OTS0093   20. Jan. 2012, 11:39

Berlakovich: Müssen Investitionskraft der heimischen Landwirtschaft absichern

Für zukunftsfähiges Strukturprogramm, gegen Eingriff in Bauerneinkommen


Bei der gerade in Berlin stattfindenden "Grünen
Woche" hat sich Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich heute
deutlich für ein zukunftsfähiges Strukturprogramm, aber gegen einen
Eingriff in die Bauerneinkommen ausgesprochen. "Wir schnüren derzeit
ein Sparpaket, da wir die Bonität und Zukunft Österreichs absichern
müssen. Auch die Landwirtschaft, die sich in einem massiven
europäischen und nationalen Spannungsfeld befindet, soll einen
Beitrag leisten. Die vollkommen falsche Antwort wäre jedoch, die
Investitionskraft dieses sensiblen Sektors und unserer Bäuerinnen und
Bauern zu schwächen. 1,- Euro an bäuerlicher Investitionsförderung
löst weitere 5,- Euro an Investitionen in der Wirtschaft aus. Der
Agrarbereich hat außerdem wie kein anderer Reformen ertragen und
bereits umfangreiche Einsparungen - 240 Mio. Euro bis 2015 -
eingeleitet. Um die Wettbewerbsfähigkeit und Investitionskraft
unseres Sektors im Sinne von ganz Österreich abzusichern, lautet mein
Ziel deswegen: Effizienter verwalten, wettbewerbsfähig erhalten."

Ohne Zahlungen keine Bauern, ohne Bauern Importabhängigkeit

"Ich will eine Landwirtschaft, die Österreich ernähren kann und
viele weitere Leistungen bietet. All jenen, die die Agrarbranche
bluten sehen wollen, sei gesagt: Ihr riskiert leistbare Lebensmittel,
gepflegte Landschaften, einen vitalen ländlichen Raum und
Umweltschutz. Daher sage ich klar: Sparen ja, ruinieren nein! Ohne
Zahlungen gibt es keine Bauern und ohne Bauern die totale
Abhängigkeit von anderen Ländern. Angesichts einer unsicheren
Wirtschaftssituation unsere NahrungsmittelerzeugerInnen aufzugeben,
wäre so, als würde man daheim die Speisekammer ausräumen und den
Kühlschrank entsorgen", unterstrich Berlakovich.

"Jedes Jahr hören ohnehin rund 4.000 bäuerliche Betriebe auf und
üben einen Druck auf den Arbeitsmarkt aus. Es kann nicht unser Ziel
sein, diese Entwicklung zu verschärfen. Zudem werden die Bäuerinnen
und Bauern ohnehin von den allgemeinen Sparmaßnahmen betroffen sein",
betonte der Landwirtschaftsminister. Ein zwei- bis dreimaliges
Schröpfen müsse verhindert werden.

Zusammenlegung von Bundesanstalten und schlanke Gastro-Strukturen

"Die Landwirtschaft ist ein wichtiger Wirtschaftsmotor, was man
auch hier in Berlin erkennen kann. Ich will diesen im Sinne aller
Österreicherinnen und Österreicher zukunftsfit machen und auf
zuverlässige Schienen stellen", so Berlakovich. Anstelle eines
Eingriffs in die Bauerneinkommen arbeiten wir an einem
zukunftsfähigen Strukturprogramm. Inhalt dessen soll etwa die
Zusammenlegung von Bundesanstalten (Bergbauernfragen,
Agrarwirtschaftliches Institut und Milchwirtschaft) sein. Im
Gastro-Bereich wird es eine "ARGE Regionale Qualität in der
Gastronomie" als gemeinsame Betreuungs- und Kontrollstruktur von
gastronomischen Organisationen geben. Zu diesen zählen Genuss Region
Österreich, Beste Österreichische Gastlichkeit, Vereinigung
Kulinarischer Initiativen Österreich und Kulinarisches Erbe
Österreich.

Bereits in Loipersdorf 240 Mio. Euro Einsparungen eingeleitet

"Wir haben außerdem bereits in Loipersdorf umfangreiche
Sparbeiträge eingeleitet. Bis 2015 sind 240 Millionen Euro geplant,
vor allem bei der Agrarmarkt Austria, Verbänden, Kammern und bei
Ländlichen Entwicklungs-Projekten", so Berlakovich. "Ansonsten kann
ich nur sagen: Schneiden wir uns nicht ins eigene Fleisch. Bei einem
70 Milliarden-Budget für ganz Österreich macht die Landwirtschaft
summa summarum nicht einmal 3% aus, das ist für die ungeheure Fülle
an Leistungen eine bestens investierte Summe. Ich wehre mich
jedenfalls mit aller Schärfe gegen ein Bauernopfer, es geht um
Existenzen und eine der wichtigsten Lebensgrundlagen aller
Österreicherinnen und Österreicher", so der Minister.

Mit Allianzen und Hartnäckigkeit schon viel erreicht

Aber nicht nur im nationalen Umfeld gibt es Herausforderungen für
die Landwirtschaft. So wird auf europäischer Ebene zusätzlich die
Gemeinsame Agrarpolitik reformiert und ein Budget für 2014 bis 2020
festgesetzt. Berlakovich: "Der Druck auf die Landwirtschaft ist auch
hier enorm. Die Neuordnung der Gemeinsamen Agrarpolitik ist ein
harter, steiniger Weg, aber wir haben mit Allianzen, guter Vernetzung
und unserer Hartnäckigkeit schon viel erreicht." So wird es weiterhin
zwei Säulen geben, keine einheitlichen Flächenprämien für alle
EU-Länder und das Bergbauernprogramm bleibt in der in zweiten,
kofinanzierten Säule. Dennoch gibt es nach wie vor Knackpunkte: das
Ausmaß des Greenings, die massive Bürokratie und die finanzielle
Ausstattung, insbesondere in der Ländlichen Entwicklung.

Allianz für's Land - im Sinne aller ÖsterreicherInnen

"Ich will Wettbewerbsfähigkeit und Investitionskraft der
Landwirtschaft absichern, dem ländlichen Raum eine Zukunft bieten und
die Branche auf starke Beine stellen - im EU-Umfeld und auf
nationaler Ebene. In unserer Allianz für's Land - bestehend aus
Bauernbund, Landwirtschaftskammer und Ministerium - kämpfen wir
geschlossen für die Zukunft unserer Bäuerinnen und Bauern - auch im
Sinne von ganz Österreich", schloss Berlakovich.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
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