- 18.01.2012, 19:00:31
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Bessere Chancen im Alter für beide Geschlechter
300 Teilnehmerinnen beim Neujahrsempfang des Landes Vorarlberg für Frauen
Götzis (OTS/VLK) - Engagiertes Eintreten für die
Chancengleichheit der Geschlechter forderte Landesrätin Greti Schmid
beim Neujahrsempfang des Landes Vorarlberg für Frauen am Mittwoch,
18. Jänner 2012, in Götzis einmal mehr ein.
Entsprechend dem für heuer ausgerufenen EU-Jahr des aktiven
Alterns und der Solidarität zwischen den Generationen standen bei der
Veranstaltung auch Perspektiven und Chancen der Frauen in der zweiten
Lebenshälfte im Vordergrund. Bei der derzeitigen Diskussion zur
Anhebung des Pensionsalters fordert Schmid die Berücksichtigung
wesentlicher Eckpunkte.
"Durch aktives Altern sollen Frauen und Männer zum einen länger im
Erwerbsleben bleiben und ihre Erfahrungen weitergeben können, zum
anderen sich weiter am gesellschaftlichen Leben beteiligen und ein
erfülltes Leben führen", sagte Landesrätin Schmid. Zur aktuellen
Diskussion um die Anhebung des Pensionsalters apellierte sie
dahingehend, auf planbare Übergangsfristen zu achten: "Es ist
unbestritten, dass es mittelfristig zu einer Anhebung des
Pensinsalters kommen muss, allerdings gilt es, parallel dazu
wesentliche Eckpunkte zu berücksichtigen." Erste Priorität habe das
Schließen der Lücke zwischen Pensionsantrittsalter und effektivem
Pensionsalter. Bei Männern gibt es hier nach wie vor eine Diskrepanz
von sechs Jahren, bei Frauen sind es nur drei Jahre.
Bessere Rahmenbedingungen für Frauen
- Um für Frauen, die sich auch nach der Karenzzeit ausschließlich der
Kindererziehung widmen oder in Teilzeit arbeiten, einen Ausgleich
zwischen der eigenen niedrigen Pension und der höheren des Mannes zu
schaffen, ist laut Schmid ein verpflichtendes Pensionssplitting
notwendig.
- Auch bei den Einkommensunterschieden zwischen Frauen und Männern
gibt es nach wie vor großen Handlungsbedarf.
- Abwesenheit durch Karenz wird oftmals bei automatischen
Gehaltsanpassungen nicht berücksichtigt. Das ist vor allem Frauen
gegenüber, die vorwiegend die Karenzzeit in Anspruch nehmen, von
Nachteil.
- Mit der Schaffung eines Bonussystems könnten Frauen und Männer von
der Möglichkeit Gebrauch machen auch über das Pensionsalter hinaus zu
arbeiten. Das hätte positive Auswirkungen auf die Pension.
- Ein weiterer Eckpunkt ist die Schaffung von entsprechenden
Rahmenbedingungen am Arbeitsplatz um speziell Frauen in der zweiten
Lebenshälfte bessere Chancen zum Erwerb von Pensionszeiten zu
ermöglichen.
- Wesentlich ist auch die bessere Bewertung von Familien- bzw.
Erziehungsarbeit in der Gesellschaft durch Anerkennung von vier
Jahren pro Kind bei der Pensionsbemessung.
"Auf die gesellschaftlichen Veränderungen zu reagieren, ist eine
dauernde Herausforderung und ein laufender Prozess. Nur gemeinsam
schaffen wir es gute Rahmenbedingungen für Frauen zu erarbeiten und
umzusetzen", so Schmid.
Festvortrag
Den Festvortrag des Frauen-Neujahrsempfanges hielt die deutsche
Sozialwissenschafterin und Schriftstellerin Herrad Schenk zum Thema
"Auf jeden Falle im besten Alter - Neue Perspektiven für Frauen in
der zweiten Lebenshälfte". Sie sagte, die heute weit verbreitete
Angst vor dem Alter stehe im krassen Widerspruch zur durchaus
erfreulichen Lebenswirklichkeit der meisten älteren Menschen. Wichtig
sei es die Menschen zu befähigen, sich Zugang zu den positiven
Facetten der neuen Kultur des Alterns zu verschaffen. Dabei spiele
Bildung eine Schlüsselrolle. Das Redemanuskript kann auf
www.vorarlberg.at/frauen heruntergeladen werden.
Rückfragehinweis:
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