- 19.01.2012, 12:01:59
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AMA Marketing: Lebensmittel-Exporte noch nie so hoch wie 2011
Agrarische Handelsbilanz fast ausgeglichen
Wien (OTS) - Mit dem Lineal lässt sich der Aufwärtstrend beim
agrarischen Außenhandel weiterzeichnen. Die agrarische Handelsbilanz
ist auf einem weiter steigenden Niveau fast ausgeglichen.
Österreichische Lebensmittel haben sich einen fixen Platz in den
Regalen der Welt reserviert. Besonders beliebt sind rot-weiß-rote
Lebensmittel nach wie vor bei unseren deutschen Nachbarn. Dies zeigen
die Außenhandelsdaten 2011 der Statistik Austria, hochgerechnet auf
Basis der ersten drei Quartale.
Österreich - Welt
Die Differenz zwischen agrarischen Exporten und Importen war im
Jahr 2011 so ausgeglichen wie schon lange nicht mehr. Exporten im
Wert von mehr als EUR 9 Mrd. standen Importe von EUR 9,4 Mrd.
gegenüber. Das ergibt eine Differenz von EUR 393.525 Mio. Lediglich
in den Jahren 2005 und 2006 war die Außenhandelsbilanz derart
ausgeglichen, damals allerdings auf einem um ein Drittel niedrigeren
Niveau.
Der Wert der Lebensmittelexporte stieg im Vorjahr um 16,1%. Das
ist die zweithöchste Steigerungsrate seit dem EU-Beitritt
Österreichs. Erfreuliches Detail: Der durchschnittliche Wert der
Exporte erreichte den höchsten Stand seit Aufzeichnung dieser Daten.
"Das zeigt, dass die hohe Qualität der heimischen Produkte auch im
monetären Wert ihren Niederschlag fand und wir mit dieser Strategie
auf das richtige Pferd gesetzt haben. Insgesamt 8,1 Mio. t
Lebensmittel passierten im vergangenen Jahr die rot-weiß-roten
Grenzen. Das bedeutet, dass wir bereits mehr Lebensmittel aus- als
einführen. Der kurzfristige Exporteinbruch von 2009 scheint endgültig
überwunden zu sein", freut sich Stephan Mikinovic, Geschäftsführer
der AMA Marketing GesmbH, über diesen bahnbrechenden Erfolg.
Ein Drittel der weltweiten Exporte geht nach Deutschland
"Deutschland war und ist der bedeutendste Außenhandelspartner
Österreichs. Rund ein Drittel aller Lebensmittel exportieren wir in
unser größtes Nachbarland", betont der burgenländische
Landwirtschaftskammerpräsident und Aufsichtsratsvorsitzende der AMA
Marketing GesmbH, Stefan Hautzinger. Beispielsweise werden zwei
Drittel der weltweiten Exporte von Fleischerzeugnissen wie Wurst-,
Schinken- und Speckwaren nach Deutschland geliefert, bei Käse und
Milchprodukten rund die Hälfte. Italien ist wichtigster Exportpartner
von Rind- und Schweinefleisch. Südkorea nimmt beim Schweinefleisch
bereits den zweiten Rang ein. Slowenien folgt an dritter Stelle.
Österreich - Deutschland
Aufgrund einer Steigerungsrate von 11,4% konnte ein Absatzvolumen
von fast EUR 3 Mrd. in unserem Nachbarland erzielt werden. Das
entspricht 2,5 Mio. t an Agrarprodukten. Wichtigste Umsatzbringer
sind dabei Milch und Milchprodukte, insbesondere Käse, sowie
Frischfleisch, Fleischprodukte und -zubereitungen, gefolgt von
alkoholfreien Getränken und Backwaren. Deutschland lieferte im
Gegenzug 2,4 Mio. t Produkte im Wert von EUR 3,5 Mrd. nach
Österreich.
Käse: Erstmals 50.000 t-Grenze überschritten
Österreich hat im Vorjahr 51.768 t Käse nach Deutschland
exportiert und bleibt damit die unangefochtene Nummer 4 bei den
Käseimporteuren, nach Holland, Frankreich und Dänemark. Die Deutschen
haben dafür EUR 228 Mio. ausgegeben, das insgesamt einen Wertzuwachs
von 14,6% bedeutet. Erfreuen wird die exportierenden Käsereien auch
die Tatsache, dass der Durchschnittswert der exportierten Käse mit
EUR 4,42 pro kg deutlich höher liegt als jener bei den importierten
mit EUR 3,57. Im Beliebtheitsranking der österreichischen Käse führen
Schnittkäse knapp vor Hartkäse, wie beispielsweise dem Bergkäse.
Wurst, Schinken und Speck im Dauerhoch
Seit dem EU-Beitritt 1995 ist dieses Segment gewachsen. Während
die Menge beinahe gleich geblieben ist, ist der Wert gegenüber dem
Jahr 2010 um 4,2% gestiegen. Die Deutschen importierten knapp 54.000
t österreichische Wurst, Schinken und Speck im Wert von rund EUR 227
Mio. "Das zeigt, dass die geschmacklichen Vorlieben der Deutschen und
Österreicher in dieser Warengruppe sehr ähnlich sind und auf Qualität
und Geschmack Wert legen", erläutert Mikinovic. Insgesamt ist die
Bilanz in diesen Warengruppen deutlich positiv für Österreich.
