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OTS0004   19. Jan. 2012, 07:00

Ö3-GEISTERFAHRERSTATISTIK 2011

Niedrigste Zahl an Geisterfahrer-Meldungen seit Beginn der Aufzeichnungen


Im Jahr 2011 hat die Ö3-Verkehrsredaktion 366 Mal vor
Geisterfahrern gewarnt. Das ist die niedrigste Zahl an Meldungen seit
Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1994. Gegenüber 2010 hat sich die
Anzahl um 36 Meldungen reduziert (2010: 402 Meldungen), das
entspricht einem Minus von 9 Prozent. Der Rückgang und der neue
Tiefststand sind auf die positive Entwicklung in den ersten drei
Quartalen zurückzuführen. In den ersten drei Monaten verringerte sich
die Zahl gar um ein Drittel. Lediglich im vierten Quartal 2011 hat es
einen leichten Zuwachs gegenüber dem Vergleichszeitraum 2010 gegeben.

Der stärkste Monat war der Oktober mit 52 Meldungen, der schwächste
der März mit zehn Geisterfahrer-Warnungen - der niedrigste Wert für
einen Monat seit Beginn der Aufzeichnungen. Besonders erfreulich:
Erstmals seit 1987 kam in einem Jahr bei Unfällen mit Geisterfahrern
keine einzige Person ums Leben.

Das Bundesländerranking wird seit 2008 von Niederösterreich
angeführt, obwohl sich die Zahl der Geisterfahrer in Niederösterreich
um rund ein Zehntel verringert hat. Auf Rang 2 folgt die Steiermark,
auf Rang 3 Oberösterreich - die beiden Bundesländer tauschen
gegenüber 2010 die Ränge. Am Ende der Reihung liegt - wie schon in
den Jahren davor - das Burgenland. Zuwächse verzeichnen die
Steiermark, Salzburg, Wien und Vorarlberg. Rückgänge gibt es in
Niederösterreich, deutliche in Oberösterreich und in Kärnten sowie im
Burgenland. In Tirol ist die Anzahl gegenüber 2010 gleich geblieben.

Die Südautobahn (A2) ist 2011 (auch aufgrund ihrer größten
Gesamtlänge) in absoluten Zahlen die Autobahn mit den meisten
Geisterfahrern geblieben. In Relation zur Gesamtlänge (Anzahl der
Geisterfahrer pro Kilometer) waren auf der A5, der Nordautobahn, die
meisten Falschfahrer unterwegs. Das am stärksten betroffene Teilstück
war die Semmering Schnellstraße (S6) im steirischen Abschnitt mit 15
Meldungen. Der Sonntag war 2011 der Wochentag mit den meisten
Warnmeldungen. Tagesrekord: An mehreren Tagen wurden vier
Geisterfahrer gezählt. Im März (vom 18.3. bis 30.3.) gab es eine
Phase von knapp 12 Tagen in Folge ohne eine einzige
Geisterfahrer-Meldung auf Ö3 - die bisher längste "geisterfahrerlose"
Zeit im Ö3-Verkehrsservice seit Beginn der Aufzeichnungen.

ANALYSE IM DETAIL:

WIEVIELE Geisterfahrer waren unterwegs?

366 Geisterfahrermeldungen im Ö3-Verkehrsservice im Jahr 2011 sind
die geringste Anzahl seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1994. Die
bisher geringste Anzahl betrug 370 Meldungen im Jahr 1995, der
Höchstwert wurde 2004 mit 550 Meldungen verzeichnet.

WO sind Geisterfahrer unterwegs?

Bundesländer
Niederösterreich führt - wie schon in den Jahren davor - die
Bundesländerwertung an, verzeichnet allerdings einen deutlichen
Rückgang von mehr als 10 Prozent. Oberösterreich - im Jahr 2010 noch
auf Rang 2 gelegen - registriert einen Rückgang von mehr als einem
Drittel und wird in der Reihung von der Steiermark überholt, wo sich
die Meldungsanzahl um knapp 13 Prozent erhöht. Deutliche Anstiege
verzeichnen auch Wien und Vorarlberg, einen leichten Zuwachs
Salzburg. Den prozentuell stärksten Rückgang fixiert Kärnten.

