• 19.01.2012, 12:44:24
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Karlheinz Töchterle: Universitäten tragen bei der Pädagogenbildung hohe Verantwortung

Wissenschafts- und Forschungsminister im Plenum des Nationalrats

Wien (OTS) - Wissenschafts- und Forschungsminister Dr. Karlheinz
Töchterle ging in seiner heutigen Rede im Nationalrat auf einige
Aspekte des Bildungsvolksbegehrens ein, die die Hochschulen direkt
betreffen und appellierte, den "Schlüsselweg" zu gehen:
"Konzentrieren wir uns auf die Ziele der Bildung und geben den Weg
zum Erreichen der Ziele jenen frei, die am besten wissen, wie man sie
erreicht - den Bildungsinstitutionen selbst." Dies gelte gerade auch
für die PädagogInnenbildung NEU, an der derzeit gearbeitet wird.

"Jene Institutionen, die auch jetzt bereits an der Ausbildung der
Lehrerinnen und Lehrer arbeiten, sollen dies auch künftig tun - aber
in verstärkter Zusammenarbeit", so Töchterle. Er sehe hier an den
Universitäten eine "große Verantwortung. Denn es ist klar, dass die
qualitativ hochwertige Ausbildung der Pädagoginnen und Pädagogen von
der Wissenschaft getragen werden muss." Daher sei die Einbindung der
Universitäten in die PädagogInnenbildung NEU "unumgänglich und
zentrales Element einer qualitativen Ausbildung. Wir brauchen die
besten Lehrerinnen und Lehrer - und die müssen wissenschaftsbasiert
ausgebildet werden."

"Wir können trotz wirtschaftlich schwieriger Rahmenbedingungen den
Hochschulen mehr Mittel bereit stellen. Das ist ein klares Bekenntnis
der Bundesregierung zu diesem wichtigen Zukunftsfeld", so der
Minister weiter. 750 Millionen Euro gibt es an zusätzlichen Mitteln,
die Offensivmittel in Höhe von 240 Millionen Euro konnten gesichert
werden. "Hochschulen werden aber auch bei deutlich mehr Mitteln immer
auch Kapazitätsgrenzen haben", plädierte der Minister für eine
Studienplatzfinanzierung und entsprechende Zugangsregeln. Er sieht
darin eine "Lenkung und keine Beschränkung der Studierendenströme.
Denn: Zugangsregeln dürfen keinen Menschen von einem Studium
abhalten."

"Unumgänglich" ist aus Sicht des Ministers die Steigerung des
privaten Finanzierungsanteils. "Wir liegen bei der Finanzierung durch
die öffentliche Hand im internationalen Vergleich weit vorne, bei den
privaten Mitteln hinken wir hinterher. Es ist gerecht, sinnvoll und
effektiv, mit sozial verträglichen Studienbeiträgen zur Steigerung
des privaten Anteils beizutragen", spricht sich Töchterle für einen
"Finanzierungsmix aus, um das 2-Prozent-Ziel bis 2020 zu erreichen".
Weiters betonte er, dass Studienbeiträge - das lasse sich durch
internationale Studien belegen - keine Auswirklung auf die soziale
Durchmischung an den Universitäten haben. "Um eine bessere soziale
Durchmischung zu erreichen, müssen wir bereits viel früher - im
Kindergarten und im vorschulischen Bereich - ansetzen."

Weiters ging der Minister auf das Lebenslange Lernen ein, wo es
zweifellos noch viel zu tun gebe, aber die Regierung mit der im
Vorjahr präsentierten Strategie einen konkreten Plan habe. "Da werden
auch die Universitäten und Fachhochschulen kräftig mitarbeiten", so
Töchterle. Betreffend die Akademikerquote hielt der
Wissenschaftsminister fest: "Nicht jedes gelingende Leben muss durch
eine Universität gehen. Die Wirtschaft braucht eine Fülle an
Qualifikationen. Und wir müssen alle Berufe und Wege wertschätzen,
nicht nur die universitären. Das starre Schielen auf die
Akademikerquote ist nicht zielführend."

Abschließend appellierte der Minister, gerade auch bei der Diskussion
um das Bildungssystem nicht immer nur die Schwächen zu sehen. "Unser
Bildungssystem hat auch Stärken - sonst wären wir nicht da, wo wir
sind. Besinnen wir uns auch auf unsere Stärken."

Rückfragehinweis:

Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung 
   Minoritenplatz 5, 1014 Wien 
   Pressesprecherin: Mag. Elisabeth Grabenweger
   Tel.: +43 1 531 20-9014
   mailto: [email protected]
   www.bmwf.gv.at

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