• 19.01.2012, 13:16:19
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Q-Check: Finanzmarktexperten setzen in Börsenkrise wieder auf Aktien

Triple-A-Verlust von Österreich für Experten bei Finanz-Fachveranstaltung ein "non event"

Im Bild von links nach rechts: Michael Kukacka (ERSTE-SPARINVEST), Stefan Bruckbauer (UniCredit Bank Austria), Eduard Zehetner (Immofinanz), Dominik Hojas (DerBörsianer.com), Herbert Perus (Raiffeisen Capital Management), Peter Pavlicek (BAWAG P.S.K Invest).

Wien (OTS) - Nach Finanzkrise, Schuldenkrise und der damit
verbundenen Börsentalfahrt sehen viele Finanzexperten Aktien wieder
als chancenreiches Investment. Vor allem die Aktien einiger solider
europäischer Unternehmen sind derzeit attraktiv bewertet, so das
Fazit der Experten auf dem von APA-Finance und "Der Börsianer.com"
veranstalteten Expertenforum "Q-Check" am Mittwochabend.

Auch die Konjunktur dürfte langsam wieder Fahrt aufnehmen. Der
Bank Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer stellt sich auf eine
Erholung ein, einen Einbruch wie 2008/2009 fürchtet er nicht. Eine
Fehleinschätzung europäischer Politiker war für Bruckbauer, dass
nicht Wall Street-Spekulanten, sondern vor allem Pensionskassen und
Banken der emittierenden Länder zuletzt Staatsanleihen gekauft haben.

So habe auch die EZB über ihre Liquiditätsspritzen Banken zu
Anleihenkäufen motiviert. Die Anleihen-Investoren mit Stress-Tests
und anderen Schwierigkeiten zu "prügeln", war für Bruckbauer "nicht
besonders schlau". Letztlich sieht er im hohen Engagement der Banken
aber auch eine Chance. Deutschland will hoffentlich nicht noch mehr
Banken retten und wird vermutlich dafür sorgen, dass der Euro nicht
zerbricht, erwartet Bruckbauer.

Angesichts der erhofften Erholung setzen viele Anlagestrategen
wieder auf Aktien. Die Aktien vieler interessanter Unternehmen sind
mittlerweile schon so stark gefallen, "dass man es wagen könnte,
wieder einzusteigen", sagt etwa BAWAG PSK-Invest-Geschäftsführer
Peter Pavlicek. So sind bei vielen Aktien Kurs/Gewinn- sowie
Kurs/Buchwert-Verhältnis schon auf günstige Niveaus gefallen. Einen
anhaltenden Boom und gute Investmentmöglichkeiten ortet der Experte
auch bei hoch verzinsten "High Yield"-Anleihen.

Auf Aktien setzt auch der Leiter des Aktienbereichs von Raiffeisen
Capital Management, Herbert Perus. Vor allem die teilweise stark
zurück gekommenen Aktien europäischer Weltklasseunternehmen empfiehlt
der Experte als Anlagechance: "Man sollte jetzt beginnen, in günstige
europäische Unternehmen zu investieren".

Der Fondsstratege setzt hier vor allem auf eine sorgfältige
Selektion von attraktiven Einzelwerten, den sogenannten "Stock
Picking"-Ansatz. "Kaufe billige Aktien! Verkaufe teure Aktien!" sei
zwar ein Gemeinplatz, viele Investoren machen aber tatsächlich das
Gegenteil, erklärt der Fondsstratege.

So würden viele Handelsstrategien bestehenden Trends folgen und
damit schon teure Aktien kaufen. Auch eine an der Zusammensetzung von
Aktienindizes orientierte Anlagestrategie führe zu ähnlichen
Ergebnissen, da in Indizes teure Aktien automatisch höher gewichtet
seien, erklärt Perus die Vorzüge des Stock Picking.

Michael Kukacka von der Erste-Fondstochter Sparinvest ist
ebenfalls vorsichtig optimistisch für Aktien und empfiehlt vor allem
Europa. Ein Hauptargument dafür ist die wieder hohe Profitabilität
europäischer und amerikanischer Unternehmen. "Wir erwarten, dass die
Margen in den ersten beiden Quartalen wieder etwas zurück gehen, dann
aber auf hohem Niveau bleiben", erklärt der Experte.

Deutliche Börsen-Gewinne erwartet Kukacka für Deutschland. "Wir
erwarten, dass Deutschland heuer zu den besten Märkten zählen wird",
so Kukacka. Historisch gesehen sehr attraktiv bewertet ist für
Kukacka auch der Wiener Aktienmarkt.

Als "Non-Event" stufen die Experten unisono den Verlust des
"Triple-A"-Ratings von S&P für Österreich ein. Die höhere
Risikoeinstufung für Österreich wurde an den Anleihenmärkten schon
lange eingepreist und war an den höheren Risikoprämien für
österreichische Anleihen ablesbar, S&P habe hier lediglich das Rating
an die Märkte angepasst, so das Fazit der Experten. Man müsse nun
aber den heimischen Problemen arbeiten, wenn man nicht weitere
Abstufungen riskieren will.

"Die Investoren haben schon lange gesehen, dass das Risiko für
einzelne Euro-Staaten differenzierter ist", erklärt etwa der Bank
Austria-Chefökonom Bruckbauer, "das war schon in den Spreads
eingepreist. S&P hat das jetzt dokumentiert". Sobald die für den
Rating-Verlust maßgeblichen Euro-Probleme gelöst sind, dürften auch
die Risikoprämien wieder sinken. "Dann kann uns das Rating egal
sein", so Bruckbauer.

Q-Check

Die Initiative Q-Check (Quartals-Check) setzt sich zum Ziel, ein
schlagkräftiges Branchen-Netzwerk zum Erfahrungs- und
Informationsaustausch für die Stärkung des heimischen Kapitalmarkts
zu schaffen. Im Rahmen vierteljährlichen Treffen in der Wiener
Sky-Bar präsentieren Finanzhäuser ihre Markteinschätzungen für das
nächste Quartal und Branchenexperten diskutieren Entwicklungen der
nationalen und internationalen Finanzmärkte mit der Finanzcommunity
sowie Fachjournalisten und Anlegern. Die Initiatoren des Q-Check sind
DERBÖRSIANER.com und APA-Finance.

Web: www.q-check.at

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis:

Dominik Hojas
   Chefredakteur
   DerBörsianer.com
   Tel.: +43/699/13359370
   mailto:[email protected]
   www.derboersianer.com
   
   Barbara Rauchwarter
   Unternehmenssprecherin
   Leiterin Marketing & Kommunikation
   APA - Austria Presse Agentur
   Tel.: +43/1/360 60-5700
   mailto:[email protected]
   www.apa.at

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