Das Ranking im Detail (in Klammer der Vorjahresrang):
1.(1.) Niederösterreich: 107 Meldungen (2010: 120; -10,8%)
2.(3.) Steiermark: 80 Meldungen (2010: 71; +12,7%)
3.(2.) Oberösterreich: 45 Meldungen (2010: 72; -37,5%)
4.(5.) Tirol: 39 Meldungen (2010: 39; keine Veränderung)
5.(6.) Salzburg: 28 Meldungen (2010: 24; +16,7%)
6.(4.) Kärnten: 26 Meldungen (2010: 42; -38,1%)
7.(7.) Wien: 17 Meldungen (2010: 13; +30,8%)
8.(8.) Vorarlberg: 16 Meldungen (2010: 12; +33,3%)
9.(9.) Burgenland: 8 Meldungen (2010: 9; -11,1%)

Straßenstatistik
Die A2, die Südautobahn - die längste Autobahn Österreichs - bleibt
2011 die Autobahn mit den meisten Geisterfahrern, wenngleich sich die
Anzahl von 68 auf 59 um rund 13 Prozent reduziert. Dahinter folgen
die A1, die Westautobahn (45 Meldungen) und die A9, die Pyhrnautobahn
(33 Meldungen). Den größten Zuwachs (in absoluten Zahlen) verzeichnet
die A5, die Nordautobahn, mit 13 Meldungen (+8). Kein einziges Mal
musste auf der S4, der Mattersburger Schnellstraße, und der S37, der
Klagenfurter Schnellstraße, vor Geisterfahrern gewarnt werden.
Der Autobahnknoten mit den meisten Falschfahrern (keine eindeutige
Straßenzuordnung möglich) war wie schon 2010 der Knoten Vösendorf
(A2/A21/S1) mit vier Meldungen (2010: 3). Abseits der Autobahnen und
Schnellstraßen musste vier Mal vor Falschfahrern gewarnt werden: je
einmal in Wien in der Westausfahrt und auf der Brigittenauer Lände
sowie in Niederösterreich auf der B14, der Klosterneuburger Straße,
und der B37, der Kremser Straße, die zwischen Traismauer und Krems
über zwei Richtungsfahrbahnen verfügt.

Autobahn- und Schnellstraßenteilstücke
Auf keinem Straßenteilstück wurden 2011 so viele Geisterfahrer
gesichtet wie im steirischen Abschnitt der S6, der
Semmeringschnellstraße (zwischen dem Tunnel Semmering und dem Knoten
St. Michael). Dieser Abschnitt nimmt erstmals die Spitzenposition
unter allen 67 Teilstücken ein, 15 Mal herrschte hier
Geisterfahreralarm. Keine Geisterfahrer hat es auf der A7 im Raum
Gallneukirchen gegeben, sowie auf der Mattersburger Schnellstraße
(S4), der Klagenfurter Schnellstraße (S37), der Burgenland
Schnellstraße (S31) im Abschnitt Süd, auf der Tauernautobahn (A10) im
Raum Lungau und auf der Westautobahn (A1) im Raum Amstetten/Enns.

WANN sind Geisterfahrer unterwegs?

Auch 2011 wurden im zweiten Halbjahr wesentlich mehr Geisterfahrer
gezählt als in der ersten Jahreshälfte. 2011 ist der Unterschied
zwischen den beiden Jahreshälften besonders groß. Das erste Quartal
2011 war mit 57 Meldungen überhaupt das zahlenschwächste Quartal seit
Beginn der Aufzeichnungen 1994.

