• 18.01.2012, 09:25:52
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Berlakovich: Österreich übernimmt Donaupräsidentschaft

EU-Hochwasserrichtlinie, Klimawandel und Donaustrategie sind die zentralen Themen

Wien (OTS) - Österreich übernimmt mit offizieller Übergabe heute
für ein Jahr die Präsidentschaft in der Internationalen Kommission
zum Schutz der Donau (IKSD/ICPDR). Im Auftrag von Umweltminister Niki
Berlakovich übernimmt Wolfgang Stalzer, ehemaliger Sektionschef im
Lebensministerium, heute dieses Amt von seinem ukrainischen Vorgänger
Mykola Melenevskyi. "Österreich hat mit seiner zukunftsweisenden
Umweltpolitik eine Vorreiterrolle beim Schutz der Donau. Es gibt
viele brisante Herausforderungen - wie die Auswirkungen des
Klimawandels auf den Donauraum, die Forcierung der Umsetzung der
EU-Hochwasserrichtlinie und die Umsetzung der Donaustrategie. Wir
übernehmen heute die Präsidentschaft in der IKSD von der Ukraine und
werden den Schutz der Donau mit höchster Priorität verfolgen", so
Umweltminister Niki Berlakovich anlässlich Übernahme der
Präsidentschaft durch Österreich.

Der nachhaltige Schutz der Donau und des Donaueinzugsgebietes
stellt trotz der Erfolge der letzten Jahre eine große Herausforderung
dar. Im gemeinsamen Maßnahmenprogramm des Donaubewirtschaftungsplans
werden für die vier wichtigsten Wasserbewirtschaftungsfragen im
Donaueinzugsbiet Maßnahmen festgelegt. Es geht hier um die organische
Belastung, die Nährstoffbelastung, um Belastungen durch gefährliche
Stoffe sowie um Probleme mit der Gewässerstruktur der Donau. Im
Donaueinzugsgebiet gibt es etwa 6200 größere Siedlungsgebiete, die
137 Großstädte darunter sind für etwa 46% der gesamten
Abwasserfrachten in der Donau verantwortlich. Durch den Ausbau von
zentralen Kläranlagen und verstärkt auch dezentraler
Abwasserbehandlung soll im gesamten Donaueinzugsgebiet bis zum Jahr
2015 die organische Belastung um beinahe die Hälfte reduziert werden.
2012 wird es einen Umsetzungsbericht zum Donaubewirtschaftungsplan
geben, der die aktuelle Situation der Maßnahmenumsetzung erfasst.

"Mir ist es ein besonderes Anliegen, dass wir in der Zeit der
österreichischen Präsidentschaft den Zusammenhalt in der IKSD stärken
und uns für brisante Herausforderungen fit machen. Nur gemeinsam kann
es uns gelingen, Themen wie Klimawandel, Hochwasserschutz und die
weitere Reduktion der Schad- und Nährstoffe erfolgreich
voranzutreiben und gute Lösungen zu finden. Nur mit einem
ganzheitlichen Verständnis für den Lebensraum Donau und die
Vernetzung von Gesellschaft und Natur werden wir diese
Herausforderungen meistern können. In Zeiten immer knapper werdender
Budgets, keine einfache Aufgabe", so Wolfgang Stalzer anlässlich
seines Amtsantrittes heute in Wien.

Rückenwind erhält die IKSD und die österreichische Präsidentschaft
durch die "Strategie für den Donauraum" der EU, die in den nächsten
Jahren die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung im
Flussgebiet stärken wird - und auch den Gewässerschutz mit höchster
Priorität verfolgt.

Neben diesen politischen und fachlichen Aspekten wird die
österreichische Präsidentschaft in der IKSD zu einer intensiven
Einbindung der Öffentlichkeit zum Thema Donau genützt werden. Als ein
Highlight werden sicherlich die Aktivitäten zum "Danube Day" (29.
Juni) hervorstechen. Das Motto lautet "Get active for the rivers".

Die über 80 Millionen Menschen, die im Donaueinflussgebiet leben,
sprechen mehr als zwei Dutzend verschiedene Sprachen und sind auf 19
Staaten verteilt. Die Länder des Donauraums unterzeichneten 1994 die
Konvention zum Schutz der Donau. Zu ihrer Implementierung nahm 1998
die Internationale Kommission zum Schutz der Donau (IKSD) oder
International Commission for the Protection of the Danube River
(ICPDR) ihre Arbeit auf. Ihre Aufgaben waren von Anfang an breit:
Nachhaltige Wasserbewirtschaftung, Schutz und nachhaltige Nutzung von
Grund- und Oberflächenwasser, die Reduktion von Nähr- und
Schadstoffen, Hochwasserschutz und die Vermeidung von Eisschäden,
sowie die Reduktion der Schadstoffbelastung im Schwarzen Meer. Seit
dem Jahr 2000 hat die Implementierung der EU-Wasserrahmenrichtlinie,
seit dem Jahr 2007 zusätzlich jene der EU-Hochwasserrichtlinie
innerhalb des Donauflussgebietes die höchste Priorität.

Im Jahr 2012 wird die IKSD unter österreichischer Präsidentschaft
arbeiten. Dr. Wolfgang Stalzer, ehemaliger Sektionschef im
Lebensministerium wird ab sofort die Geschicke der IKSD als Präsident
lenken.

Informationen im Internet: www.icpdr.org

Rückfragehinweis:
Lebensministerium, Pressestelle
Tel.: (+43-1) 71100 DW 6823, 6963

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