• 18.01.2012, 18:15:31
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WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Langweilig wird der Börsechefin sicher nicht - von Hans-Jörg Bruckberger

Buy Austrian. Aktien sind etwas Gutes. Das gilt es zu verkünden

Wien (OTS) - Endlich! Die Chefsuche der Wiener Börse hat ein Ende.
Jetzt kann man die Ärmel hochkrempeln und in die dringend notwendige
Offensive gehen. Zu tun gibt es genug - denn so wie zuletzt kann es
auf Dauer nicht weitergehen. Immer mehr Anleger wie auch
Investmentbanken kehren Wien den Rücken, die Umsätze sind dramatisch
zurückgegangen, die Kurse auch (der ATX zählte 2011 gar zu den
schlechtesten Leitindizes der Welt).

Zugegeben: Gegen Rezession oder Schuldenkrise, insbesondere bei
einigen unserer wichtigsten Handelspartner, kann man nichts machen.
Sehr wohl aber gegen jene miese Stimmungsmache, die der Börse Wien
den Rest gibt. Etwa aus der Politik mit den ständigen Schimpftiraden
gegen die ach so bösen Spekulanten an der populistischen Basis und
der unsäglichen Wertpapiersteuer als Gipfel der Börsefeindlichkeit.
Dagegen hat die Börse - mit Verlaub - zuletzt zu wenig angekämpft.
Generell wurde nicht genug getan. Prompt befindet sich der heimische
Kapitalmarkt in einem regelrechten Abwärtsstrudel bzw. Teufelskreis.
Nach Größen wie Chevreux oder UniCredit zieht jetzt auch die Deutsche
Bank Teile ihres Geschäfts aus Wien ab. Die Handelsstatistik spricht
schon jetzt Bände: Die Deutschen sind seit Jahren Marktführer, haben
als solcher im Vorjahr 6,3 Milliarden Euro an Umsatzvolumen
generiert, 2005 waren es mehr als 15 Milliarden.

Die Börse alleine ist dagegen machtlos, kann aber versuchen, Stimmung
zu machen. Unter Anlegern wie auch Unternehmen, denen man die Vorzüge
des "Going Public" schmackhaft machen muss. Etwa durch eine
Marketing- und Charmeoffensive mit verstärkter Medienpräsenz, gepaart
mit geschicktem Lobbying im Hintergrund. Die zu transportierende
Botschaft ist klar: Ein funktionierender und florierender
Kapitalmarkt ist das Rückenmark einer intakten Volkswirtschaft. Die
wenigsten Akteure sind Zocker. Unternehmen brauchen Eigenkapital, um
Wachstum zu finanzieren, was dann wieder Jobs schafft. Und die
Mehrheit der Anleger sind einfach Aktionäre, die längerfristig
investieren und damit die heimische Wirtschaft unterstützen und
nebenbei auch noch dazu beitragen, die Vorsorgelücke zu schließen.

Frau Kuras ist jedenfalls geradezu eine Idealbesetzung. Zumal sie
hoch kompetent und in der Finanzbranche gut vernetzt ist. Jetzt muss
sie im Unternehmen Börse für frischen Wind sorgen. Wir drücken ihr
dazu ganz fest die Daumen - und sind als führendes Wirtschaftsmedium
zu jeglichem Support bereit.

Rückfragehinweis:
Wirtschaftsblatt Verlag AG
Tel.: Tel.: 01/60117 / 300
mailto:[email protected]

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