Quartalszahlen 2011:
1. Quartal: 57 (2010: 85, -32,9%)
2. Quartal: 91 (2010: 97; -6,2%)
3. Quartal: 106 (2010: 117; -9,4%)
4. Quartal: 112 (2010: 103; +8,7%)

Der mit Abstand stärkste Monat war der Oktober mit 52 Meldungen, die
wenigsten Geisterfahrer wurden im März mit 10 Durchsagen gezählt.
In der Verteilung der Meldungen auf die Wochentage liegen der Samstag
(57 Meldungen, 2010: 90) und Sonntag (64 Meldungen, 2010: 59) voran.
Das Wochenende bleibt somit die "gefährlichste" Zeit der Woche. Der
schwächste Wochentag war 2011 der Freitag mit 44 Meldungen.
Über den Tag gesehen verteilen sich die Geisterfahrer von 9.00 bis
24.00 Uhr relativ gleichmäßig. In den Morgen- und Nachtstunden sind
signifikant weniger Geisterfahrer unterwegs als tagsüber und abends.
An mehreren Tagen des Jahres 2011 wurden vier Geisterfahrer gezählt,
jedoch nie mehr als vier. Der bisherige Höchstwert von 10 Meldungen
an einem Tag vom 25.6.2006 blieb bei weitem unerreicht.

Unfallbilanz

Das erfreulichste Ergebnis der Geisterfahrerjahresstatistik: 2011
wurde nach Angaben des Innenministeriums bei Unfällen mit
Geisterfahrern keine einzige Person getötet (2010: 1). Dies war das
letzte Mal 1987 der Fall.

Die Bundesländerbilanz im Detail

Niederösterreich
Niederösterreich liegt zum vierten Mal in Folge an der Spitze der
Bundesländerreihung mit 107 Meldungen (2008: 144 Meldungen, 2009: 91
Meldungen, 2010: 120 Meldungen). 13 Meldungen weniger als 2010
bedeuten ein Minus von 11 Prozent. Das am stärksten betroffene
Teilstück Niederösterreichs war die A5, die Nordautobahn zwischen dem
Knoten Eibesbrunn und Schrick mit 13 Meldungen (+8). Hier wurde der
größte Zuwachs an Meldungen verzeichnet. 10 Geisterfahrermeldungen
(+1) betrafen die S33 (gesamter Verlauf), auf der A1 im Abschnitt St.
Pölten musste die Polizei 8 Mal (+4) wegen Geisterfahreralarms
ausrücken. Starke Rückgänge gab es auf der A2 im Raum Wiener Neustadt
(7; 2010: 15), auf der S1 zwischen Korneuburg und Süßenbrunn (5;
2010: 13) und auf der S5 zwischen Grafenwörth und dem Knoten
Stockerau (7; 2010: 14). Völlig "geisterfahrerfrei" blieb die A1
zwischen Melk und Asten/OÖ: Hier sind 2010 noch 8 Falschfahrer
wahrgenommen worden.

Schwere Geisterfahrerunfälle wurden aus Niederösterreich im Jahr 2011
nicht gemeldet, trotz einiger brenzliger Situationen: Am 29.4.2011
war auf der A5 bei Gaweinstal ein Mopedfahrer in falscher
Fahrtrichtung unterwegs. Ein Mopedfahrer als Geisterfahrer fuhr am
20.6.2011 auf der A1 zwischen Auhof und dem Knoten Steinhäusl. Ein
Motorradfahrer geriet am 14.6.2011 auf die falsche Fahrbahn der S5
bei Tulln. Auch LKW-Fahrer wurden gelegentlich zu Geisterfahrern, so
etwa am 1.6.2011 auf der A4 zwischen Fischamend und Wien.

