• 19.01.2012, 11:40:55
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Brosz: Rückzug Pelinkas ist der einzig richtige Schritt

Wrabetz muss historische Chance für Wiedererlangung der Glaubwürigkeit des ORF nutzen

Wien (OTS) - "Der Rückzug der Bewerbung von Nikolaus Pelinka für
den Job als Büroleiter von Alexander Wrabetz ist unabhängig von
seiner Qualifikation die einzig richtige Entscheidung. Auf Grund
seines Naheverhältnisses zur SPÖ wäre die Diskussion um seine Rolle
im Büro Wrabetz weitergegangen und hätte die Glaubwürdigkeit des ORF
beschädigt. Mit dem Rückzug Pelinkas ist es aber nicht getan.
Prinzipiell muss ein solcher Wechsel vom Stiftungsrat in das
Unternehmen gesetzlich unmöglich gemacht werden," fordert der
Mediensprecher der Grünen, Dieter Brosz.

"Generaldirektor Wrabetz hat jetzt eine historische Chance, sich
gegen die Personalwünsche der Parteien zu stellen. Er sollte das
gesamte Personalpaket vom 23. Dezember 2011 und damit seine Zusagen
an die Politik rückgängig machen. Es wäre völlig unverständlich, wenn
jetzt die Forderungen der ÖVP nach einem 'Bundesländerkoordinator' in
Form des schwarzen Betriebsrats Ziegler und jene von FPÖ und BZÖ nach
einem stellvertretenden Direktorenposten für Thomas Prantner erfüllt
werden. Nach einer seriösen Debatte sind nur jene Positionen neu
auszuschreiben, die das Unternehmen wirklich braucht," stellt Brosz
fest.

"Alexander Wrabetz war wesentlich daran beteiligt, dass die
Unabhängigkeit der Redaktionen nach der Ära Linder-Mück gestärkt
wurde. Gescheitert ist er bislang daran, sich den Personalwünschen,
insbesondere der Regierungsparteien, für diverse Jobs im Unternehmen
zu entziehen. Wrabetz sollte die öffentliche Debatte nützen, um einen
Schlussstrich unter politische Tauschgeschäfte zu ziehen," so Brosz.

Die Debatte um einen Entpolitisierung der Gremien im ORF im Rahmen
des Dringlichen Antrags der Grünen verlief gestern ernüchternd. "Der
SPÖ fiel nicht viel mehr ein, als das Gespenst der Privatisierung an
die Wand zu malen, wenn die StiftungsrätInnen nicht mehr von den
Parteien ausgewählt werden. Die ÖVP distanzierte sich nicht in einem
Halbsatz von den schwarzen Personalentscheidungen und dem Einfluss
der Landeshauptleute. Nur weiterer öffentlicher Druck kann zu einer
echten Strukturreform und einer Entpolitisierung führen. Das Motto
muss jetzt lauten: Parteipolitik raus, echte Unabhängigkeit rein",
sagt Brosz.

Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
mailto:[email protected]

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