• 18.01.2012, 17:11:47
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  • OTS0267 OTW0267

EU regelt Pilotenarbeitszeiten neu

Besser, aber noch immer nicht sicher

Wien (OTS) - Die EASA (Europäische Agentur für Flugsicherheit) hat
heute einen überarbeiteten Gesetzesentwurf für neue Flug-, Dienst-
und Ruhezeitregeln für Piloten veröffentlicht. Trotz Überarbeitung
ignoriert der Entwurf noch immer den Stand der wissenschaftlichen
Forschung über Ermüdung. Um die Sicherheit der Passagiere zu
gewährleisten sind weitere Korrekturen nötig.

"Jeder Passagier, der in ein Verkehrsflugzeug einsteigt, erwartet
sicher ans Ziel zu kommen", sagt der Präsident der Austrian Cockpit
Association, Bernd Hechenegger. "Es gibt ausreichend
wissenschaftliche Erkenntnisse, wie die Arbeits- und Ruhezeit
geregelt sein muss, damit ausgeruhte und wache Piloten ihre
Passagiere sicher ans Ziel bringen können." Dennoch ignoriert EASA
diese Erkenntnisse in wichtigen Teilen des Gesetzesvorschlags.

Die 50.000 Kommentare, die EASA zu ihrem ersten Vorschlag vom
Dezember 2010 erhalten hat, waren eine klare Botschaft. Der Entwurf
ist fehlerhaft, muss revidiert werden, und er muss wissenschaftlich
fundiert sein. Der neue Entwurf enthält eine Anzahl wichtiger
Verbesserungen. Etliche kritische Punkte wie die überlangen
Arbeitszeiten bei Bereitschaftsdiensten sind für die
Pilotenvertretung noch immer Grund zur Besorgnis. Wenn das nicht
geändert wird, könnte ein Pilot in die Lage kommen, ein Flugzeug nach
20-21 Stunden ohne Schlaf sicher landen zu müssen. "Unsere Passagiere
haben etwas Besseres verdient! Passagiere und Piloten erwarten, dass
die EU-Gesetze ein starkes Sicherheitsnetz bilden.

"EASA hat drei Wissenschafter mit der Bewertung ihres Vorschlags
beauftragt. Leider sieht es so aus, als wären deren Inputs ignoriert
worden, sobald sie wirtschaftliche Interessen der Airlines berühren."
erklärt ACA-Vizepräsident Siegfried Lenz. "So sind sich zB alle
Wissenschafter einig, dass Nachtdienste besonders ermüdend sind, und
daher auf 10h Flugdienstzeit zu begrenzen sind. Dennoch hat EASA den
Wünschen der Airlines nachgegeben und ein Limit von 11 Stunden
gesetzt. Solche Regelungen - und es gibt noch viele mehr -
widersprechen dem Mandat der EASA, dem Prinzip der Vorsicht, und vor
allem dem elementarsten Recht der Passagiere: dem Recht auf einen
sicheren Flug! EASA kann und muss es besser machen! Es darf nicht
sein, dass der Profit der Luftfahrtlobby mehr zählt als die
Sicherheit der Passagiere."

Hintergrund:

Verschiedene Studien zeigen, dass Übermüdung das
Konzentrationsvermögen und die Reaktionszeit des Menschen ähnlich
beeinträchtigen wie Alkoholkonsum. Dennoch erlauben die Gesetze, dass
Piloten bis zu 15 Stunden ununterbrochen im Einsatz sein dürfen,
obwohl bereits nach 12 Stunden Dienstzeit das Flugunfallrisiko auf
mehr als das Fünffache steigt. Bei etwa jedem fünften Flugzeugunglück
spielt die Übermüdung der Besatzung eine Rolle. Eine ausführliche
Darstellung (mit Video) finden Sie auf www.flugdienstzeiten.de

Visit our brand-new Website on Pilot Fatigue & watch our Campaign
Video
www.dead-tired.eu

Rückfragehinweis:

AUSTRIAN COCKPIT ASSOCIATION
   Astrid Six
   Tel.: +43(0)9971787
   [email protected]
   
   AUSTRIAN COCKPIT ASSOCIATION
   Generalsekretär Capt. Christian Mayrhofer, 0699 11098754
   Vizepräsident Capt. Siegfried Lenz, 0664 8515789
   
   oder:
   
   European Cockpit Association
   Philip von Schöppenthau, ECA Secretary General
   Tel: (32 2) 705 3293    
   www.eurocockpit.be
   
   www.aca.or.at

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