Steiermark
In der Steiermark ist 2011 die Zahl der Geisterfahrer angewachsen -
um 9 Meldungen auf 80 (+12,7%; 2010: 71 Meldungen). Die Entwicklung
der letzten fünf Jahre in der Steiermark: 2007: 130 Meldungen, 2008:
74 Meldungen, 2009: 85 Meldungen, 2010: 71 Meldungen.
Durch den Zuwachs nimmt die Steiermark nach einjähriger Unterbrechung
im Bundesländer-Ranking wieder Rang 2 ein und verdrängt
Oberösterreich auf den dritten Rang. Besonders deutlich zugenommen
haben die Geisterfahrten auf der S6, der Semmering-Schnellstraße im
steirischen Abschnitt. Dieses Teilstück ist mit 15 Meldungen (2010:
9) erstmals der am stärksten betroffene Abschnitt in ganz Österreich.
Von den 12 Geisterfahrern, die im Abschnitt A2-Wechselabschnitt
zwischen Grimmenstein und Gleisdorf gesichtet wurden, waren 9 auf
steirischem Gebiet unterwegs. Auch auf der A2 im Raum Graz hat sich
die Zahl der Geisterfahrer erhöht auf 11 (2010: 7). Zu Zuwächsen kam
es auch auf allen steirischen Abschnitten der A9, der Pyhrnautobahn.
Deutlich weniger Geisterfahrer wurden auf der S35, der Brucker
Schnellstraße (4; 2010: 7) und der S36, der Murtalschnellstraße (3:
2010: 10) registriert.

Ein schwerer Geisterfahrerunfall ereignete sich am 10.8.2011 auf der
A9 zwischen dem Gleinalmtunnel und Übelbach: Ein 49-jähriger Lenker
fuhr bei der Raststation Deutschfeistritz auf die falsche
Richtungsfahrbahn und kollidierte kurz darauf mit einem PKW, der
gerade ein Fahrzeug überholte. Die Bilanz: Zwei lebensgefährlich
Verletzte. Am 19.8.2011 stoppte ein beherzter 24-jähriger Autofahrer
einen 79-jährigen Lenker, der als Geisterfahrer unterwegs war. Am
13.11.2011 war ein 58-jähriger schwer alkoholisiert (2,02 Promille)
auf der A9 zwischen Rottenmann und Trieben falsch unterwegs und
konnte gestoppt werden. Am 8.12.2011 wurde ein 34-jähriger verwirrter
Lenker nach seiner Geisterfahrt auf der A9 zwischen Kalsdorf und
Leibnitz gestoppt und in die Psychiatrie eingewiesen.

Oberösterreich
Oberösterreich rutscht 2011 in der Bundesländerreihung von Rang 2 auf
Rang 3. Bemerkenswert ist, dass auf den meisten oberösterreichischen
Autobahnteilstücken die Zahl der Geisterfahrer 2011 zurückging.
Besonders erfreulich die Entwicklung auf der A1 im
oberösterreichischen Seengebiet zwischen Mondsee und Vorchdorf: In
diesem Abschnitt - 2010 noch das "gefährlichste" Teilstück in ganz
Österreich - sind die Meldungen von 18 auf 11 gesunken bzw. um rund
39% weniger geworden. Gar halbiert hat sich die die Anzahl auf der A7
im Raum Linz (7; 2010: 14) und auf der A1 im Raum Linz (5; 2010: 10).
Leichte Zuwächse verzeichneten die A8 im Raum Wels (9 Meldungen;
2010: 8) und die A9 zwischen Klaus und dem Bosrucktunnel (3
Meldungen; 2010: 1). Kein einziger Geisterfahrer wurde auf der A1 im
Raum Enns-Amstetten (Niederösterreich) und der A7 bei Gallneukirchen
gesichtet.

Dass es zu keinen schweren Unfällen mit Geisterfahrern in
Oberösterreich gekommen ist, ist Beamten der Autobahnpolizei und
Mitarbeitern der ASFINAG zu verdanken. So konnte am 28.12.2011 ein
Einsatzfahrzeug der ASFINAG einen 50-jährigen Lenker stoppen, der
ohne Alkoholeinfluss fünf Kilometer als Geisterfahrer unterwegs war.
Am 16.11.2011 wurde im selben Abschnitt ein Geisterfahrertyp
gestoppt, der vergleichsweise selten vorkommt: Der Geisterfahrer war
in diesem Fall eine Geisterfahrerin.

