• 18.01.2012, 12:00:05
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News: Fendrich: "Justiz, Politik und Gauner in Österreich undurchschaubar vernetzt"

Liedermacher Rainhard Fendrich rechnet im News-Interview mit dem Polit-Zirkus in Österreich ab und präsentiert neuen Song

Wien (OTS) - Rainhard Fendrich zeigt sich im NEWS-Interview von
einer neuen, sehr politischen Seite und holt zur Polit-Schelte aus.
Seine Wut gegen den "Polit-Zirkus" im Land hat er in seinem neuen
Song "Lobby-Reggae" verpackt. Fendrich: "Insgesamt zeigt das Lied die
charakterliche Instabilität mancher Mandatsträger. Das sind für mich
Gauner im Nadelstreif, für die Untreue und Amtsmissbrauch ein
Kavaliersdelikt ist. Und sie können auch nicht kontrolliert werden,
weil ihre Einflüsse bis in die höchste Justiz reichen, die auch
wieder weisungsbefugt ist."

Die Finanzkrise biete, so Fendrich "jetzt die Chance, dass der
Sumpf im Land trockengelegt wird und Moorleichen entdeckt werden.
Leider sind offenbar Justiz, Politik und Gauner undurchschaubar
vernetzt, es ist ein echter Polit-Zirkus im negativsten Sinn.
Österreich ist offenbar ein Land, das als Selbstbedienungsladen
betrachtet wird."

Auf die Frage, ob er noch stolz sei, Österreicher zu sein, betont
der Liedermacher: "Ich bin viel im Ausland unterwegs und das
Sittenbild, das von uns gezeichnet wird, wenn wir mit Osteuropäischen
Ländern und Bananenrepubliken verglichen werden, tut weh. Ich glaube
an unser Land und bin auch stolz darauf. Aber es gibt hier einen
Freundeskreis, eine ehrenwerte Gesellschaft, die sich seit
Jahrzehnten in dieser Republik bedient. Das muss endlich gestoppt
werden."

Fendrich fordert: "Es müssen die Gesetze geändert und Korruption
stärker unter Strafe gestellt werden. Und der U-Ausschuss muss
massiver unterstützt werden. Ich traue mich zu wetten, dass er nicht
im Fernsehen übertragen wird,denn da gibt es zu viele, die Interesse
haben, dass die Bürger die Details nie erfahren. Und ich bin dafür,
dass es eine Haftungsmöglichkeit gibt, dass Politiker für ihre Tagen
bis hin zum Privatvermögen haften."

Aber auch die Bürger seien gefordert, so Fendrich: "Die
Wahlbeteiligung sinkt und darum wäre ich dafür, dass wieder eine
echte Wahlpflicht eingeführt wird. Jeder muss zur Wahl - und wenn er
aus dem Wahlzettel dann einen Papierflieger bastelt und nichts
ankreuzt, aber man muss hingehen. Man darf nicht an einem schönen
sonnigen Sonntag statt zu wählen zum Heurigen gehen und sich dann
über die politischen Zustände aufregen."

Rückfragehinweis:
NEWS Iris Brüggler, Leute-Ressortleiterin
Tel.: 01/21312-1573

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