Deutschland liefert nur die Hälfte der Menge in heimische Regale
(26.355 t zu EUR 112 Mio).
Eier und Geflügel: Käfigverbot macht sich bemerkbar
Das Verbot der Legehennen-Käfighaltung macht sich in der Statistik
deutlich bemerkbar. Sowohl Deutschland als auch Österreich haben
früher als von der EU vorgeschrieben auf alternative Haltungsformen
umgestellt. Die Eierexporte Richtung Deutschland lagen in den Jahren
2009 und 2010 auf einem extrem hohen Niveau, im Vorjahr ist der
Export um 21,3% zurückgegangen. Die deutschen Legehennenhalter haben
die Eier-Produktion in alternativen Haltungsformen ausgebaut und
damit deren Eigenversorgung steigern können. Auch in Österreich wurde
die Produktion von "Alternativ-Eiern" massiv aufgestockt und Importe
im Ausmaß der vorangegangenen Jahre waren nicht mehr notwendig (minus
8,9%).
Auch wenn Österreich noch immer mehr Geflügel aus Deutschland
importiert als umgekehrt, so entwickelt sich dieser Bereich besonders
in den letzten Jahren auch in die andere Richtung auffallend gut. Der
Export an Geflügelfleisch legte um 17% an Wert zu und stieg auf knapp
30.000 t mit EUR 2,69 pro kg.
EHEC-Krise beschert Gemüse eine Export-Sensation
So dramatisch die Absatzeinbußen beim Gemüse aufgrund der
EHEC-Krise waren, so exorbitante Steigerungen bescherte sie dem
Export von Gemüse mit plus 31,1%. Erstmals seit dem EU-Beitritt
sanken die Importe an Gemüse (minus 3,6%). "Die heimischen
Konsumenten setzen offenbar immer stärker auf Regionalität, was sich
erstmals auch in den Außenhandelszahlen niederschlägt", erklärt der
AMA-Marketing-Chef diese Zahlen.
Auch beim Obst gab es einen Import-Rückgang um 5,1%, gleichzeitig
stiegen die Exporte um 13,6% auf EUR 93.791 Mio. oder 68.248 Mio. t.
Einen großen Teil zur Wertschöpfung in Österreich tragen - mit einem
Exportwert von EUR 225 Mio. - auch zubereitetes Obst und Gemüse bei.
Das ist eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr von 21,7%. Die Importe
verzeichnen einen Verlust von 9%.
Österreich - Neue EU-Länder
Der Exportzuwachs in die neuen EU-12 hält unvermittelt an und
stieg im vergangenen Jahr um 14,1% auf EUR 1,6 Mrd. Dem stehen
Importe im Wert von EUR 1,4 Mrd. gegenüber. Im weltweiten
Länder-Ranking dominieren Ungarn an dritter Stelle, gefolgt von
Slowenien, Tschechien und der Slowakei, wo der Ballungsraum rund um
Bratislava seit Jahren bestens für Agrarexporte genutzt wird.
Fleischexporte weiter auf hohem Niveau
Die Zeiten der extrem hohen Zuwachsraten im Fleischsektor sind
zwar vorbei, trotzdem bleibt Frischfleisch das wichtigste und
umsatzstärkste Segment auf hohem Niveau. Auch wenn diese Warengruppe
im Vergleich zur Vorjahresperiode ein kleines Minus von 2,4%
aufweist, dürfen sich die heimischen Exportbetriebe über Einnahmen
von EUR 220 Mio. freuen. Die Warengruppe Fleischzubereitungen ist im
Vergleich dazu mit EUR 60 Mio. zwar klein, gewinnt aber jedes Jahr
kontinuierlich dazu, im Vorjahr waren es 15,9%.
Milchfluss aus dem Osten sinkt weiter
Die massive Einfuhr von Milchprodukten - allen voran aus dem
Functional Food-Bereich - nach Österreich geht weiter kontinuierlich
zurück. Der Export von Milch und Milchprodukten erholt sich nach den
Krisenjahren, wenn auch langsam. 2011 wurden 7,1% weniger Milch
exportiert als im Jahr davor. Der Käseexport in die neuen EU-Länder
scheint sich auf dem Niveau der letzten Jahre eingependelt zu haben.
Die exportierte Menge ging leicht zurück, der durchschnittliche Wert
stieg auf EUR 2,80 pro kg Käse. "Das zeigt, dass offenbar der Verzehr
von Käse noch nicht so gelernt ist, wie in westlichen Ländern. Es ist
jedoch zu erwarten, dass das steigende Einkommen den Käse-Genuss
fördern wird und darin großes Potenzial für die österreichischen Käse
liegt", so Mikinovic.
In den Bereichen Obst und Gemüse wurde der Markt in den neuen
EU-Ländern gut erschlossen und entwickelt sich seit Jahren
kontinuierlich weiter. So setzen die heimischen Betriebe Obst und
Gemüse im Wert von EUR 80 Mio. und EUR 72 Mio. in diesen Ländern um.
Ebenfalls auf diesem Niveau liegen Obst- und Gemüsezubereitungen mit
einem Wert von EUR 83 Mio.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Agrarmarkt Austria Marketing GesmbH.
DI Manuela Göll, Unternehmenskommunikation,
Tel. 01/33151-404, Mobil 0664/837 61 78,
E-Mail: [email protected]
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