• 19.01.2012, 10:23:55
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Stadt Wien seit langem aktiv in Sachen Mehrweg

Aktuelle Studie bestätigt einmal mehr die Vorzüge der Mehrwegverpackungen.

Wien (OTS) - Die Stadt Wien ist seit langem Vorreiterin in Sachen
Abfallvermeidung und Ressourcenschonung und damit einhergehend aktiv
mit Maßnahmen in Sachen Mehrwegverpackungen. Einmal mehr bestätigt
die kürzlich präsentierte Studie von PricewaterhouseCoopers (PwC) die
Vorzüge von Mehrweggebinden gegenüber der Einwegflasche: Die
klassische Mehrwegflasche ist nicht nur ökologisch überlegen, sondern
punktet aus Sicht der Nachhaltigkeit auch ökonomisch und sozial. Bei
dieser Bewertung wurden alle Stufen der Wertschöpfung berücksichtigt
- von der Abfüllung der Flaschen über die Rücknahme bis hin zur
Wiederbefüllung bzw. Verwertung und Entsorgung. "Als Stadt Wien
kämpfen wir seit langem für verpflichtende Mehrwegquoten, die
Entwicklung ist dramatisch, die Mehrwegflasche eine seltene Spezies
im Getränkeregal und gesetzliche Regelungen auf Bundesebene
überfällig", so Umweltstadträtin Ulli Sima.

Die Stadt Wien setzt mit seinen zahlreichen Projekten im Rahmen
der Initiative "natürlich weniger Mist" seit langem positive Zeichen,
um den WienerInnen den nachhaltigen Umgang mit Abfällen
näherzubringen. Diese Projekte beziehen sich auf den gesamten
Lebenszyklus von Produkten, beispielsweise durch die Verwendung von
Mehrwegprodukten oder durch die Forcierung von reparaturfreundlichen
Produkten oder von Reparaturdienstleistungen. Aber auch die
Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung ist ein wichtiger
Schwerpunkt der Aktivitäten der Stadt Wien. Die Stadt Wien fungiert
darüberhinaus in den eigenen Reihen als Vorreiterin. So orientiert
sich die gesamte öffentliche Beschaffung im Rahmen des -
international mehrfach ausgezeichneten - Programms "ÖkoKauf Wien"
nach ökologischen Kriterien. Die Verwendung von Mehrwegbechern und
Mehrweggetränkeverpackungen bei Veranstaltungen wird bereits seit
2005 erfolgreich umgesetzt und wird weiter forciert.

Wien setzt sich seit vielen Jahren für Mehrweg ein

Aktiv setzt sich Wien für Mehrwegsysteme bei Getränken im Handel
ein und nimmt dabei eine klare Vorreiterrolle in Österreich ein. Als
wichtige Vorarbeit für Lösungsmodelle wurde seitens der Stadt Wien,
des Landes Salzburg und der Wiener Umweltanwaltschaft die Studie
"Mehrweg hat Zukunft!" in Auftrag gegeben, in der Modelle zur
Steigerung des Einsatzes von Mehrweggetränkeverpackungen in
Österreich entwickelt wurden. Diese Modelle wurden bereits im Juni
2009 präsentiert und mit in- und ausländischen ExpertInnen
diskutiert.

Seit Dezember 2010 liegt mit dem Ökobonus-Modell ein geeigneter
Vorschlag vor, der von den ExpertInnen der Bundesländer gemeinsam mit
dem Umweltministerium ausgearbeitet wurde. Doch für eine legistische
Absicherung von Mehrweg konnte sich der Bundesminister bis jetzt
nicht entscheiden.

Freiwillige Selbstverpflichtung der Wirtschaft gescheitert.

Die bisherigen freiwilligen Selbstverpflichtungen der
österreichischen Getränkewirtschaft haben für Mehrweg keine positive
Wirkung gebracht. Die Mehrwegquote im Handel sinkt seit Jahren, bei
Mineralwasser ist der Mehrweganteil seit dem Jahr 2000 von 64,6% auf
16,3% gesunken. Der Anteil an Mehrweggebinden bei Getränken (Wasser,
Bier, Limonade, Fruchtsaft und Milch) ist seit 2007 von 24,2% in nur
drei Jahren auf 18,3% gesunken. In der Nachhaltigkeitsagenda für
Getränkeverpackungen (2008 - 2017) ist Mehrweg überhaupt kein Thema
mehr.

Erste Erfolge für Mehrweg

Im Juni 2012 einigten sich die österreichischen Sozialpartner auf
ein breites Bündel von Maßnahmen zur Verbesserung der ökologischen
Performance von Getränkeverpackungen. Im Mittelpunkt steht die
Attraktivierung von Mehrwegflaschen, die Steigerung der
Recyclingquoten bei Metalldosen und PET-Gebinden und die Bekämpfung
des Wegwerfens von Müll in öffentlichen Räumen und in der Natur
(Littering). Mit dieser Einigung hat sich erstmals auch die
Wirtschaft klar zu Mehrweg bekannt.

Die Sozialpartner haben sich darauf geeinigt, den Anteil von
Mehrweggebinden bei Getränken im Handel auf dem Niveau von 2010 (22,1
%) zu stabilisieren. Allerdings ist das Maßnahmenpaket Teil der
freiwilligen Selbstverpflichtung und daher ohne rechtliche
Verbindlichkeit. Wenn der Negativ-Trend bei Mehrweg nicht gestoppt
werden kann, wird nach Angabe des Ökologie-Institutes 2017 das letzte
Jahr sein, in dem man eine Mehrwegflasche für Mineralwasser im Regal
finden wird.

Informationen der Stadt Wien zu Mehrweg und aktiver
Abfallvermeidung:

o www.umweltschutz.wien.at/abfall/mehrweg.html
o www.wenigermist.natuerlichwien.at

Download der Studie von PwC:

o http://www.duh.de/pwc_getraenkestudie.html

Rückfragehinweis:

Dr. Mathilde Urban
   Wiener Umweltschutzabteilung - MA 22
   Kommunikation und Personal
   Telefon: 01 4000-73422
   Mobil: 0676 8118 73422
   E-Mail: [email protected]
   www.umweltschutz.wien.at

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