Tirol
Tirol hat in der Bundesländerreihung Kärnten überholt und belegt 2011
Rang 4. Mit 39 Meldungen ist die Anzahl gegenüber 2010 exakt gleich
geblieben, sie bewegt sich weiter auf niedrigem Niveau. 2005 wurden
in Tirol noch 75 und somit fast doppelt so viele Geisterfahrer
gezählt wie in den vergangenen beiden Jahren. Auch wenn die
Gesamtzahl in Tirol gegenüber 2010 gleich geblieben ist, die
einzelnen Tiroler Abschnitte entwickeln sich unterschiedlich. Während
die Falschfahrer auf der A12 im Tiroler Unterland von 17 auf 11
(2009: 51) drastisch weniger geworden sind, sind die Zahlen bei allen
anderen Abschnitten auf der A12, der A13 und der S16 entweder gleich
geblieben oder leicht angestiegen.

Einige der gemeldeten Geisterfahrer konnten von der Polizei gestoppt
werden, so etwa am 11.10.2011 ein 72-jähriger Deutscher, der auf der
A13 gewendet hat und auf der Europabrücke angehalten werden konnte.
Am 12.3.2011 wurde ein 76-jähriger Deutscher auf der A12 zwischen
Kramsach und Wiesing rechtzeitig gestoppt. Er war 23 km lang als
Geisterfahrer unterwegs gewesen.

Salzburg
Salzburg liegt erstmals seit 1994 vor Kärnten in der
Bundesländerwertung und belegt 2011 Rang 5. 28 Meldungen bedeuten ein
Plus von 4 Meldungen oder 16,7 Prozent. Auf längere Sicht bewegen
sich allerdings die Geisterfahrerzahlen in Salzburg seit Jahren in
etwa auf demselben Niveau.
Der am stärksten betroffene Salzburger Abschnitt war die A1 im Raum
Salzburg mit 13 Meldungen (der 14. Geisterfahrer im Abschnitt
Salzburg-Mondsee wurde auf oberösterreichischem Gebiet gesichtet).
Zwei Falschfahrer mehr (12; 2010: 10) wurden auf der A10 im Pongau
gezählt. Kein einziger Falschfahrer verirrte sich auf die A10 in den
Raum Lungau (0; 2010: 4). Auf der A10 zwischen dem Knoten Salzburg
und Pass Lueg ist die Zahl mit 3 Meldungen gleich geblieben.

Am 19.7.2011 löste ein Radfahrer auf der A1 bei Thalgau
Geisterfahreralarm aus. Am 2.10.2011 konnte ein 36-jähriger Deutscher
auf der A1 zwischen Thalgau und Wallersee gestoppt werden. Er war mit
1,2 Promille Alkohol im Blut alkoholisiert unterwegs.

Kärnten
Kärnten fällt in der Bundesländerwertung vom 4. auf den 6. Rang
zurück - es ist 2011 jenes Bundesland, in dem die Geisterfahrten
gegenüber dem Vorjahr prozentuell gesehen am stärksten zurückgegangen
sind - um 38% oder von 42 auf 26 Meldungen. Damit verzeichnet Kärnten
2011 den niedrigsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen (Höchstwert:
92 Meldungen im Jahr 2004).
In fast allen Kärntner Abschnitten ist ein Abwärtstrend festellbar,
lediglich im am stärksten betroffenen Kärntner Teilstück, dem
Wörtherseeabschnitt auf der A2 zwischen Klagenfurt-Ost und Villach,
ist mit 11 Meldungen ein leichter Zuwachs bemerkbar (2010: 10
Meldungen).

