forschungsintensiven Land geworden. Die
Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) in Österreich lagen 2009
bei 7,48 Mrd. Euro. Universitäten und Hochschulen gehören zu den
Hauptakteuren in der österreichischen Forschungslandschaft. 2009
waren an den Universitäten 35.255 Personen mit Forschung und
Entwicklung beschäftigt, das ist fast ein Viertel aller
F&E-Beschäftigten in Österreich.
Lehre und Studienangebot
Die Umstellung auf die Bologna-Studienarchitektur ist im
Berichtszeitraum weiter vorangeschritten: im WS 2011 machen Bachelor-
und Masterstudien bereits 84% des ordentlichen Studienangebots aus,
10% sind Doktoratsstudien und nur mehr 6% Diplomstudien.
Absolvent/inn/enzahlen gestiegen
Der Berichtszeitraum weist durchgehend steigende
Absolvent/inn/enzahlen auf. Mit 27.926 Studienabschlüssen wurde im
Studienjahr 2009/10 ein neues Maximum erreicht, das 26% über der
Absolvent/inn/enzahl des Studienjahres 2006/07 lag.
Studierendenzahlen/Hochschulprognose 2011
Im Berichtszeitraum haben sich die Studierendenzahlen an den
Universitäten um 22 Prozent erhöht. Voraussichtlich wird sich die
Zahl der pro Jahr erstzugelassenen Personen im gesamten
Hochschulbereich (Universitäten, FH, Pädagogische Hochschulen,
Privatuniversitäten) langfristig auf hohem Niveau bei rund 64.000 bis
66.000 stabilisieren.
Beratung und Information von Studieninteressierten und Studierenden
Mit dem Maßnahmenpaket "Studienwahlberatung Neu" wollen BMWF und
BMUKK gemeinsam mit der ÖH die Studienwahlberatung maßgeblich
verbessern. Die Studierendenanwaltschaft fungiert als zentrale
Anlaufstelle für die Anliegen in- und ausländischer Studierender und
Studieninteressierter aus dem gesamten tertiären Bereich.
Soziale Förderung von Studierenden
2010 betrugen die gesamten Sozialaufwendungen des BMWF für
Studierende 203,9 Mio. Euro. Das bedeutendste direkte
Förderinstrument ist die Studienbeihilfe. Untersuchungen belegen die
Wirksamkeit dieser Förderung und seine soziale Zielgenauigkeit. Im
Studienjahr 2009/10 bezogen rund 34.500 Studierende eine
Studienbeihilfe. Die Studienförderungsnovelle 2007 brachte eine
Erhöhung der Beihilfen um 12% und damit eine Erhöhung der
durchschnittlichen Beihilfen. Mit der Novelle 2008 wurden
substanzielle Verbesserungen für spezielle Zielgruppen (z.B.
Studierende mit Kindern, "Selbsterhalter") umgesetzt. Laut
Sozialerhebung 2009 bezieht ein Viertel aller Bildungsinländer/innen
eine Form von staatlicher Studienförderung ("Staatliche
Stipendienbezugsquote"). Die wesentlichsten indirekten
Fördermaßnahmen sind Familienbeihilfe, Krankenversicherung für
Studierende und eine Förderung nach dem Einkommensteuergesetz 1988.
Im Jahr 2010 wurde für rund 120.000 Studierende die Familienbeihilfe
bezogen.
Präsenz der Frauen im Hochschulbereich
Der Trend zu einer erhöhten Repräsentanz der Frauen im
Hochschulbereich setzt sich weiter fort und bleibt ein wesentliches
Ziel für die Weiterentwicklung. Auf der Ebene des
Hochschulmanagements hat sich die Präsenz von Frauen weiter erhöht -
nicht zuletzt aufgrund der verpflichtenden Frauenquote (40%) für
universitäre Gremien. Bei den Vizerektorinnen stieg der Anteil der
Frauen von 29% (WS 2007) auf 40% im WS 2010, bei den Vorsitzenden des
Senats von 17% auf 29%. Mit Beginn des WS 2011 gibt es vier
Rektorinnen an der Spitze der 22 österreichischen Universitäten.
Mobilität von Studierenden
Im Studienjahr 2010/11 absolvierten rund 6.000 Studierende einen
Auslandsaufenthalt im Rahmen eines internationalen
Mobilitätsprogramms. Der Anteil derer, die einen
Erasmus-Studienaufenthalt oder ein Erasmus-Praktikum absolvieren, ist
auf mittlerweile zwei Drittel angestiegen.
Der gesamte Universitätsbericht 2011 sowie eine Kurzfassung sind
unter www.bmwf.gv.at abrufbar.
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at
Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung Minoritenplatz 5, 1014 Wien Pressesprecherin: Mag. Elisabeth Grabenweger Tel.: +43 1 531 20-9014 mailto: [email protected] www.bmwf.gv.at
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