• 18.01.2012, 12:13:42
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VKI weist Kritik an Beratung für Fremdwährungskreditnehmer zurück

Banken sind in der Verantwortung für Risiken bei Fremdwährungskrediten

Wien (OTS/VKI) - In einer heute publizierten Beilage der
Wirtschaftskammer Tirol in der Tiroler Tageszeitung werden unter dem
Titel "Konsumentenschützer gaben bei Frankenkrediten fatale Tipps"
die "Durchhalteparolen" des VKI kritisiert. Der VKI weist diese
Kritik zurück und erinnert die Banken an ihre Verantwortung, wenn
kleinen Verbrauchern zu riskanten Fremdwährungskrediten geraten wurde
und verweist darüber hinaus auf seine ausführlichen Tipps für
betroffene Kreditnehmer auf www.konsument.at.

Der Artikel bietet ein Rechenbeispiel: Wenn jemand 2007 bei einem
Kurs von 1,64 einen endfälligen Kredit in Höhe von 100.000 Euro
aufgenommen habe, so hätte der Kursverlust - vor Eingriff der
Schweizer Nationalbank - 59.000 Euro betragen. Hätten die
Kreditnehmer dem Rat der Banken Folge geleistet, dann hätten sie
früher einen geringeren Verlust realisiert.

"Das ist ein typisches Beispiel für eine völlig unverantwortliche
Kreditvergabe zu einem Zeitpunkt des Höchststandes des Schweizer
Franken, wo Kursverluste bereits hoch wahrscheinlich waren. Diese
Verantwortung versucht der genannte Artikel schlicht zu
verschleiern", kritisiert Dr. Peter Kolba, Leiter des Bereiches Recht
im VKI. "Der Autor verschweigt auch geflissentlich, dass die
Arbeiterkammer und der VKI stets vor den Risiken von
Fremdwährungskrediten gewarnt haben."

Der VKI gab und gibt keine "Durchhalteparolen" aus, verweist aber
sehr wohl darauf, dass der Vorschlag von Banken an Kunden, die
Kredite - lange vor Laufzeitende - zu konvertieren nicht so sehr von
der Sorge um das Wohl der Kunden getragen war, sondern das Risiko der
Banken, auf das die Finanzmarktaufsicht dramatisch hingewiesen hat,
senken sollte.

Zwar bedeutet eine Konvertierung für den Kunden einerseits auch
eine Senkung des Risikos, andererseits wird damit der Verlust
realisiert. Wie sich die Kurssituation bis zu Laufzeitende in zehn
und mehr Jahren entwickelt, kann niemand vorhersagen. Der VKI hat
daher nie eindimensionale "Durchhalteparolen" gegeben, sondern
vielmehr - auch durch eine umfangreiche Beilage zum Testmagazin
KONSUMENT in der Dezemberausgabe des Jahres 2010 - die Kreditnehmer
über sämtliche Optionen informiert und eine individuelle Beratung
empfohlen.

"Es ist wenig dienlich, wenn nun Vertreter von Tiroler Banken die
Informationstätigkeit der Konsumentenschützer verunglimpfen. Vielmehr
zeigt die Erfahrung, dass es sinnvoll ist, die Kreditnehmer gemeinsam
umfassend zu beraten", appelliert Dr. Kolba.

Rückfragehinweis:
Verein für Konsumenteninformation
Dr. Peter Kolba, Leiter Bereich Recht
Tel.: 01 / 58877 - 320

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