Am 16.10.2011 verursachte ein Geisterfahrer auf der A2 zwischen dem
Knoten Villach und Arnoldstein einen Unfall, der glimpflich endete.
Der PKW, der gerade noch ausweichen konnte, prallte gegen die
Leitschiene. Der Geisterfahrer wurde kurz darauf gestoppt. Am
4.6.2011 läutete das Telefon in der Ö3-Verkehrsredaktion Sturm.
Mehrere Autofahrer meldeten einen blauen PKW, der auf der A2 zwischen
Griffen und St. Andrä 21 km lang als Falschfahrer unterwegs war. Auch
dieser Lenker konnte von der Polizei gestoppt werden. Am 29.6.2011
wurde auf der A2 zwischen Bad St. Leonhard und St. Andrä ein
Mopedauto auf der falschen Richtungsfahrbahn gesichtet.

Wien
Wien rangiert in der Bundesländerwertung mit 17 Meldungen wie schon
2010 knapp vor Vorarlberg auf Platz 6. In beiden Bundesländern ist
die Zahl der Geisterfahrermeldungen um 4 Meldungen bzw. um etwa ein
Drittel angewachsen, die Anzahl liegt aber weiter auf verhältnismäßig
niedrigem Niveau. Zum Vergleich: 2008 wurden in Wien noch 31
Geisterfahrer gezählt. Die am stärksten betroffenen Wiener Teilstücke
2011 sind das Wiener Teilstück der A4, die A23 und die S2 mit je 4
Meldungen. Deutlich reduziert hat sich die Anzahl auf der A22 der
Donauuferautobahn zwischen dem Knoten Kaisermühlen und Strebersdorf
von 7 Meldungen auf eine. Zwei Geisterfahrer waren in Wien abseits
der Autobahnen unterwegs - einer auf der Brigittenauer Lände, ein
zweiter in der Wiener Westausfahrt.

Am 22.10.2011 wendete ein Geisterfahrer auf dem am stärksten
befahrenen Straßenstück Österreichs - der Südosttangente beim Knoten
Prater. Möglich war das, weil an diesem Samstag kurz nach 8.00 Uhr
Früh der Verkehr auf der Tangente ausnahmsweise relativ schwach war.

Vorarlberg
In Vorarlberg ist die Zahl der Geisterfahrer gegenüber 2010 von 12
auf 16 gestiegen. In allen Abschnitten wurden mehr Geisterfahrer
gezählt als 2010 oder zumindest gleich viele. Die meisten
Falschfahrer waren mit 5 (2010: ebenfalls 5) auf der A14 der
Rheintalautobahn im Raum Bregenz unterwegs. Vier Geisterfahrer wurden
auf der A14 im Raum Dornbirn gesichtet, drei im Raum Bludenz. Auf der
S16 zwischen Bludenz und dem Arlbergtunnel erhöhte sich die Anzahl
von 1 auf 3 Meldungen.

Am 21.5.2011 konnte ein 41-jähriger Lenker auf der A14 zwischen
Nenzing und dem Ambergtunnel bei Feldkirch gestoppt werden. Der
alkoholisierte Fahrer hatte 20 km als Geisterfahrer zurück gelegt.

Burgenland
Das Burgenland bildet mit 8 Meldungen zum dritten Mal in Folge das
Schlusslicht in der Bundesländerreihung. (Entwicklung der letzten
Jahre: 2008: 18 Meldungen, 2009: 5 Meldungen, 2010: 9 Meldungen,
2011: 8 Meldungen)
Das am stärksten betroffene Teilstück war die A4 im burgenländischen
Abschnitt mit 3 Meldungen (2010: 3). Zwei Falschfahrer wurden auf der
S31 im Raum Eisenstadt registriert (2010: 1). Ein Lenker verirrte
sich auf der A3 im burgenländischen Abschnitt auf die falsche
Fahrbahn. Keinen Geisterfahreralarm gab es 2011 auf der S4 und der
S31 im Abschnitt südlich des Knoten Mattersburg.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0004 2012-01-19 07:00 190700 Jän 12 HOA0001 2567



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