- 20.01.2012, 06:26:32
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Ukraine zahlt weltweit höchsten Gaspreis
Kiew, Ukraine (ots/PRNewswire) -
Heute vor drei Jahren unterzeichneten die Ukraine und Russland den
berühmt-berüchtigten Gas-Vertrag. Gemäss der durch die ehemalige
Regierungschefin Julia Timoschenko getroffenen vertraglichen
Vereinbarungen bezahlt die Ukraine derzeit für russisches Erdgas 516
US-Dollar pro tausend Kubikmeter - mehr als jedes andere europäische
Land.
Ukrainische Politiker betonen immer wieder, welche enorme
Belastung dieser Preis für die Wirtschaft des Landes darstellt. Trotz
des beachtlichen Rabatts bezahlt die Ukraine jährlich etwa vier bis
fünf Milliarden US-Dollar zu viel. Die ukrainische
Parlamentsabgeordnete Inna Bogoslovskaya hat jüngst behauptet, dass
die Ukraine seit Unterzeichnung des Gas-Vertrags mit Russland
Haushaltseinbussen in Höhe von zwölf Milliarden US-Dollar verzeichnen
musste. Expertenschätzungen zufolge hätte die Ukraine mit dieser
Summe 44 Krankenhäuser bauen können.
Zum Vergleich: Das Vereinigte Königreich bezahlt lediglich 380
US-Dollar pro tausend Kubikmeter. Den Niederlanden werden 360
US-Dollar berechnet, während die USA 99 US-Dollar für Gas bezahlen.
2010 erhielt die Ukraine im Rahmen einer Vereinbarung, welche es
der russischen Schwarzmeerflotte erlaubt, die Halbinsel Krim
weiterhin als Stützpunkt zu nutzen, einen Nachlass von 100 US-Dollar.
Dennoch muss das Land für 2012 fast 27 Prozent seines geschätzten
Haushaltseinkommen für russisches Gas aufwenden.
Und das Problem ist nicht allein der Preis: Das im 2009
abgeschlossenen Vertrag vereinbarte "Take-or-Pay"-System verhindert
es, dass die Ukraine weniger Gas kaufen kann, um Kosten zu sparen.
Kürzlich gab die Ukraine ihre Absicht bekannt, dieses Jahr lediglich
27 Milliarden Kubikmeter Gas einzukaufen, anstelle der über 50
Milliarden im Jahr 2011. Russland besteht jedoch nach wie vor darauf,
dass die Ukraine auch für das nicht abgenommene Gas bezahlt.
In Anbetracht der oben erwähnten Fakten erscheint das Vorhaben der
ukrainischen Regierung, eine Herabsetzung der Gaspreise zu erreichen,
angemessen. Doch während die Gazprom bereit war, die Gaspreise für
Österreich, Frankreich, Deutschland, Italien und die Slowakei zu
senken, gibt der staatliche russische Gasbetrieb der ukrainische
Bitte um eine Reduzierung der Preise für Gasimporte nicht nach. Die
Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland laufen nun bereits
seit über 21 Monaten, und die Ukraine muss nach wie vor den hohen
Preis für den bestehenden Vertrag bezahlen.
Da eine Überbezahlung für die ukrainische Wirtschaft derzeit nicht
durchführbar scheint, überlegen ukrainische Regierungsvertreter, als
letzte Instanz für die Durchsetzung fairer Preise internationale
Gerichte einzuschalten. Selbst die EU hatte den Wunsch geäussert, die
Gastransit-Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland zu
unterstützen.
Rückfragehinweis:
Weitere Informationen erhalten Sie von Maria Ivanova,
Projektleiterin bei Worldwide News Ukraine, +380443324784,
[email protected]
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